Baubeginn in acht bis zehn Wochen

Babo-Hochhaus soll 2018 als Conference Hotel eröffnen - Zur Verzögerung: "Statik-Pläne waren Militärgeheimnis" - Hüseyin Aydogan kauft Hotels in Baiersbronn und Bad Herrenalb

Babo-Hochhaus soll 2018 als Conference Hotel eröffnen - Zur Verzögerung: "Statik-Pläne waren Militärgeheimnis" - Hüseyin Aydogan kauft Hotels in Baiersbronn und Bad Herrenalb
Durch die Ausrichtung als "Conference Hotel" und "Sportincentives" soll das BaboHotel seinen Platz in der Hotellandschaft Baden-Badens finden.

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Danny Azakir

Baden-Baden, 24.03.2017, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Seit 1998 ist das Babo-Hochhaus in Baden-Baden als Kulturdenkmal eingestuft. Im nächsten Jahr soll das leerstehende ehemalige Verwaltungsgebäude der französischen Streitkräfte umgebaut sein und als «Conference Hotel» eröffnet werden. Zu den Verzögerungen sagte Danny Azakir, Babo-Projektleiter, im goodnews4-O-Ton-Interview: «Leider haben wir Probleme gehabt mit der Statik. Es wurden keine Statik-Pläne gefunden, weil sie auch ein Militärgeheimnis waren, die Statik-Pläne waren unter Verschluss.»

Der türkische Investor Hüseyin Aydogan gab aktuell auch den bevorstehenden Kauf von zwei weiteren Hotels, das Hotel am Kurpark in Bad Herrenalb und das Hotel am Rinken in Baiersbronn, bekannt. Die strategische Ausrichtung von Hüseyin Aydogan zielt nach Angaben von Peter Frietsch, dem Vertreter des Bauherrn, auf die Gewinnung eines für Baden-Baden neuen Gäste-Klientels. Das neue «Nashira Babo Tower Hotel Baden-Baden» soll 2018 als Conference Hotel an den Start gehen. Auch durch eigene «Sportincentives» soll das neue Hotel seinen Platz in der Hotellandschaft Baden-Badens finden. «Ohne anderen Hotelbetrieben ein Dorn im Auge zu sein, möchten wir uns als Puzzelteil in die Hotellandschaft Baden-Badens einfügen und so mit unserem Haus die Übernachtungszahlen und die Attraktivität Baden-Badens weiter ausbauen», erklärt Peter Frietsch. Schon im letzten Jahr war eine Investitionssumme von 20 Millionen Euro für den Umbau des Babo-Hochhauses genannt worden. Im goodnews4-OTON-Interview geht Danny Azakir auf die nächsten geplanten Schritte des Bauvorhabens ein.

Das Babo, eigentlich Bâtiment Administratif de Baden-Oos, wurde im Auftrag der französischen Streitkräfte in Deutschland von den Gaggenauer Architekten Karlsiegfried Keppeler und Karl Kohlbecker entworfen und war 1954 fertiggestellt worden. Mit elf Stockwerken ist es das höchste Haus der Stadt und hatte Raum für über 200 Büros geboten. Die Ehefrau eines ukrainischen Investors war nach dem Abzug der Franzosen Eigentümerin des Babo-Hochhauses. Deren Planung eines reinen Wohnhauses wurde von der Stadtverwaltung Baden-Baden abgelehnt. Als Begründung hieß es, dass das Babo in einem Gewerbegebiet der Stadt liege.


Abschrift des goodnews4-O-TON-Interviews mit Danny Azakir:

goodnews4: Das Babo-Hochhaus liegt den Baden-Badenern ja sehr am Herzen. Auch als Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Wann wird denn das Babo mit einem neuen Auftrag als «Nashira BABO Tower Hotel» Baden-Baden in neuem Glanz erstrahlen?

Danny Azakir: Wir haben die Planung gehabt, dass wir Ende dieses Jahres anfangen. Leider haben wir Probleme gehabt mit der Statik. Es wurden keine Statik-Pläne gefunden, weil sie auch ein Militärgeheimnis waren, die Statik-Pläne waren unter Verschluss. Leider haben wir keine Pläne gefunden. Jetzt heißt es für uns, dass wir eine Lastabtragung kalkulieren müssen und die komplette Statik-Berechnung wieder neu führen müssen. Das heißt, die Baufreigabe wird sich zwischen acht und zehn Wochen verspäten, ab heute. Gute Punkte sind, dass wir mit dem Denkmalamt wirklich alles abgehakt haben, bei der Brandschutztechnik ist auch alles abgehakt − also wir sind auf einem guten Weg. Leider ist es eben so, dass wir keine Statik-Unterlagen gefunden haben. 1954 wurde auch kein Erdbebennachweis geführt, darum müssen wir alles wieder neu kalkulieren.

goodnews4: Wann wird es denn dann so weit sein, dass das Babo eröffnet werden kann? Was ist der neue Zeitplan?

Danny Azakir: Ich denke, es ist realistisch, dass wir Ende nächsten Jahres eröffnen können.

goodnews4: Was sind denn die besonderen Herausforderungen auf dem Weg dorthin?

Danny Azakir: Die Herausforderungen, die wir haben, also auch bei einem Objekt allgemein in der Sanierung, sind die schalltechnischen Punkte, der Brandschutz, die Gewährleistungen und die Planung. Aber Gott sei Dank sind wir auch mit guten Unternehmen hier am Arbeiten. Man hat die Profile der Fassade von 1954 mit einer einfachen Verglasung konstruiert. Jetzt haben wir ganz andere Normen, sodass wir durch die Dreifachverglasung ein ganz anderes Profil benötigen und die Maße sich auch verändern. Auch das haben wir abgehakt. Eigentlich sind die Herausforderungen, die wir hier haben: Fassade, Denkmalamt, Brandschutt und die schalltechnischen Punkte sind auch für die Gäste wichtig, denn das ist auch Komfort. Das sind Probleme oder Herausforderungen auch für einen Architekten oder Projektleiter.

goodnews4: Wann rechnen Sie denn mit Baubeginn am Babo?

Danny Azakir: Also wirklich realistisch für uns ist zwischen acht und zehn Wochen, dass wir die Baufreigabe erhalten. Einen wichtigen Punkt haben wir schon erhalten durch die Teilfreigabe. Wir werden jetzt in zwei Wochen anfangen, zu entkernen. Das dient auch dem Statiker, damit er auch wirklich Einsicht hat in die Statik, in die Konstruktion und dass wir auch da einen sauberen Bericht haben und gemeinsam mit der Stadt und mit unserem Prüfstatiker das beste Ergebnis für uns und für die Stadt Baden-Baden finden.

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Danny Azakir


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