Warnung der Bundespolizei

Gernsbacher Altstadtfest - Gefahren auf Bahnanlagen

Bild Gefahren auf Bahnanlagen Gernsbach, 13.09.13 Am kommenden Wochenende findet in Gernsbach das 38. Altstadtfest statt. Wie in den vergangen Jahren werden wieder zahlreiche Besucher aus nah und fern zu dieser traditionellen Veranstaltung erwartet. Viele Gäste reisen mit Zug, Straßenbahn oder Bussen an, um in der Gernsbacher Altstadt einige schöne Stunden zu verbringen. Jedoch ist die An- und Abreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr nicht immer gefahrlos.

Um eventuellen Gefahrensituationen vorzubeugen ist die Bundespolizeiinspektion Offenburg mit mehreren Streifen an den Bahnanlagen im Einsatz. Insbesondere der Haltepunkt Gernsbach Mitte stellt einen Gefahrenschwerpunkt dar. Leider musste die Bundespolizei im letzen Jahr mehrere gebührenpflichtige Verwarnungen erteilen sowie Bußgeldverfahren gegen unvorsichtige Bahnbenutzer einleiten. Beispielsweise wird das unerlaubte Betreten der Gleise konsequent mit 25 Euro geahndet. Bußgelder bei schwerer wiegenden Verstößen können mehrere hundert Euro betragen. Jedoch hofft die Bundespolizei auf das umsichtige und regelgerechte Verhalten der Festbesucher.

Da die Gefahren im Bahnverkehr und den Bahnanlagen teilweise unbekannt oder unterschätzt werden, weist die Bundespolizeiinspektion Offenburg auf die besonderen Gefahren hin! Bahnanlagen stellen für Personen, die keine Erfahrungen im Bahnbetrieb haben, ein lebensgefährliches Risiko dar. Hier gelten andere Regeln als im Straßenverkehr.

1. Die Annahme, dass der Schienenverkehr dem Straßenverkehr ähnelt, ist grundsätzlich falsch!
2. Züge fahren auf zweigleisigen Strecken nicht unbedingt auf der rechten Seite, wie im Straßenverkehr. Auf Strecken mit mehreren Gleisen besteht die Gefahr, dass Personen, die sich vor einem durchfahrenden Zug in Sicherheit bringen wollen, direkt vor einen Zug auf dem Nachbargleis laufen und hiervon erfasst werden.
3. Personen, die durch das unbefugte Betreten von Gleisanlagen eine Schnellbremsung eines Zuges verursachen, können, wenn es zu Personen- oder Sachschäden kommt, straf- und/oder zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Durch unübersichtliche Weichenführungen ist der Fahrweg eines Zuges nicht absehbar.
4. Durch starken Wind oder eine Schneedecke auf den Gleisen werden Fahrgeräusche von Zügen oft erst "in letzter Sekunde" wahrgenommen.
5. Der Lokführer kann nicht ausweichen!
6. Der Sog eines vorbeifahrenden Zuges kann Personen unter den Zug.
7. Die Oberleitung der Bahn steht unter einer Spannung von 15 000 Volt. Bei einer Annäherung von wenigen Metern kann der Strom "überspringen". Auch wenn Gegenstände berührt werden, die Kontakt zur Oberleitung haben, kann der Strom übergeleitet werden. Derartige Unfälle enden in der Regel tödlich.
8. Der Bremsweg eines Zuges, der 100 km/h fährt, kann bis zu 800 Meter betragen. Selbst wenn der Lokführer eine Person auf mehreren hundert Metern Entfernung auf den Gleisen erkennt, kann er den Zug nicht mehr rechtzeitig abbremsen. Das kann zur tückischen Falle für jeden werden, der stürzt oder die Annäherung des Zuges nicht rechtzeitig bemerkt.
9. Die Aufzählung der Gefahrenpunkte ist nicht abschließend. Aufgrund der Gefahren ist das Betreten von Bahnanlagen für Unbefugte nicht gestattet und ist je nach den örtlichen Umständen strafbar oder stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.