Gemeinschaftsschule in Baden-Baden

Baden-Badener Eltern schreiben an OB Mergen, Geggus und Gemeinderat - "Die meisten Beteiligten fühlen sich nicht ausreichend informiert" - "Öffentliche Informationsveranstaltung und Evaluation"

Baden-Badener Eltern schreiben an OB Mergen, Geggus und Gemeinderat - "Die meisten Beteiligten fühlen sich nicht ausreichend informiert" - "Öffentliche Informationsveranstaltung und Evaluation"

Bericht: Christian Frietsch

Baden-Baden, 16.06.14, 00:00 Uhr «Da die Veränderungen in einer Schullandschaft in einer Stadt wichtige zukunftsträchtige Entscheidungen sind, möchte der Gesamtelternbeirat Ihnen gerne seinen Standpunkt erläutern», heißt es in einem Schreiben an Oberbürgermeisterin Margret Mergen, Schul-Bürgermeister Michael Geggus und an alle Gemeinderatsmitglieder zum geplanten Strukturwandel der Schulen. Freundlich aber bestimmt bittet der Baden-Badener Gesamtelternbeirat, GEB, «zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig über eine Gemeinschaftsschule zu entscheiden, da viele Fragen offen sind».

So fordern die Baden-Badener Eltern das ein, was ausnahmslos alle Parteien und Wahllisten bei der Gemeinderatswahl in ihren Wahlversprechen in Aussicht gestellt hatten, nämlich mehr Öffnung zu den Bürgern bei wichtigen Themen so wie es auch der § 20 der Gemeindeordnung es vorsieht. «Ohne Gegenstimmen hat der Gesamtelternbeirat beschlossen, den Gemeinderat der Stadt Baden-Baden zu bitten, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig über eine Gemeinschaftsschule zu entscheiden, da viele Fragen offen sind.» Der GEB stehe dem Vorhaben Gemeinschaftsschule nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. Doch halte man den Zeitpunkt für verfrüht, befinden die Baden-Badener Eltern. In der Diskussion hätten sich viele Argumente ergeben, die gegen eine jetzige Abstimmung sprechen. In ihrem Schreiben von Ansgar Gernsbeck und Anemone Bippes fassen die Eltern ihre Positionen in neun Punkten zusammen:

− Die meisten Beteiligten fühlen sich nicht ausreichend informiert. Sie wissen nicht welches Konzept und welche Unterrichtsform dahinter stehen,
− der Bildungsplan für die Gemeinschaftsschule liegt noch nicht vor,
− der Klassenteiler von 28 ist zu hoch,
− die meisten Lehrer verfügen noch nicht über die entsprechende Ausbildung,
− Baden-Baden hat ein hochwertiges und gut funktionierendes Schulsystem, die spezielle Situation in Baden-Baden muss beachtet werden. In Baden-Baden haben wir konstante Schülerzahlen. Prognosen gehen sogar von einem Wachstum aus,
− beide Werkrealschulen haben hohe Standarts, konstante bis steigende Anmeldezahlen, funktionieren ausgezeichnet und haben einen guten Ruf. Warum sollte dieses abgeschafft werden. Sinnvoll wäre eine Evaluation abzuwarten,
− wir befürchten, dass die Werkrealschule aussterben wird. Schüler, die die Werkrealschule besuchen wollen, sind gezwungen die Gemeinschaftsschule zu besuchen,
− eine sinnvolle Weiternutzung der erst kürzlich fertiggestellte Sportaußenfläche der WRS Lichtental (400 TEURO) wäre im Falle einer Schließung nicht möglich. Es besteht Investitionsschutz,
− es bedarf einer nochmaligen Erörterung und Diskussion der Ergebnisse des Schulentwicklungsplans.

«Der Gesamtelternbeirat schlägt deshalb vor, eine öffentliche Informationsveranstaltung für alle Eltern der Stadt Baden-Baden zum Thema Gemeinschaftsschule durchzuführen», schließen die Eltern ihren programmatischen Brief, den sie schon am 5. Juni auf den Weg brachten. Der Baden-Badener Gemeinderat mit seiner neuen Oberbürgermeisterin an der Spitze wird dies als exemplarische Chance sehen für die von allen ersehnte Beteiligung der Bürger an weitreichenden Entscheidungsfindungen.


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