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Neugestaltung Augustaplatz

Zweifel an Augustaplatz-Bebauung - Verein Stadtbild fragt die Stadtverwaltung: "Wurde in 2020 nicht der Erhalt von Grünflächen gefordert? - Warum wird dann bebaut?"

Zweifel an Augustaplatz-Bebauung - Verein Stadtbild fragt die Stadtverwaltung: "Wurde in 2020 nicht der Erhalt von Grünflächen gefordert? - Warum wird dann bebaut?"

Bericht: Christian Frietsch

Baden-Baden, 16.09.13, 00:00 Uhr Seitens des Vereins Stadtbild regen sich Zweifel am Sinn der Bebauung des Baden-Badener Augustaplatzes. Aus dem sogenannten Platzhaus soll ein Bauwerk werden, das offenbar größer wird als das Palais Gagarin, in dem das Standesamt und das Restaurant Rizzi untergebracht sind. Das Palais Gagarin würde bei der Umsetzung des nun vorliegenden Planungsentwurfs seinen Solitär-Charakter verlieren und in den Hintergrund treten. Die bauhistorische Begründung für die Bebauung des Augustaplatzes ist wohl mehr Mittel zum Zweck für andere Interessen, so die Mutmaßungen. So fragt Michaela Markert in einem heute bekannt gewordenen Schreiben an Kurt Armbruster, Leiter des Fachgebiets Stadtplanung: «Was waren die Wettbewerbsvorgaben?»

Bild Perspektive Nord-Süd Das Briefing für die am Wettbewerb teilnehmenden Planungsbüros scheint sich nicht mit den ursprünglichen Zielen für die Gestaltung des Augustaplatzes zu decken: «Wurde in 2020 nicht der Erhalt von innerstädtischen Grünflächen gefordert? Falls ja, warum wird dann bebaut? War es nicht beabsichtigt, den Übergang von der Stadt zur Allee zu erweitern? Und falls ja, weshalb wird dann ein Neubau geplant, der den Zugang verengt?», fragt die Vertreterin des Vereins zum Schutz des Stadtbildes Baden-Baden e.V. nach den Hintergründen für den neuen überraschenden Planungsentwurf zur Bebauung des Augustaplatzes. Bild Perspektive West-Ost Auch die fehlende Kommunikation der Stadtverwaltung mit den Bürgern spielt in dem Schreiben des Stadtbildes eine Rolle, denn eine Reihe von Fragen bleibt bisher offen: «Wie setzt sich die Jury zusammen? Inwiefern wird der Denkmalschutz der Umgebung berücksichtigt?» So ist es nicht verwunderlich, dass nun erste Verschwörungstheorien ins Kraut schießen. Das unserer Stadt gehörende Schloss Solms soll geräumt werden und an Investoren verkauft werden. Ins Beutemuster internationaler Käufer würde das passen. Die von Brigitte Goertz-Meissner geführte Kur und Tourismus GmbH und die Baden-Badener Event GmbH würden dann ihren neuen Platz im «Platzhaus» am Augustaplatz finden. Ein gastronomischer Betrieb könnte mit einer Pacht bei der Finanzierung des Ganzen helfen. Bild Lageplan Augustaplatz Auf eine Antwort der Stadtverwaltung auf die Fragen von Michaela Markert darf man gespannt sein. Die Frage von Michaela Markert nach der Zusammensetzung des Preisgerichts kann goodnews4 schon mal beantworten:
1. Wolfgang Gerstner, Oberbürgermeister, Stadt Baden-Baden
2. Werner Hirth, Erster Bürgermeister, Stadt Baden-Baden
3. Christian Mussler, Gemeinderat, CDU, Baden-Baden
4. Dr. Hans-Peter Ehinger, Gemeinderat FW, Baden-Baden
5. Werner Henn, Gemeinderat SPD, Baden-Baden
6. Ursula Opitz, Gemeinderätin B90/Die Grünen, Baden-Baden
7. Bernd Weigel, Gemeinderat FDP, Baden-Baden
8. Prof. Dipl.-Ing. Sigurd Henne, Landschaftsarchitekt, Bruchsal
9. Prof. Gunter Kölz, Verkehrsplaner, Ludwigsburg
10. Gerhard A. Lehmann, Architekt, Offenburg
11. Axel Lohrer, Landschaftsarchitekt, München
12. Prof. Thomas Will, Architekt und Denkmalpfleger, Dresden
13. Prof. Pascale Richter, Architektin, F-Straßbourg
14. Dr. Eckart Rosenberger, Architekt/Stadtplaner, Fellbach
15. Prof. Dr.-Ing. Annette Rudolph-Cleff, Architektin/Stadtplanerin, Mannheim

PDF Protokoll Preisgerichtssitzung Wettbewerb Augustaplatz