Reaktion nach Brexit-Entscheidung

Neue Töne von Daniel Caspary - "Es bereitet mir Sorge wie die Europäische Union in den Dreck gezogen wurde" - "Nicht 70 Jahre nach dem Krieg in alte Muster zurückfallen"

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Daniel Caspary

Baden-Baden, 27.06.2016, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Andere Töne als vor der Brexit-Entscheidung schlägt der auch für Baden-Baden zuständige Europaabgeordnete Daniel Caspary an: «Es bereitet mir Sorge wie die Europäische Union in den Dreck gezogen wurde», blickt er im goodnews4-O-TON-Interview auf die britische Schlammschlacht, die zum Austritt der Briten führte. Und Caspary weiß, dass die Verteidiger der europäischen Idee nun an die Basis müssen.

Gerade außerhalb der Metropolen und Machtzentrenn wurde der Brexit entschieden. Vielleicht muss auch er als einer der einflussreichsten EU-Parlamentarier daran erinnern, dass es ohne die Schützenhilfe der nationalen, aber vor allem auch kommunalen und regionalen Politiker nicht gehen wird. Und vielleicht sind die Positionen der sogenannten rechtspopulistischen Parteien eine Chance. Die Chance nämlich, das Interesse für das Thema zu wecken.

«Ich glaube, dass viele Probleme mit der EU haben», spricht Daniel Caspary jenen Menschen aus dem Herzen, die nicht die Zeit haben, sich mit den schwer verständlichen, komplexen Themen zu beschäftigen. Schwer zu erklären sind zum Beispiel die Sozialisierungen der Euro-Milliarden an Verlusten der Banken, die ihre Gewinne aber behalten dürfen. Auch deshalb bleiben die existenziell wichtigen, nachhaltigen Argumente auf der Strecke, die Daniel Caspary wieder beleben will: «Wir müssen den Menschen erklären warum wir das tun und nicht 70 Jahre nach dem Krieg in alte Muster zurückfallen.»

Baden-Baden profitiert als internationale Bühne wie kaum eine andere Stadt in Baden-Württemberg von der europäischen Integration und dem globalen Dialog. Konrad Adenauer und Charles de Gaulle haben im Brenners Park-Hotel 1962 den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag vorbereitet. Nun braucht es ein Déjà-vu. Vor allem zwischen Deutschland und Frankreich. Auch Chance und Verpflichtung für Baden-Baden. Schon in neun Monaten, beim G-20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs, schaut auch Europa wieder einmal auf unsere Stadt und vielleicht fällt uns eine sichtbare Botschaft ein.

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit Daniel Caspary


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