Anzeige

Klagen über erschwerten Handel mit Frankreich - BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke: „Umfrage in Grenzregion zeigt Unzufriedenheit“

Stuttgart, 07.12.2017, Bericht: BWIHK «Im Geschäft mit unserem zweitwichtigsten Handelspartner Frankreich gibt es deutlich vernehmbare Klagen über Marktzugangsbarrieren, die den Handel erschweren.

Hierzu zählen erheblich erweiterte Online-Meldepflichten für grenzüberschreitende Dienstleistungen, Benennung eines Vertreters mit Sitz in Frankreich sowie umfassende Dokumentationspflichten. Deshalb begrüße ich den Vorstoß Baden-Württembergs und der umliegenden Bundesländer, hier Änderungsbedarf einzufordern», betont Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages, BWIHK.

Eine exemplarische Umfrage der IHK Südlicher Oberrhein bei Unternehmen aus der Grenzregion hat ergeben, dass 41 Prozent der Befragten darüber nachdenken, ihre Aktivitäten in Frankreich stark zu reduzieren, sollte es tatsächlich zu der Einführung einer Entsendegebühr kommen. Bereits jetzt haben laut den Ergebnissen der Umfrage 30 Prozent der befragten Unternehmen aufgrund der Entsendeformalitäten ihre Tätigkeiten in Frankreich zurückgefahren. Dazu Wolfgang Grenke: «Für unsere Mitgliedsunternehmen ist es gerade bei Grenznähe besonders wichtig, dass sie jederzeit kurzfristig im Ausland tätig sein können. Zudem sollte der Schwerpunkt der Regulierungen bei den problematischen Branchen liegen. Offene Märkte sind nicht nur für uns zentral. Der Preis der Abschottung ist auch für die so agierenden Länder selbst letztendlich hoch. Am Ende gewinnt dabei niemand etwas.»

Nicht nur der BWIHK hat Frankreich als zentralen Markt im Blick. Als Schwerpunktkammer Frankreich unter den 79 IHKs in Deutschland sowie der räumlichen Nähe und den engen wirtschaftlichen Verbindungen der Region am Ober- und Hochrhein mit dem Elsass geschuldet, ist die IHK Südlicher Oberrhein bereits seit März in Gesprächen mit der französischen Arbeitsinspektion und dem französischen Arbeitsministerium, um Erleichterungen für ihre Betriebe bei der Entsendung von Mitarbeitern zu erreichen.


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.