Aus dem Rathaus Baden-Baden

Roland Seiter erzählt die Geschichte vom eifrigen Hengst im Stadtwald - "Babel scharrt schon ungeduldig mit den Hufen"

Roland Seiter erzählt die Geschichte vom eifrigen Hengst im Stadtwald - "Babel scharrt schon ungeduldig mit den Hufen"

Baden-Baden, 17.04.14 Eine fast rührende Geschichte gerade rechtzeitig zu Ostern erzählt der Baden-Badener Pressechef Roland Seiter über einen besonders engagierten vierbeinigen Mitarbeiter im Baden-Badener Stadtwald:

«Normalerweise werden Pferde im Wald allenfalls zum Rücken, also zum Heraustransportieren von geschlagenen Stämmen aus dem Bestand eingesetzt. Jetzt passiert aber etwas anderes im Stadtwald: Das Pferd bringt Tannen in den Wald.

Babel scharrt während der letzten Vorbereitungen schon ungeduldig mit den Hufen. Babel ist ein polnischer Kaltblut-Hengst mit stattlichen 750 Kilo Lebendgewicht. Zusammen mit seinem Besitzer Ronny Fleischer bereitet er den Boden für eine Saat mit Weißtanne vor. Ronny Fleischer ist gelernter Forstwirt und arbeitet als Unternehmer unter anderem im Revier Hohenbaden. Mehr oder weniger als Hobby und mit viel Idealismus hat er mit dem Pferde-Rücken angefangen.

Nun zieht sein Hengst einen Pflug und der Forstwirt lenkt das Gespann geschickt zwischen den Bäumen hindurch. Pflügen ist im Bestand nur mit echten Pferdestärken möglich, für einen Schlepper ist es hier viel zu eng. In die entstandene Furche werden daraufhin vorbereitete Tannen-Samen gestreut und nur leicht mit Erde überdeckt.

Den Winter verbrachten die Samen im feuchten Sand und in der Kälte. So überwinden sie die natürliche Keimhemmung, die verhindert, dass sie schon im Herbst auswachsen und dann, da noch unverholzt, gleich erfrieren würden. Bei günstigem Wetter, also bei ausreichender Feuchtigkeit, lassen sich bereits nach wenigen Wochen die kleinen Tannensternchen bewundern. So nennt man die Keimlinge mit ihren 5 bis 10 im Kreis angeordneten Nadeln. In Reih und Glied sollen sie dann stehen, entlang der Furche.

Die Tanne ist die Zukunft des Stadtwaldes Baden-Baden. Denn sie bildet zusammen mit der Buche die natürliche Waldgesellschaft im Schwarzwald. Sie wird aber fast überall von der erst durch den Menschen eingebrachten Fichte überwachsen. Die Fichte stammt ursprünglich aus den Alpen und den Karpaten. Im Schwarzwald kommt sie von Natur aus nur an Moorrändern und in den allerhöchsten Lagen vor, war also eher selten. Und die Tanne hat gegenüber der Fichte Vorteile. Sie ist weniger schädlingsanfällig vor allem bei Stress durch Trockenheit. Dies kann ein Vorteil im Hinblick auf den Klimawandel sein.

Neben den vielen Flächen, die alljährlich mit selbst gezogenen Tannen-Topfpflanzen bepflanzt werden, ist die Saat mit Hilfe von Rücke-Pferden eine wenig aufwändige und zeitsparende Alternative, die Tanne im Stadtwald zu vermehren und damit die Bestände naturnah zu gestalten. Und nicht zuletzt sind Arbeitspferde im Wald eine Attraktion für Waldbesucher und ein gleichzeitig unterstützungswürdiges traditionsreiches Waldgewerbe aus alter Zeit.»


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