Vorstandswahlen

Gemeinde-Rabbiner Rubins: "Ein neuer Anfang der Jüdischen Gemeinde Baden-Baden" - Fünfköpfiger Vorstand gewählt

Gemeinde-Rabbiner Rubins: "Ein neuer Anfang der Jüdischen Gemeinde Baden-Baden" - Fünfköpfiger Vorstand gewählt
Die neu gewählten fünf Vorstandsmitglieder sollen heute aus ihrer Mitte den neuen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Baden-Baden bestimmen.

Baden-Baden, 29.02.2016, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Mit 1.000 Mitgliedern gehört die Israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden zu den größten jüdischen Gemeinden Baden-Württembergs. Gestern wählten die Gemeindemitglieder ihren neuen fünfköpfigen Vorstand. «Es ist ein neuer Anfang der Jüdischen Gemeinde Baden-Baden», kommentierte Gemeinde-Rabbiner Zeev Wolf Rubins gegenüber goodnews4.de die Wahl.

Vier Jahre lang war ein kommissarisches Gremium für die Geschicke der jüdischen Mitbürger verantwortlich, nachdem Streitigkeiten und Rechtsauseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde einen ordnungsgemäßen Gang des Gemeindelebens nur schwer möglich machten. Heute sollen die neu gewählten fünf Vorstandsmitglieder aus ihrer Mitte den Vorsitzenden bestimmen. Der Wahlvorgang fand gestern in von 10 bis 13 Uhr in Baden-Baden und von 14 bis 17 Uhr in Rastatt statt. Zum Gebiet der Israelitischen Kultusgemeinde gehören neben dem Stadtkreis Baden-Baden, der Landkreis Rastatt und die Stadt Achern. Um einen ordnungsgemäßen Ablauf der demokratischen Wahl zu gewährleisten, waren Mitglieder der Wahlkommission eigens aus Köln angereist.

Zu den heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde war es gekommen, nachdem dem alten Vorstand in 2012 Missmanagement, Veruntreuungen und andere Verfehlungen vorgeworfen worden waren. Die Rechtsauseinandersetzungen dauern noch an. Die Jüdische Gemeinde hat neben ihren religiösen Aufgaben auch weitreichende soziale und kulturelle Verpflichtungen zu erfüllen. In einem internen Positionspapier heißt es dazu: «Das Personal wurde in Zusammenarbeit mit den Behörden und der IRG Baden aufgestockt, so dass die Gemeinde eine kostengünstige Besetzung der wichtigen Posten abdeckt, und die Gemeindemitglieder eine Möglichkeit bekommen, sich sinnvoll für das Gemeindewohl einzusetzen. Wir haben uns als Ziel gesetzt, den guten Ruf der Gemeinde wiederherzustellen und die Beziehungen auf der obersten kommunalen Ebene zu etablieren.»

Eines der drängenden Projekte der Jüdischen Gemeinde ist ein neuer Jüdischer Friedhof. Ein passendes Grundstück wurde unter Berücksichtigung der notwendigen Voraussetzungen für die jüdische Religion gesucht und gefunden. Mehrere Grundstücke waren geprüft worden, mussten aber letztlich verworfen werden. Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Stadtspitze sei nun ein Grundstück in Baden-Oos gefunden und der Stadtrat beschloss einstimmig, dieses Grundstück für einen Preis von 20 Euro pro Quadratmeter zur Verfügung zu stellen. Aktuell wird der Kaufvertrag vorbereitet und die Finanzierung geklärt.

Mittelfristig wird die große Jüdische Gemeinde Baden-Badens mit ihrem großen Einzugsgebiet auch nicht mehr mit der kleinen Synagoge in der Werderstraße auskommen. Noch vor den neunziger Jahren war die Gründung einer Jüdischen Gemeinde in Baden-Baden gescheitert, weil die 10 notwendigen Gründungsmitglieder nicht zusammenzubringen waren.

Nicht nur in Baden-Baden sind die notwendigen gewaltigen Integrationsmaßnahmen der schnell gewachsenen Gemeinden immens. Auch andernorts sehen sich die jüdischen Gemeinden mit größeren Wachstumsschmerzen konfrontiert. In Berlin etwa, mit seinen 10.000 Gemeindemitgliedern, schwelt der Konflikt zwischen «Russen gegen Ur-Berliner, Konservative gegen Liberale», wie es die TAZ formulierte, schon seit Jahren.

Die gewählten Vorständer der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden:

SABINA BAKHSHIEVA
Gemeindemitglied der IKG Baden-Baden seit 2003
Höchster Bildungsstand: Jurist (Studium)
Aktueller Beruf: Hausfrau

WLADIMIR BASCHMET
Gemeindemitglied der IKG Baden-Baden seit 2004.
Höchster Bildungsstand: Dipl-Ingenieur
Aktueller Beruf: Industriemechaniker

MICHAIL GUREWITSCH
Gemeindemitglied der IKG Baden-Baden seit 2003.
Höchster Bildungsstand: Ingenieur
Aktueller Beruf: Rentner

OLEXANDR ODNOPOZOV
Gemeindemitglied der IKG Baden-Baden seit 08.01.2014.
Höchster Bildungsstand: Dipl.-Ingenieur (Elektrotechnik)
Aktueller Beruf: Geschäftsführer / Inhaber (Transportunternehmen)

RUBEN SCHUSTER
Gemeindemitglied der IKG Baden-Baden seit 2000
Höchster Bildungsstand: Dipl.-Ing. (FH)
Aktueller Beruf: Selbständiger Kaufmann


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