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Aus dem Rathaus Rastatt

Maler Klaus Jürgen Fischer ist gestorben - Gründungsmitglied der Malergruppe SYN in Baden-Baden

Maler Klaus Jürgen Fischer ist gestorben - Gründungsmitglied der Malergruppe SYN in Baden-Baden
Klaus Jürgen-Fischer. Foto: Rainer Lind

Rastatt, 07.12.2017, Bericht: Rathaus Am vergangenen Sonntag, 3. Dezember 2017, starb der international bekannte Maler Klaus Jürgen-Fischer 87-jährig in Rastatt.

Im Einvernehmen mit seiner Familie gibt die Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt, wo der Künstler 2005 seine letzte große Retrospektive mit ausgewählten Werken aus den zurückliegenden 50 Jahren zeigte, die traurige Nachricht bekannt.

Der 1940 in Krefeld/Hüls geborene und in Freiburg aufgewachsene Maler studierte zunächst an der Düsseldorfer Kunstakademie und danach an der Akademie in Stuttgart bei Willi Baumeister. Nach einer Gastdozentur an der Staatlichen Kunstakademie der Bildenden Künste Karlsruhe war er von 1983 bis 1995 Professor für Malerei an der Johann-Gutenberg-Universität in Mainz. Zwischen 1957 und 1984 war er zudem Herausgeber und Mitautor der Zeitschrift «Das Kunstwerk», die im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet war und vornehmlich die zeitgenössische Kunst mit kritischem Blick rezensierte.

Weithin bekannt wurde Klaus Jürgen-Fischer vor allem aber als Gründungsmitglied der Malergruppe SYN, die sich 1965 in Baden-Baden zusammenfand und 1967 ein vielbeachtetes Zwölf-Punkte-Manifest proklamierte. Auch nach dem Auseinandergehen der Gruppe blieb er den darin gefassten Grundsätzen treu, indem er sie beständig veränderte und weiterentwickelte. Dabei verfuhr er bewusst «unzeitgemäß» und jenseits von aktuellen Trends der Kunstszene. Sein Credo lautete: «Die Kunst braucht heute den Versuch einer neuen Komplexität, das heißt: eine Gestaltung, welche die auseinanderstrebenden Möglichkeiten des Bildlichen aus der isolierten Anwendung befreit und integral zusammenfasst.»

Besondere Verdienste erwarb sich der Künstler im deutsch-französischen Kunst- und Kulturaustausch. So veranstaltete er lange Zeit regelmäßig Ausstellungen mit deutschen und französischen Künstlerinnen und Künstlern in seinem Schloss Vaudrémont in der Champagne, wo er zuletzt lebte und arbeitete. 1996 hatte er die Präsidentschaft des damit verbundenen Forum d’Art Franco-Allemand inne. Darüber hinaus blieb er dem deutschen Südwesten zeitlebens verbunden.


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