Waldbereisung des Gemeinderats

Entspannte Stunden des Gemeinderats im Stadtwald - OB Gerstner: "Die Ruhe, die einkehrt" - Stadtrat Heinz Gehri: "Ob der Nationalpark kommt oder nicht, das ist für Baden-Baden ohne Bedeutung"

Entspannte Stunden des Gemeinderats im Stadtwald - OB Gerstner: "Die Ruhe, die einkehrt" -  Stadtrat Heinz Gehri: "Ob der Nationalpark kommt oder nicht, das ist für Baden-Baden ohne Bedeutung"

Bericht: Christian Frietsch

goodnews4-VIDEO-Reportage von Nadja Milke über die Waldbereisung des Gemeinderats

Baden-Baden, 13.07.13, 04:00 Uhr Tief im Baden-Badener Stadtwald, weit weg von den Aufgeregtheiten des Rathauses, fanden die Baden-Badener Gemeinderäte Ruhe vor Schlossgespenstern und einigen anderen Geistern, die sie riefen. «Die Ruhe, die einkehrt, der Wald hat etwas, was die Seele befriedet und in Balance hält», sinnierte Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner während der Waldbereisung gestern im goodnews4-VIDEO-Interview. Auch Bernd Weigel, FDP-Stadtrat, wurde sensibel und blickte zurück auf einen unerfüllten Jugendtraum: «Ich bin verhinderter Förster», gestand er unter dem Eindruck der unbeschwerten Natur. Ja, selbst der ausgewiesene Weltenbummler und FDP-Fraktionschef Michael Bauer bescheinigte, dass es nichts Schöneres gebe «als im Wald spazieren zu gehen». In seine Kindheit sah sich Armin Schöpflin zurückversetzt:

Bild Entspannte Stunden im Stadtwald «Rübezahl und dunkle Wälder und Nebel und die Verformung der Bäume im Nebel.» Und vielleicht sah der lyrisch begabte CDU-Fraktionschef beim zweiten Hinsehen auch eine unverkennbare Parallele zum Baden-Badener Rathaus dieser Tage. Ganz ohne Umschweife gestand die grüne Stadträtin Astrid Sperling-Theis ihre Sehnsucht nach einem «Seelentröster» ein und hatte dann gleich noch eine Tour-Empfehlung für alle Kostverächter des schönen Baden-Badener Waldes: «Durchs Grobbachtal, am Bütthof vorbei, Bernsteinweg, Scherrhof und dann weiter zur Badener Höhe − lieber Gott ist das schön!»

Bild Michael Bauer, August Bihlmeier, Bernd Weigel Und dann wurden die versonnen Stadträte doch noch von der Tagespolitik eingeholt, denn vom Thema Nationalpark konnte man nicht lassen. Ganz entspannt sah Heinz Gehri, Stadtrat der Freien Wähler, das epochale Projekt: «Ob der Nationalpark kommt oder nicht, das ist für Baden-Baden ohne Bedeutung.» Und der Ur-Baden-Badener ist so selbstbewusst wie es unsere Stadt auch verdient: «Die Menschen in der ganzen Welt kennen Baden-Baden und die Amerikaner bringen es ohnehin mit dem Schwarzwald in Verbindung.»

Bild Waldbereisung des Gemeinderats So hat sich der Nationalpark der Stadt unterzuordnen und nicht umgekehrt. Michael Bauer sieht es etwas gemäßigter und glaubt an ein «hervorragendes Kontrastprogramm zu unserer Kultur» und ist «überzeugt, dass wir neue Gäste generieren können». Für die Stadtteile Lichtental, Geroldsau und Oberbeuern sieht er gute Zeiten durch den Nationalpark: «Sie werden stark profitieren.»

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