Aus dem Rathaus Gaggenau

Führung auf Jüdischem Friedhof Kuppenheim - Erstmals 1694 urkundlich erwähnt

Führung auf Jüdischem Friedhof Kuppenheim - Erstmals 1694 urkundlich erwähnt
Der Jüdische Friedhof Kuppenheim. Foto: Heinz Wolf

Kuppenheim, 28.09.2017, Bericht: Rathaus Gaggenau Der Kuppenheimer Arbeitskreis «Stolpersteine» lädt zu einer Führung auf dem Jüdischen Friedhof Kuppenheim am Donnerstag, 5. Oktober, 17 Uhr, ein.

Neben dem bereits angemeldeten SPD-Ortsverein Gaggenau sind weitere Gäste aus Gaggenau und der Region willkommen, an der Führung teilzunehmen. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kippa oder eine andere Kopfbedeckung mitzubringen und zu tragen. Die Führung ist kostenlos und findet auch bei Regen statt. Spenden, um Kosten für die Legung weiterer Stolpersteine zu begleichen, sind willkommen. Anmeldungen zur Führung bitte per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon 07225-75543. Siehe auch www.juedisches-kuppenheim.de

In Kuppenheim befindet sich der erstmals 1694 urkundlich erwähnte jüdische Bezirksfriedhof für Mittelbaden. Von 1814 bis 1869 wurde vom katholischen Pfarramt das Begräbnisbuch der auswärtigen jüdischen Gemeinden geführt. Der Friedhof wurde während des Zweiten Weltkriegs von Nationalsozialisten verwüstet, die Aussegnungshalle in der Reichspogromnacht im Jahr 1938 zerstört. Erkennbar sind rund 1.000 Gräber für Erwachsene und 45 Gräber für Kinder. Die Toten aus Hörden wurden auf dem Verbandsfriedhof Kuppenheim beigesetzt. 75 Grabsteine von erwachsenen Juden aus Hörden und drei Kindergräber sind erhalten. Die beiden ältesten Gräber stammen aus den Jahren 1736 und 1741. Die letzte Bestattung fand am 22. Juni 1933 statt.

Ein Grabstein kann dem Jahrzehnte lang in Kuppenheim lebenden Juden Nathan Kahn, geboren am 17. Mai 1878, zugeordnet werden. Nathan Kahn nahm sich am 24. Mai 1933 in Gaggenau das Leben. Die Familie zog nach dem Verkauf des Elternhauses in der Friedrichstraße 59 in Kuppenheim, kurz vor 1933, nach Rotenfels, später nach Gaggenau. Die Ehefrau Hedwig, geborene Vollmer, und die Tochter Charlotte konnten nach dem Tod von Nathan Kahn nach Palästina auswandern.


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