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Widerstand gegen Windkraftstandort Wettersberg

Schwere Geschütze gegen Windkraft bei Bühlerhöhe - "150 Arbeitsplätze gefährdet" - "Windkraftfreies Grobbachtal“ und Grundig-Klinik-Chef Spaetgens befürchten "verheerende Auswirkungen"

Schwere Geschütze gegen Windkraft bei Bühlerhöhe - "150 Arbeitsplätze gefährdet" - "Windkraftfreies Grobbachtal“ und Grundig-Klinik-Chef Spaetgens befürchten "verheerende Auswirkungen"
Wettersberg aus Blickrichtung Geroldsauer Mühle. Fotomontage: Bürgerinitiative „Windkraftfreies Grobbachtal“

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Karl Maier

Baden-Baden, 21.03.2017, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Eine heftige Breitseite gegen Auswirkungen der Energiepolitik der grün-schwarzen Landesregierung kommt aus Baden-Baden. In einer gemeinsamen Erklärung der Bürgerinitiative «Windkraftfreies Grobbachtal» und Andreas Spaetgens, Chef der Max Grundig Klink, wird im Zusammenhang mit möglichen Windkraftanlagen von einer «verheerenden Entscheidung» gesprochen.

«Mit dem Bau von Windkraftanlagen am Wettersberg wird die einzigartige Lage der Max Grundig Klinik in unberührter Natur für ein wirtschaftlich sinnloses Projekt zerstört. Ein wichtiger Wettbewerbsvorteil wird für immer verloren sein», zeichnet die Bürgerinitiative ein düsteres Bild für den näheren Einzugsbereich von Baden-Baden. Nach Schätzung des Klinik-Geschäftsführers wären gar 150 Arbeitsplätze in der Klinik und bei Zulieferern gefährdet.

Im goodnews4-O-TON-Interview sieht Karl Maier, Sprecher der Bürgerinitiative «Windkraftfreies Grobbachtal», aber mehr als einen Silberstreif am Horizont: «Also im Moment sieht es in der Tat, glaube ich, ganz gut aus. Man darf sich da allerdings nicht in Sicherheit wiegen.» Zumindest von Seiten des Gemeinderates in Baden-Baden kommt eine Meinungsbildung, die sich eher gegen die geplanten Windradprojekte gedreht hat.

«Ich mache auch keinen Hehl daraus, wir sind natürlich auch Gegner der Windkraftanlagen am Hummelsberg. Das wäre für Baden-Baden auch gerade im Hinblick auf die Bewerbung zur Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der UNESCO verheerend», sieht Karl Maier auch einen Verbündeten bei den Befürwortern und Initiatoren des Projektes Welterbe.

Karl Maier jedenfalls zeigt sich zu allem entschlossen, was in Zeiten, wo die Bundestagswahl vor der Tür steht, auch den Grünen und der CDU im Land nicht behagen kann. «Finger weg von Wettersberg und Hummelsberg, der zweiten Konzentrationszone auf Baden-Badener Gemarkung!», zeigt der Anführer der Bürgerinitiative schön mal die Zähne.


Abschrift des goodnews4-O-TON-Interviews mit Karl Maier:

goodnews4: Das Für und Wider von Windkraft in und um Baden-Baden ist reichlich diskutiert. Welche Positionen gibt es denn zum Standort Wettersberg, um den es heute in einem Pressegespräch Ihrer Bürgerinitiative «Windkraftfreies Grobbachtal» ging?

Karl Maier: Unsere Position ist klar. Wir lehnen den Standort aus sehr unterschiedlichen Gründen ab, die wir heute in der Pressekonferenz auch noch mal dargelegt haben. Zum einen ist es so, dass der Wettersberg viel zu nah ist an Wohnbebauungen. Das heißt, die ersten Wohnbebauungen mit den Grobachhöfen und Teilen Bühlertals sind in 600 Meter Entfernung, Malschbach 1.200 Meter, Geroldsau, das gesamte Grobachtal 1.800 Meter. Es ist in der Tat so, dass unter 2.000 Meter Entfernung große gesundheitliche Schäden durch Lärm, durch Infraschall zu erwarten sind und das ist nicht etwas, was jetzt irgendwo theoretisch ist, sondern wir haben dieses Beispiel aus dem Bürgerwindpark «Südliche Ortenau» in Regelsbach, Schuttertal. Dort sind die Leute so weit, dass sie ihre Anwesen veräußern möchten, wegziehen möchten aufgrund der Lärmbelästigungen, die sie krank machen.

goodnews4: Ihr Pressegespräch fand heute in der Max Grundig Klinik statt und das nicht ohne Grund. Was sind die Befürchtungen der berühmten Klinik auf der Bühlerhöhe?

Karl Maier: Das sind die gleichen, die wir auch haben. Dort spielen natürlich neben der Gesundheit der Patienten auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Das heißt, wenn hier in unmittelbarer Nähe dieser wirklich einzigartigen Einrichtung Windräder, ein industrieller Windpark, gebaut werden würden, dann wäre das natürlich ein riesiger Standortnachteil. Das hieße Patientenschwund und unter Umständen auch die Schließung der Klinik.

goodnews4: Wie ist denn der formale Stand der Dinge in Sachen Windkraft in und um Baden-Baden? Der Baden-Badener Gemeinderat scheint ja wohl mehrheitlich eher dagegen zu sein.

Karl Maier: Also im Moment sieht es in der Tat, glaube ich, ganz gut aus. Man darf sich da allerdings nicht in Sicherheit wiegen. Denn im letzten Sommer, und das konnten wir, glaube ich, auch durch unsere Bürgerinitiative ein Stück weit mit verhindern, ging es darum, die Aufhebung der Landschaftsschutzgebiete und im Anschluss daran die Verabschiedung des Teilflächennutzungsplans voranzutreiben und das steht natürlich nach wie vor im Raum. Wir wissen, dass der Landkreis Rastatt für das Gebiet am Hummelsberg, die zweite Konzentrationszone, schon die nächsten Schritte eingeleitet hat. Das wollen wir natürlich unbedingt hier am Wettersberg verhindern. Ich mache auch keinen Hehl daraus, wir sind natürlich auch Gegner der Windkraftanlagen am Hummelsberg. Das wäre für Baden-Baden auch gerade im Hinblick auf die Bewerbung zur Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der UNESCO verheerend.

goodnews4: Was sind Ihre Forderungen und Empfehlungen an die Politik?

Karl Maier: Niemals das Landschaftsschutzgebiet aufzuheben. Das wäre, glaube ich, schon einmal das Allerwichtigste. Zweitens, den Teilflächennutzungsplan für Windenergieanlagen auf dem Wettersberg einfach zu verweigern, denn wo tatsächlich einem Teilflächennutzungsplan zugestimmt wird, hat ein potentieller Investor das Recht, dort Windkraftanlagen zu errichten. Also es reicht nicht aus, zu sagen, wir wollen eine unkoordinierte Verspargelung der Landschaft verhindern, wir weisen eine Fläche aus, in diesem Fall eine, die eben der Kommune Baden-Baden und in Teilen der Stadt Bühl gehört, und wir sind Eigentümer und geben unser Grundstück dann einfach nicht her und verhindern die Windkraftanlage auf diesem Weg. Das funktioniert nicht. Wir haben uns dazu rechtliche Expertisen eingeholt, die ganz klar deutlich machen: Wenn der Nutzungsplan Windenergieanlagen vorsieht, dann besteht ein Recht auf Bau und es gibt im Übrigen dann auch keine Möglichkeit, irgendwie einschränkend zu wirken und zu sagen, gut, wir erlauben nur eine begrenzte Anzahl mit einer begrenzten Höhe der Anlagen. Das wird nicht funktionieren. In dem Moment, in dem ausgewiesen wird, besteht ein Recht zu bauen und zwar in der Höhe, die der Investor dann für sinnvoll erachtet.

goodnews4: Das widerspricht dann der Position, die die Stadt Baden-Baden immer wieder dargelegt hat, dass der Gemeinderat das letzte Wort hat, wenn es um die Bewilligung eines Baus einer solchen Anlage geht?

Karl Maier: In dem Fall, in der Tat, wäre das so. Der Stadtrat hat allerdings das Recht, natürlich die Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes zu verweigern. Alles andere wäre ein Spiel mit dem Feuer.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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