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Aufräumen nach Burglind

Baden-Badener Forst-Chef Thomas Hauck mit Resümee zu Sturmschäden - Schwere Schäden an Geroldsauer Wasserfällen - "Große, alte Tannen entlang des Fußwegs zum Wasserfall geworfen"

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Thomas Hauck

Baden-Baden, 13.01.2018, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Besonders betroffen ist der Bereich Geroldsauer Wasserfälle. Im goodnews4-O-TON-Interview nannte Thomas Hauck, Leiter des Fachgebiets Forst und Natur, die messbare Hinterlassenschaft des Sturms Burglind. goodnews4.de berichtete. In der beliebten Ausflugsgegend in Geroldsau sieht es immer noch verheerend aus.

«Es sind auch große, alte Tannen, die dort gerade entlang des Fußweges zum Wasserfall geworfen wurden und die auch sehr kompliziert in der Aufarbeitung sind.» Sein Resümee zum Ausmaß der Schäden relativiert Thomas Hauck jedoch mit dem Vergleich zu den Schäden beim Jahrhundertorkan «Lothar» vor 18 Jahren. Insgesamt seien schätzungsweise 2.500 Kubikmeter Holz betroffen. «Beim Orkan Lothar waren es 900.000 und wir schlagen jedes Jahr etwa 40.000.» Die Menge sei an sich gering und wirtschaftlich nicht so bedeutend, ordnet Thomas Hauck den Schaden ein.

Doch auf etwas anderes richtet sich die Aufmerksamkeit des Baden-Badener Forst-Chefs: «Die Schäden haben zugenommen, definitiv. Die Häufigkeit von solchen Stürmen, Schadereignissen oder auch starken Regenfällen hat eindeutig zugenommen.» In der Wahrnehmung seien «einschneidend so richtig große Ereignisse wie der Orkan Lothar», das hätten wir jetzt nicht gehabt, «aber auch das werde ich noch miterleben, kann ich mir vorstellen», glaubt er nicht, dass wir von folgenschweren Katastrophen wie dem Orkan Lothar in Zukunft verschont bleiben. Darauf sei man in Baden-Baden vorbereitet: «Wir haben auch entsprechende Pläne für uns entwickelt. Es ist also nicht so, dass ein Sturm kommt und wir müssen uns erst einmal zusammensetzen. Wir wissen eigentlich schon, was wir machen müssen».


Abschrift des goodnews4-O-TON-Interviews mit Thomas Hauck:

goodnews4: Leser haben uns von offenbar drastischen Schäden berichtet, die nach dem letzten Sturm an den Geroldsauer Wasserfällen entlang bis in den Wald Richtung Schwanenwasen bis hinter den Bütthof hinauf entstanden sind. Wie sieht Ihr Resümee nach dem Sturm aus?

Thomas Hauck: Es sind natürlich schon Schäden entstanden an verschiedenen Stellen im gesamten Stadtwald. Das ist natürlich kein Vergleich mit den großen Stürmen, die wir hatten. Ich erinnere an den Orkan Lothar zur Jahrtausendwende. Im Vergleich dazu sind es natürlich sehr geringe Anfälle. Wobei wir natürlich leider Beeinträchtigungen haben entlang öffentlicher Straßen oder Wanderwegen. Das ist ein bisschen schade.

goodnews4: Welche Gebiete in den Baden-Badener Wäldern sind denn besonders betroffen?

Thomas Hauck: Besonders betroffen ist einmal das, was Sie gerade eben schon sagten, im Bereich Geroldsauer Wasserfall. Da ist zwar nicht sehr viel, aber es sind einfach auch große, alte Tannen, die dort gerade entlang des Fußwegs zum Wasserfall geworfen wurden und die auch sehr kompliziert in der Aufarbeitung sind. Man kommt schlecht hin, es sind riesige Bäume. Wir wollen natürlich auch den Fußweg möglichst rasch wieder freimachen und der soll auch in einem guten Zustand sein. Da werden wir schwerere Technik einsetzen müssen. Ansonsten, unsere größte Einzelfläche, wo wir einen Schaden haben, ist der Ortsausgang Neuweier Richtung Zimmerplatz in der Mauerbergstraße. Am Rande der Bebauung dort ist auf etwa 200 Meter Länge und 50 Meter Tiefe ein Steilhang gefallen.

goodnews4: Welche Maßnahmen sind denn nun nötig?

Thomas Hauck: Wir haben natürlich einen Plan entwickelt. Das Erste ist natürlich, gefährliche Bäume, also Gefahren, zu beseitigen. Dann kommen die öffentlichen Straßen dran und dann kommen die Waldwege und natürlich auch die Wanderwege dran. Erst wenn wir das haben, gehen wir an Bäume, die irgendwo im Wald verstreut liegen. Das wird sich auch noch ein paar Wochen hinziehen. Im Moment, wie gesagt, Ausgang Neuweier Mauerbergsträße, arbeiten wir schon eine Woche dran. Das wird noch eine Woche dauern. Das zieht sich dann doch in die nächste Woche, vielleicht sogar Ende nächster Woche rein, weil es eine sehr gefährliche Arbeit an dem Steilhang ist. Da lösen sich auch immer mal wieder Felsen und einzelne Stämme. Wir haben da die komplette Straße gesperrt. Wir haben noch Posten postiert, weil sich leider doch immer wieder Leute nicht an die Absperrung halten. Da möchte ich auch jetzt eindringlich appellieren an alle Zuhörer, die Absperrungen zu beachten. Es ist wirklich sehr gefährlich und kann tödlich enden, wenn man solche Absperrungen nicht beachtet.

goodnews4: Wann wird denn alles repariert sein, auch der am Wasser entlangführende Weg an den Geroldsauer Wasserfällen und die Aussichtsplattform am Wasserfall?

Thomas Hauck: Wir rechnen mal damit, dass wir noch 14 Tage brauchen. Gerade am Geroldsauer Wasserfall, weil es da ein bisschen schwieriger ist und wir da einen schweren Kran brauchen, um auch Wurzelteller, die da auf dem Weg liegen, herauszuheben. Dann wird man mal sehen, wie groß die Schäden an den Fußwegen sind. Das kann sich also sicherlich noch drei bis vier Wochen hinziehen, bis das alles wieder ordentlich ist an dieser Stelle. In anderen Bereichen sind wir natürlich viel schneller. Ich gehe mal davon aus, dass bis Ende nächster Woche die normalen Waldwege und praktisch auch alle Wanderwege wieder begehbar sind. Ausnahme, wie gesagt, am Geroldsauer Wasserfall.

goodnews4: Das klingt nach jeder Menge Arbeit. Lässt sich denn der Schaden im Stadtgebiet wirtschaftlich ausdrücken?

Thomas Hauck: Wirtschaftlich kann man es noch nicht so sagen. Das hängt immer davon ab, wie teuer denn da die Aufarbeitung ist. Gerade wenn es schwierigere Fälle sind. Von der Gesamtmenge nur so eingeschätzt, liegen vielleicht 2.500 Kubikmeter, also Festmeter sagt der Förster, Holz. Im Vergleich dazu: Orkan Lothar war bei 900.000 und wir schlagen jedes Jahr etwa 40.000. Da sehen Sie, die Menge ist an sich schon gering und wirtschaftlich nicht so bedeutend. Wie gesagt, die Aufarbeitungskosten können auch mal ein bisschen mehr sein wie normal.

goodnews4: Haben Sie den Eindruck, dass die Stürme und die Schäden in den letzten Jahren zugenommen haben? Müssen Sie sich mit Ihren Kollegen des Fachgebiets Forst und Natur neu darauf einstellen?

Thomas Hauck: Wie gesagt, selbstverständlich. Die Schäden haben zugenommen, definitiv. Das stellt man fest. Die Häufigkeit von solchen Stürmen, Schadereignissen oder auch starken Regenfällen hat eindeutig zugenommen. Natürlich besonders einschneidend sind so richtig große Ereignisse wie der Orkan Lothar. Das hatten wir jetzt nicht, aber auch das werde ich noch miterleben, kann ich mir vorstellen. Es wird schon mehr und wir haben auch entsprechende Pläne für uns entwickelt. Es ist also nicht so, dass ein Sturm kommt und wir müssen uns erst einmal zusammensetzen von wegen: Was tun wir denn jetzt? Sondern wir wissen eigentlich schon, was wir machen und gehen da abhängig natürlich immer von der Größe des Schadereignisses ran.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de

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