Schlossherrin besucht Gemeinderat

Neuem Schloss droht angeblich Wohnungsprojekt - OB Mergen: "Terminabstimmung nicht ganz einfach mit Frau Al Hassawi" - Beate Böhlen: "Ich glaube nicht mehr an ein Hotel"

Neuem Schloss droht angeblich Wohnungsprojekt - OB Mergen: "Terminabstimmung nicht ganz einfach mit Frau Al Hassawi" - Beate Böhlen: "Ich glaube nicht mehr an ein Hotel"
Fawzia Al Hassawi, Eigentümerin des Neuen Schlosses, wird im September den Gemeinderat Baden-Baden besuchen. Foto: goodnews4-Archiv

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit OB Margret Mergen

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Beate Böhlen

Baden-Baden, 31.07.2017, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Und wieder grüßt das Murmeltier könnte man vermuten. Am 12. September soll die kuwaitische Eigentümerin des Neuen Schlosses, Fawzia Al Hassawi, im Baden-Badener Rathaus wohl um ein erneutes Entgegenkommen ersuchen. Im goodnews4-O-Ton-Interview bestätigte Oberbürgermeisterin Margret Mergen, dass es zu einem Termin kommen werde.

Den 12. September wollte sie noch nicht bestätigen. «Die Terminabstimmung ist nicht ganz einfach mit Frau Al Hassawi.» Nach goodnews4-Informationen soll der Hauptausschuss des Baden-Badener Gemeinderats die zum Dauersorgenkind geratene Schlossherrin anhören. Dieser Termin wäre dann am 12. September. «Mir liegt einfach daran, dass die Gemeinderäte selber sich auch ein Bild machen von den Bemühungen oder auch von dem für unsere Verhältnisse zu wenig konsequenten und strategischen Vorgehen in der Sache», erklärte OB Mergen das Ziel der Anhörung im Gemeinderat.

Schon für das Jahr 2012 hatte Fawiza Al Hassawi die Eröffnung des Fünf-Sterne-Schlosshotels Baden-Baden angekündigt. Geschehen ist jedoch wenig. Auch mit Denkmalschutzmitteln wurde immerhin das morbide Dach saniert. Als eine weitere Botschaft hatte die kuwaitische Schlosseigentümerin nun auch schon vor Jahren mitgeteilt, dass man sich mit Hyatt einig über eine Partnerschaft sei. Was Hyatt gegenüber goodnews4 bestätigt hatte, war einzig ein Angebot über einen Management-Vertrag. Dieser beinhaltet die risikolose Übernahme der Geschäfte durch den amerikanischen Konzern, die wirtschaftlichen und finanziellen Lasten lägen bei den Eigentümern. In einer weiteren Runde hatte die geschickte kuwaitische Geschäftsfrau Zugeständnisse für den Bau von Wohnraum im Schlosspark abgerungen, um so an finanzielle Mittel oder belastbare Werte zu gelangen. Der Park war bis dahin ein strenges Tabu für eine solche, allerlei Bauspekulationen öffnende Genehmigungen durch die Baden-Badener Stadtverwaltung.

Gereizt reagierte Beate Böhlen, grüne Stadträtin der zweitgrößte Fraktion im Rathaus, im goodnews4-VIDEO-Interview auf die Frage, ob sie denn vom Wunsch der Eigentümerin wisse, die um Genehmigung von weiterem Wohnraum im historischen Schlossgebäude nachsuchen wolle: «Wir wissen davon überhaupt nichts. Wenn dieses Ansinnen aber käme, fände ich das mehr als dreist. Wir − also nicht wir Grünen, sondern der Gemeinderat in seiner Mehrheit, also ohne uns − hat schon der Wohnnutzung, der Eigentumsnutzung im Neubau zugestimmt, was für uns schon über die Grenze dessen hinwegging, was wir zugestehen konnten. Wir müssen uns immer die Größe des Anbaus vor Augen halten. Das wird ein Rigel sein, der die Stadt auch räumlich trennen wird, der eventuell Auswirkungen auf die Frischluftschneisen haben wird und so weiter und so fort. Das war schon schwierig, das als Hotelneubau und Stützbau zuzugestehen.»

goodnews4-VIDEO-Interview mit Fawzia Al Hassawi vom 23. Mai 2014


Abschrift des goodnews4-O-TON-Interviews mit OB Margret Mergen:

goodnews4: Frau Oberbürgermeisterin, Angeblich kommt die kuwaitische Eigentümerin des Neuen Schlosses, Fawzia Al Hassawi, am 12. September 2017 auf Einladung von Ihnen und auf Initiative der CDU-Fraktion im Gemeinderat nach Baden-Baden zu einer nichtöffentlichen Sitzung des Hauptausschusses. Stimmt unsere Information?

Margret Mergen: Also auf jeden Fall kommt Frau Al Hassawi nach der Sommerpause. Ich kann jetzt den genauen Termin im Moment nicht bestätigen, weil der noch in der Feinabstimmung war und ich jetzt das letzte Ergebnis noch nicht in meinem Kalender habe, aber auf jeden Fall kommt sie nach der Sommerpause zu einer Hauptausschusssitzung, ja.

goodnews4: Warum eigentlich zum Hauptausschuss und nicht zum Gemeinderat oder Bauausschuss?

Margret Mergen: Wir hatten mehrere Terminalternativen genannt. Frau Al Hassawi ist international viel unterwegs und sie hatte eben diesen einen Termin genannt. Wie gesagt, in meinem Kalender habe ich jetzt den 12. nicht notiert, ich kann jetzt nicht genau sagen, welcher Tag das war. Die Terminabstimmung ist nicht ganz einfach mit Frau Al Hassawi.

goodnews4: Angeblich will Frau Al Hassawi erneut ein Zugeständnis bei der Baden-Badener Rathausführung durchsetzen. Auch im historischen Schlossgebäude soll Wohnnutzung beziehungsweise Wohneigentum möglich werden. Wird das Rathaus über dieses Begehren verhandeln?

Margret Mergen: Mir ist nicht bekannt, dass im alten Schloss Wohnnutzung vorgesehen ist, also das wäre jetzt eine neue Information, die ich nicht habe.

goodnews4: Was erhoffen Sie sich von dem Gespräch mit Frau Al Hassawi?

Margret Mergen: Dass sie ihre weitere Zeitplanung und auch ihre Pläne darlegt, auch im direkten Dialog mit den Gemeinderäten, denn bisher, in den letzten drei Jahren, waren das Begegnungen mit mir im Rathaus oder auch im Neuen Schloss. Mir liegt einfach daran, dass die Gemeinderäte selber sich auch ein Bild machen von den Bemühungen oder auch von dem für unsere Verhältnisse zu wenig konsequenten und strategischen Vorgehen in der Sache.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interview mit Beate Böhlen:

goodnews4: Angeblich kommt die kuwaitische Eigentümerin des Neuen Schlosses am 12. September auf Einladung der Oberbürgermeisterin nach Baden-Baden zu einer nicht öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses, wissen Sie davon?

Beate Böhlen: Ja.

goodnews4: Warum eigentlich im Hauptausschuss und nicht im Gemeinderat oder im Bauausschuss − ein Manöver der Rathausspitze?

Beate Böhlen: Nein.

goodnews4: Warum?

Beate Böhlen: Es wurde wohl ein Termin gesucht, damit wir uns alle informieren können, damit Frau Al Hassawi auftreten kann. Im Übrigen kann jedes Mitglied des Gemeinderats oder des Bauausschusses bei dieser Sitzung teilnehmen. Hauptausschuss vielleicht auch deswegen, weil es finanzielle Auswirkungen auf die Stadt hat?

goodnews4: Angeblich will Frau Al Hassawi erneut ein Zugeständnis der Baden-Badener Rathausführung durchsetzen. Zum Beispiel auch im historischen Gebäude soll Wohneigentum oder zumindest Wohnnutzung möglich werden. Würden Sie ein solchen erneutes Zugeständnis mittragen?

Beate Böhlen: Wir wissen davon überhaupt nichts. Wenn dieses Ansinnen aber käme, fände ich das mehr als dreist. Wir − also nicht wir Grünen, sondern der Gemeinderat in seiner Mehrheit, also ohne uns − hat schon der Wohnnutzung, der Eigentumsnutzung im Neubau zugestimmt, was für uns schon über die Grenze dessen hinwegging, was wir zugestehen konnten. Wir müssen uns immer die Größe des Anbaus vor Augen halten. Das wird ein Riegel sein, der die Stadt auch räumlich trennen wird, der eventuell Auswirkungen auf die Frischluftschneisen haben wird und so weiter und so fort. Das war schon schwierig, das als Hotelneubau und Stützbau zuzugestehen. Es ist sehr schön, wenn ich bei Ihnen ins Archiv schaue, kann ich immer sehen, was ich schon vor Jahren dazu gesagt habe, und mir bleibt auch jetzt nichts anderes. Ich glaube nicht mehr an das Hotelprojekt, ich glaube, dass Frau Al Hassawi hier ein Immobilien-Spekulationsobjekt erschaffen möchte. Ich glaube auch, dass diese Wohnungen schon virtuell auf dem Finanzmarkt zirkulieren. Und ich glaube nicht, dass es Baden-Baden gut tut, wenn sie das noch weiter unterstützt, sondern jetzt klare Kante gezeigt werden muss. Die Baugenehmigung ist ausgelaufen und jetzt würde ich sagen: So, jetzt machen wir einen Cut und fangen dann eben nochmal von vorne an und Frau Al Hassawi muss sich überlegen, ob sie weiterhin im Besitz des Neuen Schlosses sein möchte oder ob eventuell andere Investoren an ihre Stelle treten würden. Ich glaube, das muss die klare Haltung der Stadt sein, dass wir jetzt sagen: Stopp, es reicht, es sind jetzt 14 Jahre her und wir − nicht wir Grünen − aber es wurde über viele Stöckchen gesprungen und jetzt ist einfach das Gatter zu hoch und jetzt gehen wir drei Schritte zurück und machen auch keine Zugeständnisse mehr.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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goodnews4-O-TON-Interview von Nadja Milke mit OB Margret Mergen

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