Aus dem Rathaus Baden-Baden

17 neue „Stolpersteine“ werden verlegt - Beginn mit Carl Flesch

17 neue „Stolpersteine“ werden verlegt - Beginn mit Carl Flesch

Baden-Baden, 26.11.14, Rathaus Der Künstler Gunter Demnig aus Köln wird heute, Mittwoch, 26. November, bereits zum sechsten Mal zu einer Verlegung von «Stolpersteinen» nach Baden-Baden kommen.

«Stolpersteine» sind kleine, in den Bürgersteig eingelassene Mahnmale in der Größe eines Pflastersteins, in die Namen und Lebensdaten von Opfern der nationalsozialistischen Diktatur eingraviert sind. Sie werden jeweils vor der letzten Wohnung der Betroffenen verlegt. In diesem Jahr werden in der Kurstadt 17 neue Steine verlegt. Sie erinnern an jüdische Opfer, Opfer der NS-Krankenmorde und an Menschen, die wegen ihrer politischen oder religiösen Überzeugungen inhaftiert und ermordet wurden. Baden-Badener Bürgerinnen und Bürger haben für die Stolpersteine die Patenschaft übernommen. Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Verlegung am Mittwoch, 26. November, dabei zu sein. An den jeweiligen Stationen werden die Lebenswege der Verfolgten von Angehörigen, Spendern und Mitarbeiterinnen des «Arbeitskreises Stolpersteine» kurz vorgestellt.

Der Auftakt der Verlegung ist um 9 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Straße 23. Dort wird in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Margret Mergen der Stein für Carl Flesch verlegt, den bedeutenden Geiger und Violinpädagogen, der Musiker aus der ganzen Welt für seine Konzerte nach Baden-Baden holte. 1935 musste Flesch vor der Verfolgung der Nazis aus Deutschland fliehen. Es folgte eine Odyssee durch Europa. 1944 starb Carl Flesch an einem Herzleiden, das er sich bei der Flucht zugezogen hatte. Die kleine Gedenkveranstaltung wird von einer Schülerin des Gymnasium Hohenbaden und ihrem Musiklehrer Achim Fessler mitgestaltet.

Weitere Stationen der Verlegung am 26. November sind die Moltkestrasse 3 um 9.30 Uhr, letzte Wohnstätte von Dorothea Hecht und Familie Netter, die Ludwig-Wilhelm-Straße 6 um 9.50 Uhr, Ernst Dreifuß, die Zimmerstraße 1 um 10.10 Uhr, Friedrich Maier, die Meisenkopfstraße 1 um 10.30 Uhr, Dr. Franz und Lilly Lust, die Lange Straße 46 um 10.50 Uhr, Franz Birnbräuer, die Beethovenstraße 2 um 11.20 Uhr, Familie Durlacher, sowie die Fürstenbergallee 6 um 11.40 Uhr, Familie Kahn.

Die Verlegung der Stolpersteine wird durch weitere Veranstaltungen begleitet, zu deren Besuch der Arbeitskreis Stolpersteine einlädt: die seit 23. Oktober laufende Sonderausstellung «Weil eine Zahl keinen Namen hat» Ein Stein. Ein Mensch. Eine Stimme − Stolpersteine in Baden-Baden, im Stadtmuseum im Alleehaus, bis 11. Januar, sowie den Vortrag «Karl Jäger. Mörder der litauischen Juden. Biographie eines Täters aus der südbadischen Region» von Professor Dr. Wolfram Wette, Universität Freiburg, am Mittwoch, 3. Dezember, 19 Uhr, im Stadtmuseum, Lichtentaler Allee 10.

Die Stolpersteine werden durch Spenden finanziert. Spendenkonten sind 010868, BLZ 662 500 30, bei der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau sowie 280 175 404, BLZ 662 900 00 bei der Volksbank Baden-Baden Rastatt eG unter dem Stichwort «Stolpersteine». Der Empfänger ist das Stadtarchiv Baden-Baden. Auf Wunsch kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden. Weitere Informationen zum europaweiten Stolpersteine-Projekt gibt es im Internet unter www.stolpersteine.com sowie auf www.stolpersteine-baden-baden.de


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