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Konsequenzen nach Rheintalbahn-Unglück

Grüne Landtagsabgeordnete Böhlen und Hentschel mit Bahn-Initiative - „Mehr Investitionen für die Schiene“

Grüne Landtagsabgeordnete Böhlen und Hentschel mit Bahn-Initiative - „Mehr Investitionen für die Schiene“
Beate Böhen, Andreas Schwarz und Thomas Hentschel am Montag in Rastatt.

Rastatt/Baden-Baden, 13.09.2017, Bericht: Grüne Die mittelbadischen Landtagsabgeordneten Beate Böhlen, Thomas Hentschel und der Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz haben in Rastatt mit Verantwortlichen und Betroffenen das Thema der Sperrung der Rheintalbahn erörtert.

«Es rächt sich, dass sich der Bundesverkehrsminister in keiner Weise um den Ausbau und die Sanierung des Schienennetzes gekümmert hat», hatte der Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz vorgestern erklärt. «Die Rheintalbahnstrecke ist eine der wichtigsten europäischen Strecken für Menschen und den Transport von Gütern in der Nord-Süd-Achse und leistet damit einen spürbaren Beitrag zur Reduktion klima- und umweltschädlicher Emissionen. Wenn auf dieser Magistrale der Verkehr für längere Zeit nicht nur behindert wird, sondern durch die Bodenabsenkung in Rastatt mehrere Wochen blockiert wird, zeigt sich der Mangel an einsetzbaren, elektrifizierten und ausgebauten Nebenstrecken im Südwesten Deutschlands in aller Deutlichkeit», kritisiert Hentschel. Er befürchte außerdem, dass durch die Sperrung Kunden dauerhaft verloren gingen − sei es im Personenverkehr oder im Güterverkehr, wo Firmen auf Planungssicherheit angewiesen seien, so Hentschel weiter. Der zweite Verkehrsausfall im Bahnnetz zwischen Freiburg und Offenburg durch einen «Baggerbiss» ins Stromkabel zeige, dass die Bahn mit verstärkt an Umleitungsstrecken denken müsse, um im europäischen Verbund ein zuverlässiger Partner zu sein.

Um die erforderlichen Ausweichstrecken nun schnell zu realisieren, brauche das Land ein Sofort-Ausbauprogramm. «Wir brauchen dringend eine Investitionsoffensive, um Personen und Güter klimafreundlich, pünktlich und sicher im Land und Europa bewegen zu können. Bereits heute sind mehrere Projekte für den BVWP angemeldet, die vergleichsweise wenig kosten und zügig angegangen werden könnten. Engpässe müssen dringend beseitigt werden damit das Land seine Klimaschutzziele erreichen kann», so Böhlen. «Die Transversale Rotterdam-Genua sollte − nach einem Abkommen von 1996 − so ausgebaut werden, dass der Güter- wie Personenverkehr verdoppelt werden kann. Nicht nur, dass der Ausbau der Strecke in Deutschland hinterher hinkt. Wenn ich an die oftmals überfüllten Züge denke, zweifle ich stark daran, dass sich jemand bei der Bahn wirklich an die Luganer Vereinbarung erinnert. Gerade in einer wirtschaftlich starken Phase sollte der Bundesverkehrsminister die Prioritäten neu ordnen und sich daran erinnern, wie viel Potential im Schienenverkehr abrufbar wäre», so die mittelbadische Abgeordnete.


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