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Mietvertrag mit Landratsamt endet

Diskussionen um Nazi-Gasthaus Rössle in Rheinmünster - Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek: „Verhindern, dass das 'Rössle' in Söllingen wieder zum Pilgerort der Rechten wird“

Diskussionen um Nazi-Gasthaus Rössle in Rheinmünster - Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek: „Verhindern, dass das 'Rössle' in Söllingen wieder zum Pilgerort der Rechten wird“
Wieder in den Focus gerückt: Das Gasthaus "Rössle" in Söllingen. Foto: goodnews4-Archiv

Rheinmünster, 12.06.2018, Bericht: Christian Frietsch Offenbar interessiert sich die rechtsradikale Szene wieder für das Gasthaus Rössle in Söllingen, einem Ortsteil von Rheinmünster. Dies berichtete die Printausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten gestern. Um die unrühmliche Bedeutung des Gasthauses als Szenetreff der auch internationalen rechtsradikalen Szene zu beenden, hatte das Rastatter Landratsamt den Veranstaltungsraum des Gasthauses 2013 angemietet.

Der Mietvertrag lief zunächst bis 2017 und war dann ein Jahr bis Ende diesen Jahres verlängert worden. Bis zur Eröffnung des Bühler Wertstoffhofes waren dort Bestände aus Altkleidersammlungen gelagert worden.

Nun schaltete sich auch die Rastatter Bundestagsabgeordnete Gariele Katzmarek in die wieder aufgeflammte Diskussion um die Zukunft des Gasthauses Rössle ein: «Kein vernünftiger Mensch will die Zeiten zurück, in denen im Gasthaus ‘Rössle’ Kameradschaftsabende und Rechtsrockkonzerte stattfanden. Deshalb ist es gut und richtig hier alles Mögliche zu tun, um zu verhindern, dass das ‘Rössle’ in Söllingen wieder zum Pilgerort der Rechten wird.» Landratsamt und Gemeinde hätten bei diem Fall ihre «volle Unterstützung», so Gabriele Katzmarek.

Einigermaßen verharmlosend hatten manche Kommentatoren die Terminologie der Naziorganisationen übernommen und von Kameradschaftsabenden berichtet. In Wirklichkeit versammelte sich in Söllingen, wenige Hundert Meter vom Flughafen entfernt, auch die europäische Nazi-Elite. So kamen im Juni 2013 Nazis nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Österreich und Ungarn in das Flughafendorf, um dort mit den Band wie «Devils Project» und «Germania Division» zu feiern. goodnews4.de berichtete. Eine der in Söllingen auftretenden Musikgruppen, «Kommando Skin», wird vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg dem internationalen Netzwerk zugerechnet. Bei Auftritten im Ausland sollen die Bandmitglieder sich offen zu der NSU bekennen oder bekannt haben, zu dessen hartem Kern auch Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zugerechnet worden seien.

Bis heute ist auch die Rolle des Rastatter Rechtsanwaltes Klaus Harsch nicht aufgearbeitet. Der Anwalt vertrat nicht nur Mandanten aus der äußersten rechten Szene, in der Kanzlei sollen auch drei Kollegen aus der rechtsradikalen Szene beschäftigt worden sein. Zwei von ihnen − Steffen Hammer und Alexander Heinig − sollen in rechtsextremen Skinhead-Bands gespielt haben. Die «Zwickauer Terror-Zelle» nutzte den Soundtrack von Hammers Band für das zynische Bekenner-Video ihrer Mordserie. Die Anwältin Nicole Schneiders verteidigte den mutmaßlichen Terrorhelfer Ralf Wohlleben und war die Stellvertreterin im Kreisvorsitz der NPD in Jena. So könnte ein für Nazi-Versammlungen wieder zu Verfügung stehendes Rössle womöglich schnell auf eine derzeit untergetauchte Unterstützerszene hoffen dürfen.


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