Anzeige

Aus dem Rathaus Rastatt

„Steife Segge“ ist Pflanze des Monats - „Im Ried typische Gras gehört zu den Sauergräsern“

„Steife Segge“ ist Pflanze des Monats - „Im Ried typische Gras gehört zu den Sauergräsern“
Die Steife Segge ist im Ried weit verbreitet. Foto: Stadt Rastatt

Rastatt, 29.01.2016, Bericht: Rathaus Zur Pflanze des Monats Februar 2016 hat die Umweltstiftung Rastatt die Steife Segge, Carex elata gewählt. Das im Ried typische Gras gehört zu den Sauergräsern.

Mit rund 120 Arten stellt diese Gattung in der deutschen Pflanzenwelt eine der artenreichsten Gruppen dar. Besonders häufig wachsen sie jedoch auf feuchten bis nassen Standorten. In Baden-Württemberg ist die Pflanze daher besonders im Oberrheingraben verbreitet.

Von anderen bei uns vorkommenden Sauergräsern wie der Sumpf-Segge oder der Ufer-Segge unterscheidet sich die Steife Segge durch ihre sehr stattlichen, stockwerkartig aufgebauten dichten Kuppen. Diese Horste wachsen bis zu einen Meter säulenartig empor und ragen selbst bei hohem Wasserstand aus dem Wasser heraus. Durch immer wieder neue Triebe aus dem Inneren der Horste sind sie außerordentlich fest und können sogar einen Menschen tragen. Ihre aufrecht wachsenden Stängel sind scharf, dreikantig, im oberen Bereich rau und nur im unteren Bereich mit Blättern versehen. Das Austreiben und Blühen erfolgt im April und Mai.

Die Steife Segge kommt in zeitweise überstauten, versumpften Standorten wie Nasswiesen, in Verlandungszonen von Gewässern, aber auch in lichten Erlenbruchwäldern und in Weidengebüschen vor. Wasserstands Schwankungen machen ihr nichts aus. Die Horste ragen bei Hochwasserstand aus dem Wasser heraus, vertragen aber auch völliges Austrocknen und totale Überflutung.

Sauergräser wie die Steiffe Segge unterscheiden sich von den Süßgräsern - wie dem Glatthafer - durch ihren meist dreikantigen Stängel, der mit Mark gefüllt ist. Viele Süßgräser sind gute Futtergräser, schmecken allerdings nicht «süß» wie ihr Namen vermuten lässt. Die meisten Sauergräser werden dagegen vom Vieh gemieden, da sie aufgrund ihres hohen Kieselsäuregehalts oft hart und scharfkantig sind.

Sowohl der lateinische Name als auch der deutsche Name der Segge leiten sich von Wörtern mit der Bedeutung «schneiden» ab. So bedeutet der lateinische Namen Carex «Pflanze mit schneidenden Blättern». Segge ist niederdeutsch und bedeutet ebenfalls «Schneide».

Abgemähte Seggen wurden früher als Streu in Viehställen genutzt. Heute spielen Seggen in der Landwirtschaft keine Rolle mehr, sind aber als Gartenpflanzen beliebt. Der französische Name der Steifen Segge, le grand carex, war namensgebend für das größte Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz, der Grande Cariçaie am Neuenburgersee.

Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.