Nach den Anschlägen in Brüssel

Europaabgeordneten Daniel Caspary trennten zwei Minuten vom Anschlag auf Brüsseler U-Bahnstation - "Nach Mumbai wieder Glück gehabt" - "EU und Weltgemeinschaft gefordert, diesen Leuten das Handwerk zu legen"

goodnews4-LogoO-TON anhören!
goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Daniel Caspary

Baden-Baden, 23.03.2016, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch «Nach Mumbai wiedermal Glück gehabt, um 9.11 Uhr war der zweite Anschlag auf die U-Bahnstation und die liegt genau zwischen meiner Wohnung und dem Parlament und ich bin um 9.09 Uhr dort vorbeigelaufen», sagte Daniel Caspary im goodnews4-O-TON-Interview, nachdem er gestern Nachmittag schon wieder nach Karlsruhe zurückgekehrt war.

Bei den Anschlägen am Flughafen und in der Metro in Brüssel sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen und weit über 100 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der sogenannte Islamische Staat bekannte sich inzwischen zu den Anschlägen.

Daniel Caspary, der als Europaabgeordneter auch für Baden-Baden zuständig ist, war bereits 2008 am Ort eines Terroranschlags. Im Taj-Mahal-Hotel in Mumbai hatten Sicherheitskräfte damals 75 Geiseln befreien können, unter ihnen auch Daniel Caspary.

Gegenüber goodnews4 schilderte er wie er nach den Anschlägen den Ausnahmezustand erlebte und er den Eindruck habe, dass «die Sicherheitskräfte gut überlegt aktiv» gehandelt haben. «Es kam eine E-Mail von unserer Fraktion, dass zumindest alle Kollegen und Mitarbeiter wohlauf zu sein scheinen», sagte er über seinen Informationsstand zum Schicksal seinen unmittelbaren Kollegen. Daniel Caspary schließt aber nicht aus, dass sich Kollegen aus Parlament und Kommission unter den Opfern befinden könnten: «Wenn sie sich die U-Bahn Station anschauen, wenige Minuten von Parlament und Kommission, dann sind im Zweifel unter den Toten und Verletzten auch Mitarbeiter von Kommission und Parlament dabei.»

Schnell will Daniel Caspary den Attentätern die Haltung der zivilisierten Welt klar machen: «Wir sind als Europäische Union und als Weltgemeinschaft gefordert, diesen Leuten das Handwerk zu legen. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, wenn dabei aber Menschen getötet und verletzt werden, dann hat es mit Freiheit und Fairness nichts mehr zu tun.»

Deutlich werde auch, dass Europa gemeinsam reagieren müsse und dass «man dies nicht mit einem Land alleine klären kann, die Terroristen sind grenzüberschreitend». Bei der Bekämpfung der Terroristen spricht der EU-Abgeordnete auch die schwierige Güterabwägung zwischen den Freiheitsrechten der Bürgern und den Bedürfnissen der Sicherheitskräfte an: «Was wir in der Vergangenheit gesehen haben, waren viele Maßnahmen, die man versuchte durchzusetzen, zum Beispiel die Auswertung von Mobilphone-Daten». Er unterscheidet dies von den persönlichen Daten, denn es handele sich nicht um «Email-Inhalte, damit es kein Missverständnis entsteht», wirbt er für die nötige Differenzierung. Und zum Stand der europäischen Zusammenarbeit für eine wirksame Bekämpfung hat Daniel Caspary eine kritische Haltung: «Wir haben noch immer einen unzureichenden Kommunikationsaustausch in vielen Bereichen der europäischen Sicherheitsbehörden und das muss man verbessern.»

Gestern Abend war der CDU-Europapolitiker schon wieder im politischen Alltag gefordert. Er nahm an der Präsidiumssitzung der CDU von Baden Württemberg teil mit dem Thema «Nacharbeitung der Landtagswahl». Bei ihm gehe «das Leben normal weiter, wir sollten uns von den Terroristen nicht einschränken lassen», formuliert Daniel Caspary, der sich auch nach der zweiten Begegnung mit dem Terror nicht die notwendige Courage nehmen lässt.

goodnews4-LogoO-TON anhören!
goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Daniel Caspary


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.


goodnews4-Logogoodnews4Baden-Baden Breaking News abonnieren!

Jeden Tag sendet goodnews4.de die wichtigste Nachricht als News-E-Mail.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!