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Musikpädagogische Arbeit in den Schulen unterstützen

Kooperationsangebote der Philharmonie Baden-Baden - Schüler dirigieren Profi-Orchester

Kooperationsangebote der Philharmonie Baden-Baden - Schüler dirigieren Profi-Orchester
Foto: Privat

Baden-Baden, 15.03.2016, Bericht: Redaktion In einem Bericht schildert Achim Fessler, Studiendirektor Fachberater Musik des Regierungspräsidiums Karlsruhe, ein Projekt der Philharmonie Baden-Baden mit drei Kooperationsangeboten für Schüler in Baden-Baden.

Der Bericht im Wortlaut:

«Wir wollen den Schülern etwas Besonderes anbieten. Was genau könnte die musikpädagogische Arbeit in den Schulen unterstützen?» Arndt Joosten, Orchestermanager der Philharmonie Baden-Baden und Dirigentin Judith Kubitz machten Achim Fessler, Fachberater Musik des Regierungspräsidiums Karlsruhe und Studiendirektor am Gymnasium Hohenbaden ein fantastisches Angebot und baten um Rat. «Wenn man als Vorgabe ein Orchester auf hohem musikalischen Niveau, wie wir es mit der Philharmonie vorfinden, zur Verfügung hat und uns die Verantwortlichen mit einer solchen Aufgeschlossenheit und Innovationsfreude entgegentreten, entstehen schnell außergewöhnlich gute Projekte», so der für den Sprengel Baden-Baden zuständige Musikpädagoge, der sofort die inhaltliche und logistische Unterstützung seitens des Regierungspräsidiums Karlsruhe für diese besondere Chance zusagte.

Gleich drei verschiedene Projekte wurden aus der Taufe gehoben: Für jüngere Schüler erarbeitete das Orchester u. a. Edward Griegs «Peer Gynt-Suite» und ließ die Kinder während der Probe direkt auf der Bühne neben den Musikern Platz nehmen. «Mir wurde in der Pause auch das Instrument vorgestellt und ich durfte es sogar ausprobieren», zeigten sich die Sechstklässler des Richard-Wagner-Gymnasiums, die mit ihrer Musiklehrerin, Barbara Krätschmer-Hochstuhl, zur Probe kamen, begeistert.

Das zweite Projekt bezeichnet Fessler als «schulmusikalische Premiere»: Das Schulorchester des Gymnasiums Hohenbaden, das sich aus Schülern von Klasse 5 bis zur K2 zusammensetzt, probte Auszüge aus seinem Sommerkonzert-Programm zusammen mit der Philharmonie Baden-Baden. Erneut saßen am Pult Schüler neben Profis und musizierten dieses Mal gemeinsam Bizets Carmen-Suite und einen Slawischen Tanz von Dvorak. Die anfängliche Nervosität der jungen Leute legte sich schnell, es gelang sogar, bei den raschen Tempi die Übersicht zu bewahren. «Man wird einfach von der Musik und den Musikern mitgerissen und wenn man mal stolpert, findet man im nächsten Takt sofort wieder in die Noten», freute sich Julika. Dankbar nehmen die Schüler Tipps von den erfahrenen Musikern entgegen.

Doch damit nicht genug: Gleich fünf Musikmentorinnen, die erste dirigiertechnische Ausbildungsschritte u. a. bei Musiklehrer Fessler vollzogen haben, übernahmen nun die Leitung. Getreu dem Motto des Altmeisters Hans von Bülow: Der Dirigent «muss die Noten im Kopf und nicht den Kopf in den Noten haben», dirigierten die fünf Schülerinnen ihre jeweiligen Stücke auswendig und konnten sich so ganz auf ihre Bewegungsabläufe und dem daraus resultierenden Klang im Orchester konzentrieren. Dirigentin Judith Kubitz, die für die Schüler schon auf sehr motivierende Weise die Probe gestaltet hat, gab den Nachwuchs-Kolleginnen wertvolle Tipps mit auf den Weg und war beeindruckt: «Was die Mädchen in diesem Alter schon alles können, welchen Mut sie haben, sich vor ein so großes Orchester zu stellen und mit welcher Ernsthaftigkeit sie sich mit der Musik beschäftigt haben, das ringt mir viel Respekt ab!» Und was meinten die Schüler-Dirigentinnen? «Ein so großes Ensemble zu dirigieren, ist wie ein Eintauchen in ein riesiges Klangbad. Das habe ich sehr genossen!»

In der kommenden Woche folgt das dritte Projekt der Schul-Kooperationen: Der Filmmusikkomponist Fabian Joosten kommt mit Kursstufen-Schülern der Fächer Musik und Bildende Kunst innerhalb eines Seminars ins Gespräch und berichtet von seiner Vertonung eines französischen Zeichentrickfilms und den einzelnen Prozessen, die ein Komponist bis zur Fertigstellung einer Filmmusik durchläuft. Die Philharmonie wird anschließend genau dieses Stück − synchron zum projizierten Film − proben, sodass die SchülerInnen Einblicke in den ganzen Entstehungsprozess − vom ersten komponierten Ton bis zur Aufführung − gewinnen können.

«Herr Joosten, Frau Kubitz und die MusikerInnen der Philharmonie setzen mit diesen Kooperationen neue Maßstäbe für musikpädagogische Education-Programme und erweisen sich auf sehr kreative Weise als ,Türöffner‘ für die Musik und für die SchülerInnen», lobt Fachberater Fessler diese Zusammenarbeit. Die Freude der SchülerInnen strahlte auch auf die Musiker zurück und man ist sich jetzt schon einig, aus den vielen positiven Erfahrungen dieser ersten Pilotprojekt-Phase weitere Ideen und Projekte entstehen zu lassen. Es wachsen auch Verbindungen über die Einzelprojekte hinaus: Ein Schüler erzählte im Nachklang, dass seine Eltern jetzt öfter mit ihm zu den Philharmonie-Konzerten gehen wollen. Schließlich sei er dort ja nun bekannt!


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