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10. Pierre Pflimlin-Symposium im Brenners Park-Hotel

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer in Baden-Baden - "Große Koalitionen sind per se nicht schlecht, wenn sie nur den kleinsten gemeinsamen Nenner machen, dann sollte man sie lassen"

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer in Baden-Baden - "Große Koalitionen sind per se nicht schlecht, wenn sie nur den kleinsten gemeinsamen Nenner machen, dann sollte man sie lassen"
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wurde beim 10. Pierre Pflimlin-Symposium im Brenners Park-Hotel mit dem Goldenen Coeur de l'Europe ausgezeichnet.

Baden-Baden, 19.05.2017, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Gerade einen Tag war Annegret Kramp-Karrenbauer als wiedergewählte Ministerpräsidentin im Amt als sie gestern nach Baden-Baden reiste, um im Brenners Park-Hotel während des 10. Pierre Pflimlin-Symposiums die Auszeichnung «Goldenes Coeur de l´Europe» entgegenzunehmen. Während ihrer Rede zum Thema «Plädoyer für Europa 2017» schlug die Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Bogen von der ganz besonderen saarländisch-europäischen geopolitischen Lage zur strategischen und kulturellen Bedeutung der EU für die europäischen Nationen.

goodnews4.de sendet Auszüge der fast einstündigen Rede in einer der nächsten Ausgaben. In einem goodnews4-Interview ging Annegret Kramp-Karrenbauer auf die Entscheidung für eine erneute große Koalition von CDU und SPD im Saarland ein: «Große Koalitionen sind per se nicht schlecht, wenn sie sich dazu durchringen können, auch wirklich große Projekte anzugehen. Wenn sie nur den kleinsten gemeinsamen Nenner machen, dann machen sie wenig Sinn und dann sollte man sie sein lassen.»

Eine leidenschaftliche Rede hielt der ehemalige französische Minister Daniel Hoeffel, der nochmals daran erinnerte, dass das Schicksal der Europäischen Union noch zum Zeitpunkt der Einladung für das 10. Pierre Pflimlin-Symposium an einem seidenen Faden hing. Nach dem Wahlerfolg von Emanuel Macron sehe er mit Optimismus in die Zukunft.

Frank Scherer, Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, plädierte für ein Bekenntnis zur Partizipation der Bürger am politischen Handeln. Er zog eine Bilanz zu den Ergebnissen im Eurodistrikt und führte Projekte auf, die konkrete Verbesserungen für die Bürger, so etwa im öffentlichen Nahverkehr, gebracht haben.

Frank Marrenbach, Brenners-Chef und als CEO verantwortlich für 3.000 Mitarbeiter der Oetker Collection, machte an Zahlen deutlich, welche Auswirkungen der Brexit für viele Mitarbeiter im United Kingdom haben könnte. In dem Londoner Hotel der Oetker Collection betrage der Anteil der britischen Mitarbeiter nur 21 Prozent. Der größte Teil der rund 80 Prozent der Hotel-Angestellten haben einen Pass aus einem der EU-Länder.

In VIDEO-Statements kamen auch Schüler aus Baden-Baden zu Wort. Unter den Teilnehmern des 10. Pierre Pflimlin-Symposiums waren Schüler der Robert-Schuman-Schule, der Klosterschule vom Heiligen Grab und des Pädagogiums Baden-Baden. Rede-Auszüge, Statements und Interviews sendet goodnews4.de in den nächsten Tagen.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Annegret Kramp-Karrenbauer während des 10. Pierre Pflimlin-Symposiums:

Christian Frietsch: Der Ausgang der französischen Wahlen mit Emanuel Macron hatte ja seinen Hintergrund. Die meisten Menschen wollen keinen große Koalition, aber dennoch wählen sie so, dass nichts anderes übrig bleibt. War Ihnen ganz wohl bei der großen Koalition?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Ich habe sie ja auch mit großem Selbstbewusstsein und Überzeugung den Wählerinnen und Wählern wieder zur Wahl gestellt und sehr deutlich in der Landtagswahl auch gesagt, dass wir diese Koalition fortsetzen wollen, weil wir in den vergangen Jahren gerade auch mit Blick auf die existentielle Situation im Saarland sehr gut zusammengearbeitet haben. Große Koalitionen sind per se nicht schlecht, wenn sie sich dazu durchringen können auch wirklich große Projekte anzugehen. Wenn sie nur den kleinsten gemeinsamen Nenner machen, dann machen sie wenig Sinn und dann sollte man sie seinlassen.

Christian Frietsch: Was wäre denn der zweitliebste Ausgang der Bundestagswahl? Der erstliebste Ausgang wäre die absolute Mehrheit für die CDU.

Annegret Kramp-Karrenbauer: Der zweitliebste Ausgang wäre eine Regierung, die auf jeden Fall nicht gegen die CDU gebildet wird, sondern mit einem Koalitionspartner, mit dem die Schnittmengen so groß sind, dass die Zukunftsaufgaben, die vor uns liegen − und das sind nicht wenige − wirklich auch engagiert angegangen werden und sich die Koalition − ich war ja auch bei den letzten Koalitionsverhandlungen in Berlin mit dabei − vielleicht etwas weniger wie eine Zwangsverheiratung anfühlen, zumindest für einen der Partner. Also ein bisschen mehr Esprit und Herzblut in die Koalition mit hineinbringen, wer immer das mitbringet, mit dem sollte man dann auch koalieren.

Christian Frietsch: Die sybillinische Formulierung der Beziehung von Angela Merkel zu Ihnen, wie äußert sie sich denn? Wie oft ruft Angela Merkel in Saarbrücken an? Öfter seit Sie die Wahl gewonnen und das Blatt ja gewissermaßen gewendet haben?

Annegret Kramp-Karrenbauer: Also proaktiv anrufen macht sie nur, wenn sie mir etwas eher Kritisches mitzuteilen hat. Ansonsten stehen wir aber auch in Kontakt und ich kann mich eigentlich ihrer Schilderung nur anschließen∗, wir haben ein gutes und ein vernünftiges Verhältnis, wir teilen viele Ziele und für die kämpfen wir auch gemeinsam.

∗Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ihr Verhältnis zu Annegret Kramp-Karrenbauer so beschrieben: «Im Grundsatz recht gut befreundet.»


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