Anzeige

Alte Arzneimittel in die Restmülltonne

Umweltministerium schreibt Stadtrat Günter Seifermann - Flyer zur Arzneimittelentsorgung „zweckgerichtet und ausreichend“

Umweltministerium schreibt Stadtrat Günter Seifermann - Flyer zur Arzneimittelentsorgung „zweckgerichtet und ausreichend“
Foto: goodnews4-Archiv

Baden-Baden, 07.12.2017, Bericht: Redaktion In einer Anfrage beim Landes-Umweltministerium machte sich Stadtrat Günter Seifermann, Grüne über die richtige Entsorgung von Arzneimittel kundig.

In dem auf seiner Homepage eingestellten aktuellen Flyer «Gewässer schützen − Alte Arzneimittel richtig entsorgen» habe das Ministerium empfohlen, alte Arzneimittel in die Restmülltonne zu geben. Dieser Hinweise erscheine dem Ministerium «zweckgerichtet und ausreichend, auch wenn es ganz wenige Ausnahmen davon» gebe. In dem Schreiben an den grünen Stadtrat erläutert der zuständige Mitarbeiter des Umweltministeriums die Ausnahmen.

Schreiben des Umweltministeriums an Stadtrat Günter Seifermann im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Stadtrat Seifermann,

Sie haben um eine Einschätzung zur Entsorgungsempfehlung für Altmedikamente der Stadt Baden-Baden gebeten, die in ihrer Abfall-Sortieranleitung für den Stadtkreis Baden-Baden die Abgabe bei der Sondermüllsammlung empfiehlt. In dem auf unserer Homepage eingestellten aktuellen Flyer «Gewässer schützen − Alte Arzneimittel richtig entsorgen» empfehlen wir, alte Arzneimittel in die Restmülltonne zu geben.

Dieser Hinweise erscheint uns zweckgerichtet und ausreichend, auch wenn es ganz wenige Ausnahmen davon gibt. Diese Sonderfälle in einem derartigen Flyer sachgerecht darzulegen erschien im Rahmen dieses Flyers nicht möglich und letztlich auch nicht zwingend. Diese Ausnahmen betreffen zytotoxische und zytostatische Arzneimittel, die im Abfallverzeichnis der Abfallverzeichnisverordnung einem als gefährlich eingestuften Abfallschlüssel zugeordnet (18 01 08*) werden und gesondert zu entsorgen sind. Derartige Arzneimittel werden nach unseren Kenntnissen nur sehr eingeschränkt von den Apotheken abgegeben, wobei im Regelfall auch immer eine Beratung zum Umgang mit den Resten erfolgt. Behandlungen mit den in Rede stehenden Zytostatika erfolgen häufig in stationären Einrichtungen.

Insoweit stellt sich die Stadt Baden-Baden auf die «sichere» Seite bei der Entsorgung von Alt-Arzneimitteln, wenn sie die Rückgabe bei der Problemstoffsammelstelle (Sondermüllsammlung) propagiert. Letztlich obliegt es der Stadt Baden-Baden, in ihrer Satzung zu regeln, welche Abfälle getrennt zu überlassen sind sowie in welcher Art und Weise, an welchem Ort und zu welcher Zeit ihr die Abfälle zu überlassen sind.

Im Schreiben der Oberbürgermeisterin vom 6. November 2017 hat diese ja bereits zugesagt, dass die Mitarbeiter der Abfallberatung die Bürger künftig auf die Möglichkeit der Arzneimittelentsorgung über die Restmülltonne hinweisen werden – was im Übrigen auch die Apotheken machen, soweit sie Alt-Arzneimittel nicht als Serviceleistung von ihren Kunden zurücknehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Nagel
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Referat 25
Kommunale Kreislaufwirtschaft, Abfalltechnik


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.