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Halbjahresbilanz der Baden-Baden Kur und Tourismus GmbH

Tourismus in Baden-Baden übertrifft alle Rekorde - Nora Waggershauser: "Übernachtungssteigerung von 4,8 Prozent im ersten Halbjahr" - Abwärtstrend russischer Gäste gestoppt

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Nora Waggershauser

Baden-Baden, 29.07.2017, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Die Zahlen, die Nora Waggershauser gestern vorlegen konnte, fegten alle Sorgen hinweg, die bei der fragilen Weltlage gestellt worden waren. Möglicherweise konnte Baden-Baden touristisch durch sein Image einer heilen und friedlichen Stadt sogar profitieren von transatlantischen Verstimmungen und Terrorgefahren. Mit einer Steigerung von fast fünf Prozent im ersten Halbjahr dürften sich die Übernachtungen in 2017 deutlich im siebenstelligen Bereich stabilisieren und haben eine bisher nie erreichte Höhe erklommen.

«Das ist wirklich sehr ordentlich. Letztes Jahr hatten wir eine Steigerung von 1,1 Prozent im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr», kommentierte die Tourismus-Chefin im goodnews4-VIDEO-Interview die gute Bilanz. «Was uns besonders freut ist, dass die Steigerung sowohl durch Gäste aus dem eigenen Land kommt, also von Deutschen Touristen, als auch von unserem internationalen Publikum», ging Nora Waggershauser auch schon auf eine erste Auswertung der Zahlen ein.

Zu den Zahlen der für das wirtschaftliche Wohl der Stadt umstrittenen Tagesgäste konnte die Geschäftsführerin der Kur und Tourismus GmbH keine präzisen Angaben machen: «Erfahrungsgemäß sagt man, dass jeder Übernachtungsgast sieben bis zehn Tagesgäste mitbringt.» Neben einer Reihe unterschiedlicher Effekte konnte der Abwärtstrend von russischen Gästen gestoppt werden. Im ersten Halbjahr legten die Gästezahlen aus der Russischen Föderation um 9,4 Prozent zu. Auch die US-Amerikaner ließen sich von den staatsräsonalen Widrigkeiten nicht verstimmen und legten mit über 20 Prozent an Übernachtungen zu und die zuverlässigen Franzosen zeigten ihre Zuneigung zur französischsten deutschen Stadt mit einem Plus von 17 Prozent an Übernachtungen im Halbjahresvergleich. Und die indischen Interessenten zeigten ein Plus von fast 30 Prozent, bei einer allerdings relativ niedrigen absoluten Zahl. Einzig die arabischen Gäste brachten ein Minus, dies fiel mit von 29 Prozent deutlich aus.

Die größeren Hotel-Kapazitäten mit dem neu renovierten Radisson Blu Badischer Hof und dem Roomers konnten so locker mit Übernachtungsgästen bedient werden. Die Kapazitätsauslastung in Baden-Baden sei um zwei Prozent gestiegen und das Rebland hat auch keinen Grund zu meckern, denn im eher etwas dörflichen Teil Baden-Badens legten die Übernachtungszahlen um 7,4 Prozent noch deutlicher zu als in Baden-Baden insgesamt.

Bei alledem zeigt die Statistik, dass beim größten Teil der 462.000 Übernachtungen Gäste aus Deutschland in den Betten der Baden-Badener Hotels lagen, nämlich 314.000. Insgesamt bei einer Conversion-Rate von Ankünften zur Zahl der Übernachtungen eine Quote von 1:2,6. Nur bei diesem Wert sind die internationalen Gäste deutlich besser. Und der Vergleich von Baden-Baden zum Tourismus in Baden-Württemberg hat auch ein deutliches Ergebnis. Der Steigerung von 4,8 Prozent in Baden-Baden steht im Vergleichszeitraum ein bescheidenes Plus von 0,7 Prozent im Land gegenüber.

PDF Halbjahresbilanz Baden-Baden Kur und Tourismus GmbH


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Nora Waggershauser:

goodnews4: Was sind denn die nüchternen Zahlen bei Übernachtungs- und Tagesgästen, die im ersten Halbjahr 2017 nach Baden-Baden gekommen sind?

Nora Waggershauser: Wir können heute wirklich ganz gute Ergebnisse verkünden und freuen uns sehr, dass das erste Halbjahr touristisch sehr positiv gelaufen ist. Wir haben insgesamt eine Übernachtungssteigerung von 4,9 Prozent ersten Halbjahr. Das ist wirklich sehr ordentlich. Letztes Jahr hatten wir eine Steigerung von 1,1 Prozent im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr. Das heißt in diesem Jahr haben wir wirklich eine große Steigerung zu verzeichnen. Was uns besonders freut ist, dass die Steigerung sowohl durch Gäste aus dem eigenen Land kommt, also von Deutschen Touristen, als auch von unserem internationalen Publikum. Es ist also ganz paritätisch in der Steigerung zu sehen, dass da die Märkte sehr gut funktioniert haben für Baden-Baden und wir ein eigentlich ein sehr gutes Ergebnis einstreichen konnten.

goodnews4: Haben Sie die Ergebnisse schon interpretiert und bewertet?

Nora Waggershauser: Ja, das machen wir jeden Monat. Wir schauen welche Märkte reisen stark, wo gibt es Reisetrends, wie wird gebucht – momentan wird natürlich sehr kurzfristig gebucht. Man merkt natürlich auch, dass das Reisen aus dem europäischen auch noch viel stärker funktioniert als aus Übersee. Gerade Märkte wie Spanien, Italien, Frankreich, Schweiz, die so um uns herum sind, funktionieren natürlich sehr, sehr gut und wir haben sehr große Steigerungen. Im asiatischen Markt ist es noch sehr, sehr schwierig, aufgrund der weltpolitischen Lage herrscht dort viel Reiseangst. Solche Märkte muss man anders bearbeiten und angehen und da müssen wir unseren Fokus immer wieder neu ausrichten auf Zukunftsmärkte, was wir tun können, um Baden-Baden weiter nach vorne zu bringen. Was uns aber auch sehr gefreut hat, war, dass wir im ersten Halbjahr mehr Betten zur Verfügung hatten. Wir haben das Roomers als schönes, neues Hotel mit am Markt. Viele große Hotels, das Radisson Blu Badischer Hof zum Beispiel, hat sehr stark investiert und renoviert und hatte dadurch weniger Kapazität in einem gewissen Zeitraum gehabt, die jetzt alle wieder in neuem Glanz erstrahlen und trotzdem hat sich die Kapazitätsauslastung in Baden-Baden um zwei Prozent gesteigert, was heißt, dass diese mehr Betten und Zimmer, die zur Verfügung stehen, auch ausgelastet werden konnten. Das ist für uns eine wichtige Tendenz. Wir müssen die Zahlen schon immer genau analysieren und können uns nicht nur über die Steigerung freuen, sondern müssen auch wieder schauen wie ist die Strategie für das zweite Halbjahr, sind wir auf eine guten Weg. Wir haben natürlich ein gutes Polster, das freut uns sehr, was nicht heißt, dass das zweite Halbjahr weniger anstrengend wird oder durch irgendwelche Nachrichten auf der Welt beeinflusst wird. Das bleibt einfach abzuwarten.

goodnews4: Wie ist denn die Prognose? Letztes Jahr wurde zum ersten Mal die Millionenmarke geknackt, wird das auch dieses Jahr wieder erreicht und sind wir auf dem Weg zur zweiten Million?

Nora Waggershauser: Das haben wir uns fest vorgenommen, dass wir uns auf den Weg zur zweiten Million machen. Der Weg wird ein bisschen lange sein, aber die eine Million wollen wir natürlich auf jeden Fall halten und sogar steigern. Die erste Halbjahresprognose ist jetzt so gut, es müsste sehr viel schief gehen, dass wir das nicht schaffen. Aber man weiß nie was passiert. Das zweite Halbjahr dauert ja auch sechs Monate, es bleibt abzuwarten was sich auf der Welt tut, aber wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg und guter Hoffnung, dass wir das Ergebnis im Vergleich zu 2016 auf jeden Fall toppen können am Jahresende.

goodnews4: Auf welchen Grundlagen werden die Zahlen ermittelt?

Nora Waggershauser: Das sind statistische Werte, die hier auch über die Kurtaxe ermittelt werden. Alle Gäste sind ja meldepflichtig und die Beherbergungsbetriebe geben monatlich ihre Meldezahlen ab und dann wird das statistisch errechnet. So sehen wir sehr genau auch in welcher Kategorie wir Steigerungen haben, in welchem Gebiet in Baden-Baden − Stadtzentrum, Rebland − sodass wir doch relativ gut wissen, wie sich der Markt in Baden-Baden entwickelt. Man kann sich auf diese Zahlen doch relativ gut stützen und sie sehr gut analysieren.

goodnews4: Einige Diskussion lösen immer wieder die Bewertung von Übernachtungsgästen einerseits und Tagesgästen andererseits aus. Gibt es Erkenntnisse wieviel Geld durchschnittlich ein Tagesgast und ein Übernachtungsgast in Baden-Baden lässt?

Nora Waggershauser: Das sind so statistische Kennzahlen, die man immer ein Stück weit interpretieren muss. Erfahrungsgemäß sagt man, dass jeder Übernachtungsgast sieben bis zehn Tagesgäste mitbringt, dass man die mitanwirbt. Natürlich ist das ein statistischer Wert, der von Stadt zu Stadt auch unterschiedlich zu betrachten ist. Es gibt natürlich Städte, die mehr ziehen und Städte weniger Tagesgäste mit einem Übernachtungsgast akquirieren. Wir sagen, dass diese Faustformel erfahrungsgemäß schon stimmt, dass sie für Baden-Baden auch eher im oberen Segment anzusehen ist, also dass wir unsere Übernachtungszahlen eher mit zehn multiplizieren können, um die Tagestouristen zu ermitteln, aber wir haben natürlich keinen genauen Wert. Wir können letztendlich nicht sagen, wie viele Tagestouristen sich wirklich in der Stadt bewegen. Wir sehen das an verschiedenen Messgrößen. Bei Stadtführungen sehen wir wie stark wir gebucht sind, wie groß sind die Führungen die gebucht werden. Aber letztendlich, auch wenn wir Besucherzählungen machen, was wir uns dieses Jahr in den Fokus genommen haben für den Weihnachtsmarkt zum Beispiel, um mal genau mitreden zu können wie viele Besucher so ein Großevent hat, lässt sich das ganz schwer hochrechnen.

goodnews4: Als auch wieviel Geld durchschnittlich ein Tagesgast und ein Übernachtungsgast in Baden-Baden lässt?

Nora Waggershauser: Statistisch gibt es Werte, nach denen man sich richten kann, wo festgeschrieben steht, dass ein Gast, der aus dem Ausland hierher reist eben auch mehr Geld in der Stadt lässt als ein Gast, der aus Deutschland reist. Aber das sind statistische Werte, die man so konkret nicht für Baden-Baden ermitteln kann.

goodnews4: Überwiegen Geschäfts- und Kongressgäste oder Touristen bei den Übernachtungsgästen?

Nora Waggershauser: Das ist jahreszeitlich unterschiedlich. Es gibt natürlich Monate, wo ganz stark der Geschäftsreisetourismus überwiegt, speziell im zweiten Halbjahr der Herbst, der sehr stark von den größten Kongressen geprägt ist und von Großveranstaltungen in der Stadt, die alle aus Geschäftsgründen hier sind. Da gibt es auch im ersten Halbjahrgewissen Zeiträume. Der Sommer ist ein rein touristischer Sommer bei uns. Wir haben ja generell einen sehr von Auslandsgästen geprägten Sommer, die über den Juli und August nach Baden-Baden kommen. Ich würde behaupten, da ist kaum ein Geschäftsreisender dabei. Und so geht es das ganze Jahr durch verschiedene Monate durch, auch der Dezember ist zum Beispiel sehr touristisch geprägt, wenn Festspiele sind, sind es sehr viele Privatreisende, die sich in der Stadt bewegen. Aber es gibt natürlich auch klassische Monate im Frühjahr und im Herbst, die wirklich sehr stark von Geschäftstourismus profitieren. Jeder Monat hat einen anderen Schwerpunkt.

goodnews4: Unter dem Strich fifty-fifty?

Nora Waggershauser: Ganz fifty-fifty würde ich jetzt nicht sagen. Ich würde sagen, der Geschäftstourismus sind 30 bis 40 Prozent und 50 bis 60 Prozent ist dann doch das touristisch geprägte Baden-Baden im Fokus.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Nora Waggershauser


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