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Kommentar von Christian Frietsch zur Synagogenfrage und zum Interview mit Alfred Grosser - "Kann die Stadt wirklich nicht helfen?"

Kommentar von Christian Frietsch zur Synagogenfrage und zum Interview mit Alfred Grosser - "Kann die Stadt wirklich nicht helfen?"
Alfred Grosser wurde im Jahr 2016 mit dem "Goldenen Coeur de l'Europe" ausgezeichnet im Rahmen des Pierre Pflimlin Symposiums von goodnews4.de und Brenners Park-Hotel & Spa.

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goodnews4-O-TON-Interview von Christian Frietsch mit Alfred Grosser

Baden-Baden, 24.02.2018, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Die Diskussion um einen angemessenen Standort einer neuen Synagoge in Baden-Baden ist vor allem eine Chance zur Auseinandersetzung mit der Geschichte einerseits und den großen Herausforderungen der nun wieder in Deutschland lebenden Juden andererseits. Es genügt nicht, sich politisch korrekt um die grauenvolle Geschichte des Holocaust zu kümmern. Es reicht auch nicht aus Büchern vorzulesen und Zeitzeugen zu hören.

Erst wenn daraus die Kraft zur Zivilcourage entsteht, tritt dies dem Verdacht von Routine- und Korrektheitssreden entgegen. Zum Glück bedarf es in Deutschland keiner Zivilcourage mehr, sich gegen die Dämonen von Antisemitismus und Rassismus auszusprechen. Zivilcourage ist aber auch heute nötig, seine Gesinnung zu äußern, auch wenn sie dem Mainstream nicht entspricht. Es war die kritiklose Obrigkeitsergebenheit, die in unserem Land vor 80 Jahren einen menschlichen Weg verbaute.

In der Synagogenfrage in Baden-Baden geht es doch zunächst darum, dass jeder jüdische und nichtjüdische Bürger öffentlich seine Meinung äußern darf und dies auch tun sollte. Auch wenn es sich nur um Einzelne handelt, wie ein Baden-Badener Gemeinderat reklamierte. Selbstverständlich müssen sich auch jüdische Einrichtungen in Deutschland an deutsches Recht und deutsche Gesetze halten. Und das Recht jedes einzelnen Mitbürgers, diese Rechte einzufordern, ist nicht nur zu respektieren, sondern auch zu fördern. Diese Haltung ist auch das Ergebnis aus der jüngeren deutschen Geschichte. Und selbstverständlich haben jüdische und nichtjüdische Mitbürger ein Demonstrationsrecht. Auch gegen Entscheidungen, die mit Mehrheitsvoten gefallen sind. Schmerzlich haben gerade wir aus der Geschichte gelernt, dass die große Mehrheit nicht immer den richtigen Weg gewählt hat.

Vor allem ist dem Baden-Badener Rathaus und dem Gemeinderat anzulasten, dass sie die Anfrage der jüdischen Gemeinde wegen eines Grundstücks zum Bau einer Synagoge im Hinterzimmer-Milieu gelassen haben. goodnews4.de berichtete. Auch für die vielen, meist älteren jüdischen Mitbürger, die aus den nicht demokratischen Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind, kein Lernbeispiel für einen transparenten, demokratischen Dialog in einer modernen westlichen Demokratie.

Der Standort der neuen Synagoge wird ein Signal für die Gesinnung unserer Stadt sein. Gemeinsam sind die Stadtverwaltung und die Eigentümer des Grundstücks einer öffentlichen Diskussin bisher aus dem Weg gegangen. Möglichst schnell wollen beide mit dem Bau einer Synagoge in der Weststadt das Thema beenden. Zu hoffen ist dann, dass der Standort nicht zum Mahnmal für die Gesinnung der Baden-Badener Bürger wird.

So kommt die Initiative der Kundgebung am Sonntag ab 11 Uhr auf der Baden-Badener Fieserbrücke folgerichtig. Die Stellungnahme von Walter Rothschild zeigte wie viele Aspekte für eine Planung einer neuen Synagoge und Gemeindeeinrichtungen nicht bedacht wurden. goodnews4.de berichtete. Im goodnews4-O-TON-Interview gab auch Alfred Grosser seine Einschätzung zur Diskussion um die geplante neue Synagoge in Baden-Baden ab. Der große Franzose hat sich nie für eine Seite vereinnahmen lassen und gilt, wie er selbst berichtet, bei vielen Juden als Antisemit, obwohl er 1933 mit seinen jüdischen Eltern aus Deutschland fliehen musste. Unkonventionell richtet er an die Oberbürgermeisterin und die sonstigen Verantwortlichen der Stadt Baden-Baden zwei Fragen und seine eigene Antwort: «Kann die Stadt wirklich nicht helfen? Kann die Stadt nicht beistehen, wenn neu gebaut wird? Ich glaube, heute würde die Stadt beistehen, wenn eine Mosche gebaut würde.»

Alfred Grosser, geboren 1925 in Frankfurt am Main, ist seit 1937 französischer Staatsbürger. Er ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft am Institut d'Etudes Politiques in Paris und Journalist, außerdem Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Träger des großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland, der Wilhelm-Leuschner-Medaille 2004, des Goldenen Coeur de l´Europe 2016, sowie vieler anderer Auszeichnungen und Preise. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und versteht sich dabei als «Mittler zwischen Franzosen und Deutschen, Ungläubigen und Gläubigen, Europäern und Menschen anderer Kulturen».


Abschrift des goodnews4-O-TON-Interviews mit Alfred Grosser:

goodnews4: Hallo, Monsieur Grosser. Seit 1933 leben Sie in der französischen Hauptstadt, sind damals mit ihren jüdischen Eltern ausgewandert und schreiben seit Jahrzehnten als Journalist für französische und auch für deutsche Zeitungen − immer wieder mit einem Blick nach Deutschland. Wie sehen Sie das aktuelle Deutschland durch Ihre Brille aus Paris. Mit sieben Parteien im Bundestag. Wenn es zur großen Koalition kommt, wird die AfD die stärkste Oppositionspartei sein. Beunruhigt Sie das?

Alfred Grosser: Ja, das beunruhigt mich natürlich. Ich war bei der parlamentarischen Sitzung im Bundestag, der Freund Schäuble hat uns gute Plätze gegeben, wir konnten alles sehen und wir sahen die Gruppe AfD, das war sehr beunruhigend.

goodnews4: Die Sorge vor Rassismus und Antisemitismus ist in Deutschland wieder gewachsen. Ressentiments richten sich in diesen Tagen auch gegen türkische oder türkischstämmige Landsleute und insbesondere gegen die Flüchtlinge. Glauben Sie, Angela Merkel hat die Willkommenskultur übertrieben?

Alfred Grosser: Nein, ich glaube nicht. Ich glaube, es gibt hunderttausende Deutsche, die offen sind, die Flüchtlinge aufgenommen haben und so weiter. Man soll nicht nur auf die anderen schauen. Allerdings gibt es in Deutschland − in Frankreich übrigens auch − die verschiedensten Formen des Antisemitismus, der nicht zu verwechseln ist mit Kritik an Israel. Ich gelte zum Beispiel für die jüdischen Organisationen als Antisemit − mit zwei jüdischen Eltern, vier jüdischen Großeltern − weil ich Israel kritisiert habe. Das ist nicht dasselbe. Was stimmt ist, ein neuer Antisemitismus und der alte, der alte ist immer noch da und der neue kommt und wird getrieben von allem, was, sagen wir mal, die arabische Seite ist nicht nur anti-Israel, sie ist wirklich antisemitisch. Das heißt, die Juden sind die Bösen.

goodnews4: Jedes Jahr beteuern deutsche Politiker, dass sich die Geschichte von Rassismus und Antisemitismus in Deutschland nicht wiederholen darf. Auch in Baden-Baden ist das so. Beim Gedenken an Mord und Vertreibung der Juden sind sich auch die Baden-Badener Offiziellen einig.

Alfred Grosser: Das Übertreiben sollte nicht weitergehen, denn man sollte nicht darauf zurückkommen, zu sagen, wir haben zu wenig getan, sie haben genügend getan und sollen weiter tun, aber nicht mit schlechtem Gewissen rumlaufen und sich von Israel boykottieren lassen. Es gibt eine Erpressung von Israel gegenüber der Bundesrepublik, die nicht akzeptabel ist.

goodnews4: In Baden-Baden hat die Oberbürgermeisterin den Juden erklären lassen, dass es für sie kein Grundstück gibt in Baden-Baden, um eine neue Synagoge zu bauen. Das hat bei den Juden sehr viel Traurigkeit ausgelöst.

Alfred Grosser: Ja, das habe ich gesehen.

goodnews4: Ist das ein fehlendes Geschichtsbewusstsein oder muss man dies so hinnehmen?

Alfred Grosser: Nein, das sollte man nicht hinnehmen.

goodnews4: Die Stadt verweist ja darauf, dass die Juden sich selbst auf dem freien Markt ein Grundstück suchen sollen, denn die Stadt kann nicht helfen.

Alfred Grosser: Kann die Stadt wirklich nicht helfen? Kann die Stadt nicht beistehen, wenn neu gebaut wird? Ich glaube, heute würde die Stadt beistehen, wenn eine Mosche gebaut würde.

goodnews4: Eine weitere Absage erhielten jüdische Mitbürger von den Eigentümern des Grundstücks der alten Synagoge, die, wie überall in Deutschland, zerstört wurde. Das Grundstück wird als Parkplatz benutzt. Und wir von goodnews4 haben gerade in diesen Tagen herausgefunden, dass in dem Kaufvertrag, man hat das Grundstück legal verkauft, eine Verpflichtung steht, in der es heißt, dass das Grundstück nicht für profane Zwecke verwendet werden soll. Damals, 1955, als das Grundstück verkauft wurde, konnte ja kein Mensch damit rechnen, dass es wieder jüdisches Leben geben kann in Deutschland. Jetzt braucht man dringend eine Synagoge. Raten Sie dem Eigentümer, mal darüber nachzudenken, ob er das Grundstück nicht doch vielleicht verkaufen soll?

Alfred Grosser: Wenn die Verpflichtung da ist, dass es nicht profan wird, warum wird dieser Verpflichtung nicht nachgegangen?

goodnews4: Die zuständigen Gremien der Juden haben nun ein Grundstück außerhalb der Innenstadt erworben, direkt an einem Autobahnzubringer. Weg vom ehemaligen Standort mitten in der Stadt, wo die prächtige Synagoge bis 1938 gestanden hat. Bisher haben weder Bürger noch der Gemeinderat öffentlich diskutiert über einen angemessenen Synagogenstandort. Glauben Sie, dass die Baden-Badener da Nachholbedarf haben, muss man darüber öffentlich diskutieren?

Alfred Grosser: Ja, denn sie ist ja zerstört worden und da gibt es doch eine gewisse Pflicht, aufzubauen. Die einzige Synagoge meiner Kenntnis nach, die nicht zerstört wurde, ist die in Görlitz, weil da ein hoher SA-Mann seine Wohnung direkt daneben hatte und wenn es gebrannt hätte, hätte es bei ihm auch gebrannt.

goodnews4: Wollen Sie denn der Oberbürgermeisterin nochmal ins Gewissen reden, dass sie vielleicht sich doch nochmal umschaut, ob es in der Baden-Badener Innenstadt vielleicht doch ein Grundstück gibt für den Bau einer neuen Synagoge?

Alfred Grosser: Ja, das würde ich dringend empfehlen, dass sie sich neu überlegt und dass man sagt, es ist zerstört worden, also gibt es ein Recht auf Wiederaufbau. Und Wiederaufbau kann nicht an der Autobahn sein.

goodnews4: Ich bedanke mich sehr herzlich für das Interview, Alfred Grosser, und wünsche alles Gute nach Paris.

Alfred Grosser: Ich wünsche alles Gute nach Baden-Baden, weil ich die Stadt sehr liebe und gut kenne.

Das Interview führte Christian Frietsch für goodnews4.de.

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Комментарий

Кристиана Фритча(Christian Frietsch) к вопросу о синагоге и интервью с Альфредом Гроссером(Alfred Grosser) − «Неужели город не может помочь?»


Баден-Баден, 24.02.2018, отчет: Christian Frietsch Дискуссия о достойном месте расположения новой Синагоги в Баден-Бадене это прежде всего шанс для рассмотрения истории с одной стороны и серьёзный вызов для евреев, вновь живущих в Германии с другой. Недостаточно быть политически корректными когда речь идёт об ужасах Холокоста. Также недостаточно читать вслух книги и слушать свидетельства очевидцев событий.

Только проснувшееся гражданское мужество может снять подозрение в рутине и формальных корректных речах. К счастью, живущие в Германии не нуждаются больше в гражданском мужестве, чтобы выступить против демонов антисемитизма и расизма. Однако, для того, чтобы выразить свои убеждения, даже если они не соответствуют доминирующему мнению, гражданское мужество необходимо и сегодня. Преданность руководству без критики была тем, что помешало нашей стране пойти 80 лет назад по гуманному пути. В вопросе о Синагоге главное то, что каждый гражданин- как еврей, так и нееврей может и даже должен открыто высказать своё мнение. И это действует даже тогда, когда речь идёт о небольшой группе людей ( как утверждает один из членов городского Совета).

Само собой разумеется, еврейские организации в Германии должны подчиняться немецкому праву и немецким законам. И право каждого гражданина требовать соблюдения этих прав должно не только уважаться, но также и поддерживаться. Подобная позиция- это также результат недавней истории Германии. И, само собой разумеется, у еврейских и нееврейских сограждан есть право на проведения демонстраций. Демонстраций, направленных и против решений, которые были приняты большинством. Именно наше общество вынесло из истории болезненный опыт, говорящий о том, что большинство не всегда выбирает правильную дорогу.

Вина городской администрации и городского Совет Баден-Бадена в том, что запрос еврейской общины на земельный участок для строительства Синагоги был оставлен на «задворках» обсуждения. goodnews4.de уже сообщала об этом. Для многих, в основном пожилых еврейских сограждан, приехавших в Германию из недемократических стран бывшего Советского Союза, это плохой пример для знакомства с ведением диалога в современной западной Демократии. Расположение новой синагоги станет сигналом для образа мыслей в нашем городе. Городские власти вместе с владельцами земельного участка до сих пор избегали открытого обсуждения. И те, и другие стремятся как можно быстрее снять тему с повестки дня, ускорив начало строительства в Weststadt. В этом случае остаётся только надеяться на то, что место строительства всё же не станет отражением убеждений жителей Баден-Бадена.

Инициатива проведения митинга в воскресенье на Fieserbrücke в Баден-Бадене является последовательным шагом. Точка зрения Вальтера Ротшильда показала сколько аспектов, важных для строительства новой Синагоги и других объектов Общины, не были учтены. goodnews4.de сообщала об этом. В интервью goodnews4.de-O-TON Альфред Гроссер(Alfred Grosser) также дал свою оценку дискуссии, касающейся новой Синагоги в Баден-Бадене. Знаменитый француз никогда не позволял привлечь себя в какой-либо лагерь и тем самым, как сам признаётся, несмотря на то, что был вынужден в 1933 году вместе со своей семьёй бежать из Германии, прослыл для многих евреев антисемитом. Он условно обращается к обер-бургомистру и другим ответственным лицам города Баден-Баден с двумя вопросами и сам даёт на них ответ: «Неужели город действительно не в состоянии помочь? Неужели он не может поддержать новое строительство? Я думаю, что строительство новой мечети было бы сегодня городом поддержано»,

Альфред Гроссер, родился в 1925 году во Франкфурте-на-Майне,он гражданин Франции с 1937 года. Он является почетным профессором политологии Института политических исследований Парижа и журналистом, а также лауреатом премии мира немецкой биржи книжной торговли, лауреатом Большого креста за заслуги со звездной и орденской лентой Федеративной Республики Германии, медалью Вильгельма Лойшнера 2004 года, лауреатом премии «Золотое сердце Европы 2016» и многих других наград и премий. Он является автором многочисленных публикаций и считает себя «посредником между французами и немцами, неверующими и верующими, европейцами и людьми других культур».


Текст интервью goodnews4.de-O-TON с Альфредом Гроссером:

goodnews4: Приветствую вас, месье Гроссер. С 1933 года Вы живете во французской столице, куда эмигрировали вместе со своими еврейскими родителями и пишите на прояжении десятилетий как журналист для французских и немецких газет – снова и снова с взглядом на Германию. Как вы видите современную Германию через свои очки из Парижа? С семью партиями в Бундестаге. Если дело дойдёт до большой коалиции, АфД станет самой сильной оппозиционной партией. Это Вас беспокоит?

Альфред Гроссер: Да, конечно, это меня беспокоит. Я был на парламентской сессии в Бундестаге, друг Шойбле(Wolfgang Schäuble) дал нам хорошие места, мы могли видеть все, и мы видели фракцию АфД, это было очень тревожно.

goodnews4: В Германии вновь возрастает беспокойство, связанное с усилением проявлений рассизма и антисемитизма. Враждебность сегодня также направлена против турецких или граждан с турецкими корнями и в особенности против беженцев. Верите ли Вы, что Ангела Меркель перестаралась в своём гостеприимстве?

Альфред Гроссер: Нет, я так не думаю. Я думаю, что есть сотни тысяч немцев, которые открыты, которые приняли беженцев, и так далее. Не следует смотреть только на других. Однако в Германии, как впрочем и во Франции, есть самые разнообразные формы антисемитизма, которые нельзя путать с критикой Израиля. Я, например, считаюсь антисемитом для многих еврейскими организаций− с двумя еврейскими родителями, четырьмя еврейскими бабушками и дедушками – только потому, что критиковал Израиль. Это не одно и тоже. В дополнение к старому приходит новый антисемитизм, движимый в основном арабской стороной, и это не только анти-израильские настроения, это реальный антисемитизм. Он означает: евреи- корень зла.

goodnews4: Каждый год немецкие политики заверяют, что история расизма и антисемитизма не имеет права повториться в Германии. Точно также и в Баден-Бадене. В дни памяти убитых и изгнанных евреев официальные лица Бадена-Бадена тоже единодушны.

Альфред Гроссер: Хватит преувеличивать. Не нужно всё время возвращаться к прошедшему и говорить « Мы сделали слишком мало». Вы сделали достаточно и должны продолжать делать также, но при этом не мучиться нечистой совестью и позволять Израилю себя бойкотировать. Шантаж Израиля по отношению к Федеративной Республике неприемлим.

goodnews4: Обербургомистр Баден-Бадена объяснила евреям, что у города нет земельного участка для строительства новой Синагоги. Это очень опечалило евреев.

Альфред Гроссер: Да, я это видел.

goodnews4: Это недостаток исторического сознания или это нужно просто принять?

Альфред Гроссер: Нет, это не нужно принимать.

goodnews4: Город указывает на то, что евреи должны искать себе земельный участок на свободном рынке сами, поскольку он помочь не может.

Альфред Гроссер: Неужели город не может помочь? Разве город не может поддержать новое строительство? Я думаю, что строительство новой мечети было бы сегодня городом поддержано.

goodnews4: Следующий отказ был получен еврейскими гражданами от собственников земельного участка старой синагоги, которая, как и везде в Германии, была уничтожена. Земельный участок используется как автостоянка. И мы из goodnews4 как раз на днях узнали, что в договоре купли-продажи, а участок был продан на законных основаниях, есть обязательство не использовать участок для несоответствующих целей. Тогда, в 1955 году, когда земельный участок был продан, никто не мог предположить, что в Германии снова может возродиться еврейская жизнь. Посоветуете ли Вы владельцу подумать о том, не следует ли ему всё же продать землю?

Альфред Гроссер: Если есть обязательство, что это не для повседневного пользования, почему это обязательство не выполняется?

goodnews4: Ответственные еврейские организации приобрели участок за пределами центра города, непосредственно у подъездной дороги к автостраде. Вдали от прежнего места, в самом центре города, где стояла до 1938 года великолепная синагога. До сих пор, ни граждане, ни городской совет публично не обсуждали какое место соответствовало бы статусу Синагоги. Считаете ли Вы, что это упущение должно быть исправлено и требуется открытая дискуссия?

Альфред Гроссер: Да, потому что Синагога была разрушена, и есть определенная обязанность её снова построить. Единственная Синагога, насколько я знаю, которая не была уничтожена, - это Синагога в Гёрлице. У штурмовика высокого ранга была квартира рядом с ней, и если бы Синагога загорелась, сгорела бы и его квартира.

goodnews4: Хотели бы Вы может быть воззвать к совести обербургомистра чтобы она всё-таки осмотрелась ещё раз и может быть нашла бы подходящий для строительства Синагоги участок в центре Баден-Бадена?

Альфред Гроссер: Да,я безотлагательно рекомендовал бы, чтобы она ещё раз обдумала тот факт, что если Синагога была разрушена, она имеет право быть восстанлвленной. И это должно быть сделано не на скоростной дороге.

goodnews4: Я сердечно благодарю вас за интервью, Альфред Гроссер, и желаю вам всего наилучшего в Париже.

Альфред Гроссер: желаю всего хорошего в Баден-Бадене. Я люблю и хорошо знаю этот город.

Интервью для goodnews4.de провёл Кристиан Фрич.