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Alkohol Ursache für jeden zwanzigsten Todesfall

Alkoholverbot für Baden-Badener Innenstadt beantragt - FBB: Nur noch in "Gaststätten, Restaurants und deren Außenbereichen"

Alkoholverbot für Baden-Badener Innenstadt beantragt - FBB: Nur noch in "Gaststätten, Restaurants und deren Außenbereichen"
Wenn es nach der FBB geht, soll es in der Baden-Badener Kernstadt nur noch in Gastronomiebetrieben erlaubt sein Alkohol zu trinken.

Baden-Baden, 06.12.2017, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch «In der Innenstadt von Baden-Baden ist es verboten in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken.» Ein so lautender FBB-Antrag, liegt seit gestern auf dem Schreibtisch des gerade neu ins Amt eingeführten Bürgermeisters Roland Kaiser. Wenn es nach den Freien Bürger für Baden-Baden geht, soll es in der Baden-Badener Kernstadt nur noch in gastronomischen Betrieben und deren Außenbereichen erlaubt sein Alkohol zu sich zu nehmen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass jeder zwanzigste Todesfall auf den Konsum von Bier, Wein und Schnaps zurückzuführen ist und nirgendwo in der Welt sei die Droge Alkohol so kultiviert wie in Europa. Doch diese verdrängten Fakten stehen bei der Begründung des FBB-Antrags nicht im Vordergrund. Die gefühlte Sicherheit für die Bürger und Gäste der Stadt sind der wesentliche Beweggrund der FBB-Initiative: «Insbesondere auf den öffentlichen Plätzen inkl. in den Parkhäusern und in der Lichtentaler Allee fallen alkoholisierte Personen immer wieder auf durch ungebührendes Verhalten und Belästigung von Passanten.» Das «mitunter aggressive Verhalten und ihr alkoholisiertes Erscheinungsbild» führe zu «Ängsten bei Kindern und älteren Menschen und zu Überlegungen bei Besuchern und Kongress-Gästen Baden-Baden zukünftig zu meiden», argumentieren die Freien Bürger für Baden-Baden und fordern «ein generelles Alkoholverbot in der Öffentlichkeit in der Innenstadt». Einen geografischen Hinweis für die trinkfreie Zone liefern die FBB mit: «Vom Bertholdplatz über den Augusta- und Leopoldsplatz bis zum Festspielhaus, die Lichtentaler Allee mit allen angrenzenden kulturellen Gebäuden und Plätzen, die Altstadt vom Leo bis zu den Thermen und dem Neuen Schloss.»

Doch auch auf das Schicksal von hilfsbedürftigen Menschen geht der von Mediziner und Stadtrat Heinrich Liesen unterschriebe Antrag ein: «Zum Teil dürften es alkoholkranke Menschen sein. Sozialarbeiter der Stadt sollten versuchen, sie einer Therapie zuzuführen.»

Aufzuheben sei das Alkoholverbot bei «Großveranstaltungen wie Weihnachtsmarkt, Rennwoche, Symphonische Parknacht, Marktplatzfest oder z. B. bei Hochzeiten vor dem Standesamt». Bei Verstößen gegen das Alkoholverbot sei ein Bußgeld zu zahlen.

Mehrere Städte in Deutschland versuchen bereits dem öffentlichen Konsum von Alkohol Grenzen zu setzen. In Hamburg ist es schon seit mehreren Jahren verboten, alkoholische Getränke in Busse und Bahn zu nehmen. Seit Mitte des Jahres gilt in festgelegten Bereichen der Innenstädte von Duisburg und Cottbus ein Verbot Alkohol zu trinken. Zum Jahresende soll ein erstes Fazit gezogen werden. Günstiger Anlass also für Roland Kaiser seine Kollegen um einen Erfahrungsbericht zu bitten.

Auch all jenen, die sich beim Alkohol-Konsum ein Dach über dem Kopf leisten können, beantwortet die WHO einige Fragen:

Wie sieht unbedenklicher Alkoholkonsum aus?

Manche Leute werden es nicht gern hören, aber ein unbedenkliches Maß für den Alkoholkonsum gibt es nicht. Natürlich gibt es ein Niveau, das mit einem geringeren Risiko verbunden ist, aber die WHO setzt hier bewusst keine Obergrenzen, da es wissenschaftlich belegt ist, dass ein vollständiger Verzicht auf Alkohol aus gesundheitlicher Sicht bei weitem am besten ist. Alkoholkonsum ist eng mit etwa 60 verschiedenen Diagnosen assoziiert, wobei es fast immer eine enge Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt, d. h. je höher der Konsum, desto höher das Krankheitsrisiko. Weniger ist besser.

Aber trinken nicht alle?

Nur etwa die Hälfte der Weltbevölkerung trinkt Alkohol. Die Europäische Region weist von allen WHO-Regionen den höchsten Alkoholkonsum und die höchsten Raten an alkoholbedingten Schäden auf. Alkohol gehört zu den führenden Ursachen für Krankheit und vorzeitigen Tod in der Europäischen Region.

Ist Alkohol wirklich so schlimm?

Wir wissen, dass Alkohol Krebs und Bluthochdruck verursacht und dass es jedes Jahr eine hohe Zahl alkoholbedingter Verletzungen gibt. Außerdem schadet Alkohol nicht nur dem Konsumenten, sondern führt auch zu Gewalt auf der Straße und in der Familie.

Aber junge Menschen müssen sich doch wohl noch keine Sorgen machen?

Im Gegenteil − das Gehirn entwickelt sich bis zum 25. Lebensjahr, und Alkohol hat hier einen Einfluss. Das Gehirn von Jugendlichen ist besonders anfällig für Alkohol, und wer früh mit dem Trinken anfängt, läuft eher Gefahr, im späteren Leben alkoholabhängig zu werden. Je jünger das Einstiegsalter von Alkoholkonsumenten, desto größere Schäden drohen ihnen.

Quelle: www.euro.who.int


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