Aus dem Museum LA8

Berliner Luft im Museum LA8 - Vortrag zu Zille: "Als sozialistischer Volksschädling diffamiert und zu einem antisemitischen Vorarbeiter des Nationalsozialismus verfälscht"

Baden-Baden, 08.07.2013 Auch die Berliner Medien wurden aufmerksam auf die geschickte Planung der Zille-Ausstellung im Baden-Badener Museum LA8. Während des Engagements der Berliner Philharmoniker in Baden-Baden schwappte das Zille-Interesse zu den Berlinern zurück, die ihren Zille auf diese Weise wiederentdeckten. Nun geht das Grenke-Museum auch in die Tiefe zur Geschichte um den großen volksnahen Berliner Künstler.

«Verboten und verfälscht. Das Werk Heinrich Zilles im Nationalsozialismus», heißt der Vortrag von Pay Matthis Karstens am Samstagnachmittag um 17 Uhr im LA8 Museum. Zum Hintergrund des Vortrags heißt es in einer Meldung des Museums: «Nur wenige wussten bislang, dass der Künstler von den Nationalsozialisten zuerst als ‘sozialistischer Volksschädling’ diffamiert und anschließend zu einem antisemitischen Vorarbeiter des Nationalsozialismus verfälscht wurde. Neue Archivfunde, die der Kunsthistoriker Pay Matthis Karstens kürzlich in seinem mit dem Vortrag gleichnamigen Buch vorlegte, bringen nun erstmalig Licht in das Dunkel dieses Rezeptionsgeflechts und geben Aufschluss über die Gründe, Abläufe und Widersprüche der Verbote, Beschlagnahmungen und propagandistischen Umdeutungen.» Das Thema ist anspruchsvoll, der Eintritt mit drei Euro bescheiden.