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OB Mergret Mergen im goodnews4-O-TON-Interview

Diskussion um Baden-Badener Hindenburgplatz - OB Margret Mergen: "Treffliche Gründe für und gegen die Umbenennung" - Zur deutschen Geschichte: "Wir negieren sie nicht, wir retuschieren nicht"

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit OB Margret Mergen

Baden-Baden, 17.06.15, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Im goodnews4-O-TON-Interview ging Oberbürgermeisterin Margret Mergen gestern auf die symbolträchtigen Entscheidungen für die Benennung von Straßen und Plätzen ein, was auch für die vorherrschende Gesinnung in einer Stadt wahrgenommen wird. Die Ankündigung, den aus Baden-Baden vertriebenen jüdischen Mitbürger und späteren Schriftsteller Gerhard Durlacher auf eine Warteliste für einen Straßennamen zu setzen, präzisierte die Baden-Badener Oberbürgermeisterin.

«Nein, noch nicht», erklärte Margret Mergen, ob sie schon eine örtliche Idee habe für eine Gerhard-Durlacher-Straße. «Ich habe den Vorschlag Gerhard Durlacher erst vor wenigen Tagen erhalten.» Einen besonderen Rang räumt die Baden-Badener Rathaus-Chefin dem Vorschlag dennoch bereits ein: «Wir wollen das aufgreifen, auch wenn es nicht vom Ortschaftsrat oder Gemeinderat kam.»

Mit der jüngsten einvernehmlichen Lösung der Umbenennung der Julius-Redel-Straße, die nach Gemeinderatsbeschluss in Bertha-Benz-Straße umbenannt wird, steht eine weiter Diskussion um eine geschichtsträchtige Benennung ins Haus. Die grüne Fraktionschefin und Landtagsabgeordnete Beate Böhlen kündigte einen Antrag zur Umbenennung des Hindenburgplatzes an. «Ich habegehört, dass das schon Thema war», sagte Margret Mergen dazu. Bisher habe sie «keine Anträge auf eine Umbenennung», sie würde aber «die Diskussion gerne mal anhören, weil es sicher treffliche Gründe gibt für und gegen die Umbenennung». Für einen Erhalt des Status quo spreche, dass man «solche Namen im Straßenbild belässt, um deutlich zu machen, das ist Teil unserer Geschichte, wir negieren sie nicht, wir retuschieren sie nicht, wir lassen sie ganz bewusst als ein Zeitdokument stehen». Sie finde «diese Haltung insofern berechtigt, da man dadurch darauf gestoßen wird, was derjenige gemacht hat. Er war ein direkt gewählter Reichskanzler, er hat aber auch andere Dinge getan.»

Gewählt war Paul von Hindenburg tatsächlich direkt als Reichspräsident. Nach Friedrich Ebert der zweite und auch gleich der letzte Reichspräsident der Weimarer Republik. 1932 war Paul von Hindenburg in seinem Amt von den Wählern bestätigt worden. Während der Wahl hatte auch die SPD Hindenburg unterstützt in der Hoffnung, so die Machtübernahme der NSDAP und deren Reichskanzler-Kandidat Adolf Hitler zu verhindern. Die Hoffnung währte nicht lange. Hindenburg ernannte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. Die Weimarer Republik war nicht wie unsere parlamentarische Demokratie konzipiert, in der das Parlament den Regierungschef wählt. Die alleinige Macht hatte der Reichspräsident, um den Regierungschef zu ernennen. In welchem Ausmaß sich der damals 85-jährige Paul von Hindenburg mit der Ernennung von Hitler zum Reichskanzler mitverantwortlich machte für die unheilvolle deutsche Geschichte, ist der Kern der Auseinandersetzung um die historische Rolle Hindenburgs.

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit OB Margret Mergen


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