Anzeige

Windkraftanlagen in Baden-Baden

CDU-Stadtrat Ansgar Gernsbeck kritisiert Rathaus - Zahlen zur Windkraft "falsch und irreführend" - "Mär vom Erreichen der Klimaziele im Stadtkreis Baden-Baden"

CDU-Stadtrat Ansgar Gernsbeck kritisiert Rathaus - Zahlen zur Windkraft "falsch und irreführend" - "Mär vom Erreichen der Klimaziele im Stadtkreis Baden-Baden"
CDU-Stadtrat Ansgar Gernsbeck geht mit der Baden-Badener Stadtverwaltung ungewöhnlich scharf ins Gericht.

Baden-Baden, 12.07.2016, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Bevor sich heute Abend die «Bürgerinitiative Windkraft-freies-Grobbachtal» um 19.30 Uhr in der Grobbachhalle in Geroldsau versammelt, geht der CDU-Stadtrat Ansgar Gernsbeck mit der Baden-Badener Stadtverwaltung ungewöhnlich scharf ins Gericht. In einem Schreiben, das er gestern an seine Stadtrat-Kollegen richtete, spricht er von Zahlen, die «falsch und irreführend» seien und bezog sich auf ein Schreiben des Ersten Bürgermeisters Werner Hirth zur Stromerzeugung durch Windräder an die SPD.

Besonders hart müsste die Rathausführung der Vorwurf treffen, dass die Stadtverwaltung offenbar den Dialog mit breiteren Bürgerschichten auch in diesem Fall meidet. «Bislang gab es seitens der Stadtverwaltung Baden-Baden nicht ein Gesprächsangebot an die im Jahr 2015 gegründete Bürgerinitiative», schreibt Ansgar Gernsbeck an seine Stadtrat-Kollegen. «Die Mär vom Erreichen der Klimaziele und sauberer Energieerzeugung im Stadtkreis Baden-Baden», titelte der CDU-Stadtrat seine knapp sechsseitige Erklärung, die bei der Vorbereitung «der kommenden Entscheidungen im Bauausschuss und vor allem im Gemeinderat» helfen soll.

Auch ansonsten zeigt sich das Rathaus offenbar nicht sonderlich dialogfreudig. Der Rechtsanwalt der Bürgerinitiative «Windkraft-freies-Grobbachtal» habe auf Seite 4 seines «im Auftrag seiner Mandantschaft vorgetragenen Widerspruches an den Regionalverband Mittlerer Oberrhein, auf eine mögliche persönliche Regresspflicht der eine solche Planung ermöglichenden Gemeinderatsmitgliedern» hingewiesen. Bislang habe «die Verwaltung keine Antwort auf diese, von Prof. Dr. Elicker vorgetragene mögliche private haftungsrechtliche Verantwortung eines jeden einzelnen Gemeinderatsmitgliedes» gegeben.

Innerhalb seines Fazits seiner Erklärung führt Ansgar Gernsbeck in 11 Punkten auf, warum die «bisherigen Planungen zum Wohle von Baden-Baden und ihrer Bürger abzulehnen» sind:

1. Die Anlagen sind zukünftig annähernd doppelt so hoch (daraus resultieren mehr Immissionen und dadurch weitaus höhere Beeinträchtigungen für die Anwohner); als Beispiel sei der Bürgerwindpark Südliche Ortenau aufgeführt, trotz großer Abständen von zur Wohnbebauung kommt es bereits unmittelbar nach der Inbetriebnahme im Juni 2016 selbst in 1,8 km Abstand zum nächsten Windrad von Anwohnern zu Beschwerden wegen zu lauter Betriebsgeräusche

2. Ohne Energiespeicher ist der weitere Windenergieausbau ökonomisch sinnlos

3. Der Windatlas Baden-Württemberg erweist sich oftmals als falsch

4. Der Betreiber der Windkraftanlage auf der Hornisgrinde bezweifelt die ausreichende Windhöffigkeit der Standorte

5. Durch die großen Anlagen sind weitaus höhere Eingriffe in die Natur bei der Zuwegung und beim Bau und im Unterhalt erforderlich

6. Im Repowering sind zukünftig Anlagenhöhen von bis zu 300 m zu erwarten; damit einhergehend noch höhere Belastungen für Mensch und Natur

7. Infraschall und Lärm ist nach neuesten Erkenntnisse wohl doch ein Problem − insbesondere die Ausbreitung in Vorgebirgszonen (derzeit läuft eine wissenschaftliche Untersuchung mehrerer deutscher Universitäten zur Gesamtproblematik Lärm von Windkraftanlagen − Vorlage der Studie Januar 2019); zum Wohl der Menschen kann man bei verantwortungsvollem Handeln vorher keine Flächen als mögliche Standorte ausweisen

8. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse fordern weitaus höhere Abstände zur Wohnbebauung; das Land Bayer hat im Jahr 2015 die sogenannte 10h-Regel zum Schutz ihrer Bürger eingeführt

9. Die Stadt Baden-Baden hat dem Land Baden-Württemberg über 400 Hektar Waldfläche zum Nationalpark überlassen; dieser grenzt direkt an die Fläche des möglichen Windkraftstandortes; nun sollen über 80 Hektar Landschaftsschutzgebiet aufgegeben werden

10. Die gesteckten Klimaziele in Baden-Baden sind unerreichbar. Sie wären nur mit dem Bau von 25 bis 30 Windrädern alleine auf dem Stadtgebiet Baden-Baden zu erreichen

11. Die neuen Erkenntnisse der vergangenen vier Jahre zu den Windkraftanlagen an Land gefährden massiv den Tourismusstandort Baden-Baden

Mehr: www.windkraftfreiesgrobbachtal.de

PDF Schreiben von Ansgar Gernsbeck


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.


goodnews4-Logogoodnews4Baden-Baden Breaking News kostenlos abonnieren!

Jeden Tag sendet goodnews4.de die wichtigste Nachricht als News-E-Mail.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!