EU-Abgeordneten-Ranking

Daniel Caspary gehört zu den 40 einflussreichsten EU-Abgeordneten - Zu TTIP: "Ich möchte nicht, dass der Größte, der Reichste, der Unfairste, der Beschlagenste bestimmt wo es lang geht"

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Daniel Caspary

Baden-Baden, 08.06.2016, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Das Europaparlament, das wechselnd in Straßburg und Brüssel tagt, zählt 751 Abgeordnete. Zwangsläufig müssen sich viele Abgeordnete mit dem Los eines Hinterbänklers begnügen. Dazu gehört unser Europaabgeordneter Daniel Caspary nicht.

Zumindest für die auf europäischer Ebene einflussreiche Zeitung Politico gehört der Sprecher seiner EVP-Fraktion im Außenhandelsausschuss des Europäischen Parlaments zu den 40 einflussreichsten Abgeordneten. Innerhalb dieses Rankings nimmt Caspary mit Rang 16 sogar einen der vorderen Plätze ein. «Die Frage ist, wie aussagekräftig sind solche Übersichten, die sind ja nur eine Momentaufnahme. Wenn eine der wichtigsten Zeitungen auf der Brüsseler Ebene mich aber zu den wesentlichen Abgeordneten zählt, dann freut mich das», zeigte sich Daniel Caspary im goodnews4-O-TON-Interview um Bescheidenheit bemüht.

Tatsächlich brachte das weltweit für Aufsehen sorgende, geplante Handelsabkommen TTIP den Karlsruher CDU-Politiker ins internationale Rampenlicht. «Ich mache seit meiner Wahl ins Europäische Parlament vor 12 Jahren Außenhandelspolitik. Wir hatten in den ersten Jahren ein Schattendasein in der öffentlichen Wahrnehmung. Durch unsere geplanten Handelsabkommen mit Kanada und den USA ist auch die Handelspolitik mehr in den Fokus gerückt», sieht auch Daniel Caspary durch TTIP eine Wende in der Bedeutung seiner Rolle als Handelspolitiker.

Schon lange bevor das umstrittene Vertragswerk die Schlagzeilen füllte, hatte der CDU-Politiker eine Entscheidung getroffen, die seine erfolgreiche Karriere beförderte. «Als Abgeordneter steht man vor der Frage: kümmert man sich um viele Themen oder spezialisiert man sich? Ich habe dies in der Handelspolitik getan.» Zum mit Chlorhähnchen und Sorgen um Umwelt- und Sozialstandards gesäumten Diskussionsweg des Handelsabkommens gesteht Daniel Caspary: «Ja, das Misstrauen ist immens und vor allem die Sorgen bei den Menschen was kommt da bei den geplanten Handelsabkommen auf uns zu bei der kommunalen Daseinsvorsorge, Umweltstandards, Sozialbereich.» Aber er sieht auch gezielte Kampagnen, die sich gegen das Abkommen richten. «Da sind auch Kräfte unterwegs, die Sorgen gezielt schüren, vergrößern und verstärken, aber wir leben in einer globalisierten Welt und ich möchte, dass die Globalisierung gestaltet wird. Ich möchte nicht, dass der Größte, der Reichste, der Unfairste, der Beschlagenste bestimmt wo es lang geht.»

So wird auch seine Aufgabe zu einer Vertrauensfrage. Eine sachliche Diskussion wird auch in Zukunft bei TTIP eher nicht zu erwarten sein. Zu viel steht auf dem Spiel, zu komplex sind die Komponenten, die zu den Verhandlungen gehören. Für die Bevölkerung sind Straßburg und Brüssel immerhin etwas näher gerückt durch die dorthin delegierten Aufgaben im globalen Ringen um gemeinsame Standards und Regeln.

Und der aufgeweckte Daniel Caspary zeigt, dass der Politiker- Verschiebebahnhof − «hast Du einen Opa, schicke ihn nach Europa» − schon lange der Vergangenheit angehört. Das Gegenteil wird in wenigen Jahrzehnten der Fall sein. Wenn Europa auf Augenhöhe mit den USA, China und Russland verhandeln will, wird man mehr nach Brüssel und Straßburg schauen als nach Berlin. «Wir haben keine Regierung für die ganze Welt, die einzige Chance Globalisierung zu gestalten, sind solche Abkommen», ist sich Daniel Caspary sicher.

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