Nationalpark Norschwarzwald

Bewegung um den Nationalpark - Hotelier Schmiederer möchte Bären, Wölfe, Adler und Elche - 20-Millionen-Grundig-Projekt hält mit "Haus- und Hoftiere" im Tierpark dagegen

Bewegung um den Nationalpark - Hotelier Schmiederer möchte Bären, Wölfe, Adler und  Elche - 20-Millionen-Grundig-Projekt hält mit "Haus- und Hoftiere" im Tierpark dagegen

Bericht: Christian Frietsch

Baden-Baden, 30.12.13, 00:00 Uhr Gerade ist die politische Auseinandersetzung um den Nationalpark Nordschwarzwald aus den Schlagzeilen verschwunden, beginnt das Ringen um die beste Pole Position bevor der Nationalpark an den Start geht. Frühzeitig hat Baden-Baden seinen Anspruch als Nationalpark-Portal, also quasi als Haupteingang des 100 Millionen Quadratmeter großen Geländes, für sich reklamiert. Aber auch Manfred Schmiederer, einflussreicher Wirt und Dollenberg-Hotelier, will mitmischen und möchte gleich ein Portalgebäude bauen, das in den attraktivsten Teil des Nationalparks unweit seines Hotels führen soll. Diesem und anderen Plänen, die sich um das rot-grüne Urwald-Projekt ranken, widmeten sich die Stuttgarter Nachrichten am Wochenende. Meinrad Schmiederer, Hotelier des Dollenberg in Bad Griesbach und enger Freund von Ex-Ministerpräsident und Noch-EU-Kommissar Günther Oettinger, hält offenbar an seinen kühnen Plänen fest.

«Bären und Wölfe, Adler und Auerwild, ja sogar Elche sollen sich frei in dem Wildtierreservat bewegen, das von der Alexanderschanze an der B 500 bis zum Glaswaldsee reichen soll», schreibt der ehemals in Baden-Baden tätige Frank Krause in dem Stuttgarter Blatt. Noch grase «kein Elch an der Schwarzwaldhochstraße», noch kreise «kein Adler über den Schwarzwaldhöhen, da werden bereits die Weichen für das nächste Projekt gestellt», heißt es in der Zeitung weiter. Gemeint ist ein offenbar von der Grundig-Stiftung auf den Weg gebrachtes Projekt in Sasbachwalden, das die Initiatoren schon Mitte November auf ihrer Internetseite www.anima-tierwelt.de bekannt gemacht hatten.

Die angeblich 20 Millionen Euro als «Anschubfinanzierung» stammen wohl aus der Stiftung des Rundfunkgeräte-Pioniers Max Grundig. Der Sitz der Anima gGmbH befindet sich jedenfalls dort, wo auch die Stiftung in der Baden-Badener Hermann-Sielcken-Straße zuhause ist. Offenbar befindet sich die Gesellschaft aber noch in Gründung. «Wir wollen mit der Anima-Tierwelt einen Beitrag leisten, Mensch und Natur einander wieder näherzubringen», wird eine «Sprecherin» des Projektes zitiert. «Nach den Plänen von Maria Wruck und Davina Platz», den als Leiterinnen des geplanten Tierparks genannten Verantwortlichen, soll das Haus auch «als Bildungs- und Therapiezentrum» fungieren und einen «Seminarsaal samt Lehrküche» erhalten. Später solle ein «Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten für Schulklassen und Familien dazukommen».

Im Gegensatz zu den mit sechs Millionen Euro bescheiden veranschlagten Plänen von Dollenberg-Hotelier Manfred Schmiederer sollen beim 20-Millionen-Grundig-Projekt auf einem Schaubauernhof oberhalb von Sasbachwalden regionale Haus- und Hoftiere untergebracht werden.


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