Aktion „Jugendschutz wir machen mit“

"Eine Mon-Cheri-Kirsche darf an 16-Jährige nicht herausgegeben werden", aber eine Kiste Wein ist kein Problem - Bürgermeister Michael Geggus: "Appell an Eltern steht im Mittelpunkt"

"Eine Mon-Cheri-Kirsche darf an 16-Jährige nicht herausgegeben werden", aber eine Kiste Wein ist kein Problem - Bürgermeister Michael Geggus: "Appell an Eltern steht im Mittelpunkt"

Bericht: Christian Frietsch

goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Michael Geggus und Roland Fitterer

Baden-Baden, 10.12.13, 00:00 Uhr Entwarnung gibt es für Baden-Baden in Sachen Jugendliche und Alkohol nicht. «Auch wenn in diesem Jahr die Zahlen rückläufig sind, kann es sein, dass es im nächsten Jahr wieder ansteigende Zahlen gibt», sieht Bürgermeister Michael Geggus gestern im goodnews4-VIDEO-Interview keine signifikante Trendwende bei trinkfreudigen Jugendlichen, die vor wenigen Jahren Baden-Baden in die Schlagzeilen brachten. Kaum in einer anderen Stadt waren prozentual so viele Jugendliche auffällig geworden wie in unserer Stadt, wo das Taschengeld oft reichlich fließt und die Kontrolle manchmal fehlt. «Der Appell an die Eltern steht im Mittelpunkt», mahnt Michael Geggus so auch in Richtung der Hauptverantwortlichen. Eine undankbare Rolle fällt den Mitarbeitern von Einkaufsmärkten zu.

Bild Roland Fitterer «Wir haben 26.000 Artikel im Verkauf, diese müssen von den Mitarbeitern erkannt werden − welche sind mit welchem Alkoholgehalt versehen −, um an der Kasse zu entscheiden, wem darf ich was verkaufen», erklärt Roland Fitterer, Inhaber mehrerer Einkaufmärkte und Vizepräsident des Einzelhandelsverbandes Südbaden. In seinem Markt in Lichtental präsentierte er gemeinsam mit Bürgermeister Michael Geggus die Aktion «Jugendschutz wir machen mit». Auf einem großen Aufkleber ist zu lesen: «Unter 16 kein Alkohol», und «Ab 16 Bier, Wein, Sekt». Dieser gibt die Gesetzeslage wieder, nach der die Droge Alkohol für Kids ab 16 Jahre erlaubt ist. Der Sinn dieser gesetzlichen Toleranz ist auf den ersten Gedanken nur schwer zu verstehen, wo doch andere Droge selbst für ausgewachsene Menschen verboten sind. Tradition und erfolgreiche Lobbyarbeit sind wohl die Hintergründe für die Drogenlogik des Gesetzgebers. Einige Stilblüten treibt das Gesetz dann auch noch: «Eine Mon-Cheri-Kirsche darf an Jugendliche nicht herausgegeben werden», so Roland Fitterer. Aber eine Kiste Wein ist kein Problem für durstige Jugendliche ab 16 Jahren.

goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Michael Geggus und Roland Fitterer


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