Baden-Baden-Kopie in Russland

In Russland entsteht ein neues Baden-Baden - "Wladimir Putin gab dem Projekt seine Zustimmung" - "110 Millionen Euro in der Anfangsphase"

In Russland entsteht ein neues Baden-Baden - "Wladimir Putin gab dem Projekt seine Zustimmung" - "110 Millionen Euro in der Anfangsphase"

Bericht: Christian Frietsch

Baden-Baden/Krasnodar, 06.12.13, 00:00 Uhr Es klingt wie ein falsch getimter Aprilscherz, es ist aber eine Realität, die bei den Baden-Badenern wohl eher gemischte Gefühle auslösen wird. Baden-Badens Partnerschaft zur russischen Olympiastadt Sotchi hat offenbar viele Facetten. Neben Austausch und Verständigung spielt offenbar der Knowhow-Transfer eine für unsere russischen Freunde herausragende Rolle. Nicht dieses oder jenes Maschinenbauteil wird derzeit nachgebaut, sondern eine ganzes Stadt. «Neu Baden-Baden liegt am Fuße des Kaukasus», titelte gerade die deutschsprachige russische Zeitung Rossijskaja Gaseta. «Nach sechs Jahren» sei ein Komplex nach dem Vorbild Baden-Badens entstanden und bald soll es auch eine deutsche Klinik geben.

«Die Konzeption wurde bis ins kleinste Detail durchdacht und nach dem Prinzip des maximalen Komforts für seine Bewohner gestaltet», so der Bürgermeister von Krasnodar zur Ernsthaftigkeit, mit der das Baden-Badener Milieu von den Gaggenauer Planern für die russischen Auftraggebern kopiert wurde. «Die Geschichte des deutschen Dorfes begann, als Premier Wladimir Putin dem Projekt im September 2006 auf dem fünften Internationalen Wirtschaftsforum in Sotchi seine Zustimmung gab», so die russische Zeitung zur Historie des in «Alt»-Baden-Baden kaum zur Kenntnis genommen Versuchs, unsere Stadt zu klonen. In der Anfangsphase sollen 110 Millionen Euro investiert werden. Der in Baden-Baden gut bekannte Unternehmer und Mitinitiator Igor Rothmann beschreibt die weiteren Ziele: «Wir möchten in Krasnodar ein Zentrum für alle Richtungen der Medizin schaffen, von der Chirurgie bis zur Neurologie.» Das Geschäftsmodell zielt wohl auf die Erträge ab, die gesundheitsbewusste Russen heute noch nach Deutschland und wohl zu einem nennenswerten Anteil nach Baden-Baden tragen. «Das Krankenhaus wird seinen Betrieb im nächsten Frühjahr aufnehmen, wenn alle medizinischen Gerätschaften installiert und geprüft sind», heißt es weiter. Die Baukosten sollen sich auf 15 Millionen Euro belaufen. So liegt nun ein Baden-Baden am Fuße des Schwarzwaldes und das Neu-Baden-Baden liegt am Fuße des Kaukasus. Für größere Aufregung besteht kein Grund. Ein Indiz für den Erfolg sind die Bemühungen der Nachahmer.


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