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Beschlussvorlage für Ortschaftsrat und Gemeinderat

Umbenennung der Julius-Redel-Straße soll beschlossen werden - Zur Wahl stehen auch: „Alexander von Humboldt-Straße“, „Berta-Benz-Straße“, „Marie-Curie-Straße“

Umbenennung der Julius-Redel-Straße soll beschlossen werden - Zur Wahl stehen auch: „Alexander von Humboldt-Straße“, „Berta-Benz-Straße“, „Marie-Curie-Straße“
Ortschaftrats Haueneberstein und Gemeinderat sollen die Voraussetzungen für die Umbenennung der Julius-Redel-Straße geschaffen werden. Foto: goodnews4-Archiv

Baden-Baden, 06.06.15, Bericht: Christian Frietsch Die nach dem Arzneimittelfabrikanten Julius Redel benannte Straße in Haueneberstein wird diesen Namen wohl nicht mehr lange tragen. In den nächsten Sitzungen des Ortschaftrats in Haueneberstein und des Gemeinderats sollen die Voraussetzungen für die Umbenennung der Straße geschaffen werden.

In einem «zusammengefassten Sachverhalt» erinnert das Baden-Badener Rathaus in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat an die Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate. Aus dem Gutachten des Generallandesarchivs Karlsruhe vom 29.04.2015 geht hervor, dass Julius Redel seit 1932 Mitglied der NSDAP war. In den Jahren 1938 und 1939 gehörte er als Mitglied der SS zeitweise zur Wachmannschaft in den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg. Aufgrund dieser Biografie soll die Julius-Redel-Straße umbenannt werden. Der Namensvorschlag erfolgt nach der Beschlussfassung des Ortschafsrats Haueneberstein.

Zur Begründung heißt es in der Vorlage für die Stadträte: «Der Beschluss, in Haueneberstein eine Straße nach dem Arzneimittel-Fabrikaten Julius Redel zu benennen stammt aus dem Jahr 1987. Es wurden damit seine unternehmerischen Tätigkeiten und seine Verdienste um Haueneberstein gewürdigt. Das Schreiben eines ortsansässigen Historikers an Oberbürgermeisterin Margret Mergen mit der Bitte um Umbenennung der Julius-Redel-Straße in Haueneberstein wegen politischer Belastung des Namensgebers in der NS-Zeit, war Anlass für eine Prüfung der Verstrickung Julius Redels in das NS-Regime.

Ein entsprechender Prüfauftrag wurde an das Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe erteilt (in der Anlage beigefügt). Aus dem Gutachten vom 29. April ergeben sich folgende Punkte: Julius Redel fühlte sich seit 1930 der NS-Ideologie verbunden und trat bereits 1932, d.h. lange vor der Machergreifung Hitlers, der NSDAP bei. Er war Mitglied der SS, zuletzt im Rang eines Scharführers. Als SS-Angehöriger gehörte Redel 1938/39 zum Wachpersonal der Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg und war somit an der Bewachung politisch verfolgter Menschen beteiligt.

Eine aktive Beteiligung Redels an der ‘Arisierung’ jüdischen Vermögens bzw. zumindest sein Wunsch, sich an geraubtem Vermögen zu bereichern, ist belegt. Als Redels Firma 1941 von einem Produktionsverbot bedroht war, weil sie als kriegswirtschaftlich unwichtig eingestuft wurde, bemühte sich Julius Redel seinen Betrieb als nationalsozialistischen Musterbetrieb und sich selbst als überzeugten und opferbereiten Nationalsozialisten darzustellen.

Aufgrund der beschriebenen Biographie von Julius Redel wird vorgeschlagen, die bisherige Julius-Redel-Straße umzubenennen.

Vom Fachgebiet Vermessung wurden als möglicher neuer Straßenname
«Rudolf-Diesel-Straße» (Erfinder des Dieselmotors)
«Berta-Benz-Straße» (deutsche Pionierin des Automobils), «Nicolaus-Otto-Straße» (Erfinder des Ottomotors),

«Alexander von Humboldt-Straße» (deutscher Naturforscher und Forschungsreisender)
vorgeschlagen.

Weitere Vorschläge aus den Reihen des Ortschaftsrats Haueneberstein lauten:
«Landseestraße» (am westlichen Ende der Straße war früher der Landsee),
«Philipp-Reis-Straße» (deutscher Physiker und Erfinder, Wegbereiter des Telefons),
«Melitta-Bentz-Straße» (Erfinderin des Kaffeefilters),
«Marie-Curie-Straße» (Polnisch-französische Physikerin und Chemikerin, zweifache Nobelpreisträgerin),
«Käthe-Paulus-Straße» (Erfinderin des zusammenlegbaren Fallschirms).

PDF Prüfbericht Landesarchiv Baden-Württemberg


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