Bundestagswahl 2013

Nicht nur gute Karten für Angela Merkel in Baden-Baden bei goodnews4-VIDEO-Umfrage - "Sollte sich etwas mehr um ihre Familienministerin kümmern" - "Fifty-fifty CDU und SPD"

Nicht nur gute Karten für Angela Merkel in Baden-Baden bei goodnews4-VIDEO-Umfrage - "Sollte sich etwas mehr um ihre Familienministerin kümmern" - "Fifty-fifty CDU und SPD"

Bericht: Christian Frietsch

goodnews4-VIDEO-Umfrage von Max Schlett

Baden-Baden, 09.07.13, 01:00 Uhr Im Jahr 1913 soll der Sommer des Jahrhunderts gewesen sein, geht es nach dem Buch von Florian Illies. «Malewitsch malt ein Quadrat, Proust begibt sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit, Rilke trinkt mit Freud, Strawinsky feiert das Frühlingsopfer, Kafka, Joyce und Musil trinken am selben Tag in Triest einen Cappuccino − und in München verkauft ein österreichischer Postkartenmaler namens Adolf Hitler seine biederen Stadtansichten», heißt es zur Essenz des Jahres 13 vor 100 Jahren. Und in den langsam ruhiger werdenden Baden-Badener Sommertagen des frühen Juli 2013 darf man auf Nachsicht hoffen für die viel zu lange Einleitung für das halbwegs geschichtsträchtige Datum, das wir in weniger als drei Monaten erleben. Da geht es längst nicht um Ahnungen von Krieg und Völkerschlacht wie damals im Vorjahr der ersten Weltkatastrophe des letzten Jahrhunderts. Es geht nur um eine Bundestagswahl. Vielleicht geht es aber doch wieder um ganz Europa. Sparkurs ja oder nein? Ein Europa der noch Reicheren und noch Ärmeren? Wohlstand bewahren oder Umverteilungen riskieren? «Fifty-fifty CDU SPD. Ich werde auf jeden Fall wählen gehen, weil ich finde, es ist eine wichtige Sache», sagt ein junger Mann in der goodnews4-VIDEO-Umfrage in der Baden-Badener Innenstadt.

Vielleicht steht für ihn die CDU für Bewahren und die SPD für Riskieren. «Ich werde mich kurz vor der Bundeswahl an die Stände stellen, dass die mir mal erklären, was sie für mich Gutes tun können und dann werde ich entscheiden», gibt er einen Hinweis auf sein Vorgehen bei der Entscheidungsfindung zwischen den Alternativen, die vielleicht vor der Wahl größer erscheinen als sie sich nach der Wahl herausstellen. «Wenn sie das weiter macht, was sie bisher geschafft hat, dann ist es schon gut», zeigt eine distinguierte Dame, die man schon für eine Baden-Badener Schicht für repräsentativ durchgehen lassen darf. Ganz tief in ihr parteipolitisches Innere ließen sich nur wenige Befragte blicken, doch bei der Frage nach der Prognose für einen Wahlausgang viel auffällig oft der Name der Kanzlerin. Doch nicht nur ganz unkritisch: «Frau Merkel sollte sich etwas mehr um ihre Familienministerin kümmern», schimpfte eine ansonsten sich auf CDU-Linie bewegende, gut aufgeräumte Dame. Punkten konnte neben der CDU nur noch die SPD, doch die «SPD glänzt mit Negativ-Schlagzeilen der Führungskräfte», legte ein redseliger Passant mittleren Alters seinen Finger in die Wunde der Genossen. Eine selbstbewusste Dame, unverkennbar als Schwäbin auszumachen, gab sich auch als kritische Unions-Sympathisantin: «Die anderen tun nur viel versprechen, um nichts zu halten − es sieht so aus, dass es so langsam bei der CDU genauso wird.» So wurde bei dem natürlich nicht repräsentativen Flanieren durch Baden-Baden aber doch deutlich, dass der politische Kenntnisstand der Baden-Badener eine gute Note verdient, denn längst ist den Wählern klar, dass es ein Lager-Wahlkampf werden wird. Möglicherweise ist nur dies der weiße Ritter für die daniederliegenden Liberalen. Doch noch ziehen sich 10 lange Wochen hin bis zum 22. September. Auch in Baden-Baden gibt es nicht nur einen Studenten, der für Argumente noch offen ist. Ach ja, und noch einmal zurück in jenes Jahr 13 vor 100 Jahren, denn dies ist doch näher an unserer Zeit von Kauflust und Konsum. 1913 eröffnete in Essen die Mutter von Karl und Theo Albrecht den ersten Aldi.

goodnews4-VIDEO-Umfrage von Max Schlett