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Widerstand gegen Ost-Anbindung

Widerstand gegen Ostanbindung mit Petition in Stuttgart - Unterschriftenaktion hat bereits 600 Unterzeichner

Widerstand gegen Ostanbindung mit Petition in Stuttgart - Unterschriftenaktion hat bereits 600 Unterzeichner
Eine große Besucherschar füllte bei der Infoveranstaltung der Bürgervereinigung Halberstung e.V. und der BI „Gegen die Ostanbindung“ die Bürgerbegegnungsstätte in Halberstung. Foto: BI

Sinzheim, 04.09.2017, Bericht: Redaktion Der Widerstand gegen die sogenannte «Ostanbindung des Baden Airparks» und die Initiative für die «Nordanbindung an die A5» gewinnt weiter an Zuspruch.

Nach Angaben von Christiane Schneider, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die Ostanbindung, habe ihre Unterschriftenaktion bereits 600 Unterzeichner gefunden. Eine Petition beim Landtag in Stuttgart werde dort bereits bearbeitet.

Die Erklärung der Bürgerinitiative zur Informationsveranstaltung vom vergangenen Donnerstag in der Bürgerbegegnungsstätte Sinzheim-Halberstung im Wortlaut:

Eine zwar erhoffte, aber von den Veranstaltern so nicht für möglich gehaltene große Besucherschar füllte bei der jüngsten Informationsveranstaltung der Bürgervereinigung Halberstung e.V. (BVH) und der erst vor fünf Wochen gegründeten Bürgerinitiative «Gegen die Ostanbindung» (BI) die Bürgerbegegnungsstätte in Halberstung.

Als Moderatorin blickte die Sprecherin der «BI», Christiane Schneider, Schiftung zunächst auf die überwältigende Resonanz zurück, die das Aktionsbündnis «Gegen die Ostanbindung» in so kurzer Zeit erfahren hat.

Als wichtigsten Punkt in der bisherigen Arbeit nannte die Sprecherin die Einreichung einer Petition beim Landtag in Stuttgart, die dort auch bereits bearbeitet wird. Eine derzeit noch laufende Unterschriftenaktion hat bereits 600 Zeichner gefunden. Durch die Verteilung eines Informationsblatts konnte man die Probleme darstellen, die durch die geplante Autobahnanbindung zwischen Halberstung und dem Baden-Airpark entstehen würden, andernorts aber (in Hügelsheim) dadurch nicht gelöst würden. Eine Besucherin merkt an, dass mit der Ostanbindung ohne Not ein Naturschutzgebiet zerschnitten werden soll und davon nur der Airpark profitiert.

Dass alle bisherigen Planungsvarianten überflüssig sind, belegte dann die Vorstellung einer von Prof. Dr.-Ing. Peter Jehle und Dipl.-Ing. Joachim Wald vor wenigen Monaten neu konzipierte Umgehungsstraße für Hügelsheim, die den seit 2005 rechtskräftigen Hügelsheimer Flächennutzungsplan zur Grundlage hat. Diese Planung wurde den vielen interessierten Besuchern durch den Planer Joachim Wald mittels einer Bild- und Videopräsentation vorgestellt. Dabei wurde verdeutlicht, dass diese Planungsvariante hinsichtlich der Verkehrsentlastung von Hügelsheim, den von offizieller Seite bisher betriebenen Lösungsversuchen weit überlegen ist.

Diese besondere Art der vom NABU initiiert alternativen Trassenausführung wurde dem Gemeinderat von Hügelsheim auch bereits vorgestellt. Wie von anwesenden Hügelsheimer Bürgern bei der Versammlung zu hören war, zeichnet sich hierdurch im örtlichen Gemeinderat auch schon eine Tendenz ab, zur Lösung der Hügelsheimer Probleme mit dem stetig wachsenden Durchgangsverkehr, diese Ausführungsart zu wählen. Die extrem betroffene Hauptstraße könnte damit nahezu komplett entlastet werden. Mit der ökonomisch und vor allem ökologisch umstrittenen «Ostanbindung» reduziert sich die Verkehrsbelastung jedoch nur um 25 Prozent. Die Sprecherin der «BI» gab dabei aber zu bedenken, dass diese Zahl einem Verkehrsgutachten entspringt, bei dem der künftige Schwerlastverkehr der neuen Speditionsfirmen noch nicht mit eingerechnet wurde. Somit ergibt sich letztlich auch keine Reduzierung der Verkehrsbelastung.

Um die neue, verkehrsentlastendste Trassenführung einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, hat er NABU für den 24.Oktober im unmittelbar betroffenen Ort Hügelsheim einen Informationsabend anberaumt; Ort und Zeit werden noch bekannt gemacht.

Nach der Variantenpräsentation des Referenten Joachim Wald wurden aus der Versammlung mehrere Fragen gestellt, darunter auch solche von betroffene Hügelsheimer Bürgern. Eine lärmgeplagte Hügelsheimerin bat das Aktionsbündnis aus «BI» und «BVH» um Unterstützung, was vom Sprecher der «BI» Roman Schmieder (Schiftung) sogleich zugesichert und nach der Veranstaltung auch schon konkret besprochen wurde. Man war sich sogleich darin einig, dass es höchste Zeit ist, dass sich auch die «Verwaltungsgemeinschaft Sinzheim-Hügelsheim» mit der unschlagbaren Alternativlösung «Umfahrung von Hügelsheim» befasst. «Jetzt seien die beiden Bürgermeister gefordert, sich für die Belange ihrer Bürger einzusetzen».

Im Laufe der Diskussion kam auch die ökologische Problematik der geplanten Ostanbindung zur Sprache, da diese durch ein Wasserschutzgebiet führt, welches für die Sinzheimer Trinkwasserversorgung existenzielle Bedeutung hat. Nach derzeitigem Kenntnisstand sieht der «Planfeststellungsentwurf Ostanbindung» jedoch keinerlei Schutzmaßnahmen für dieses Schutzgebiet vor, durch das künftig täglich 16.000 Kraftfahrzeuge − darunter auch Gefahrguttransporte − fahren würden.

Der Vorsitzende der «BVH» Jürgen Gushurst machte darauf aufmerksam, dass in der bisherigen Planung der Ostanbindung mit dem Autobahnanschluss bei Halberstung die Verkehrsbelastung der Gemeinde Sinzheim und die der Halberstunger Bürger nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass der Verkehr bei dem bevorstehenden Lückenschluss der „B3-neu“ sowohl im Hauptort Sinzheim als auch in Halberstung um ein vielfaches zunehmen dürfte und verwies darauf, dass bisher keinerlei Schallschutzmaßnahmen geplant sind.

Mehr: www.ostanbindung.sinze.de


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