Nationalpark im Schwarzwald

OB Gerstner zur Entscheidung Nationalpark: «Sehr gute Nachrichten» - Rastatter Landrat Bäuerle enttäuscht - Lob von Greenpeace für Baden-Baden

OB Gerstner zur Entscheidung Nationalpark: «Sehr gute Nachrichten» - Rastatter Landrat Bäuerle enttäuscht - Lob von Greenpeace für Baden-Baden

goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit OB Wolfgang Gerstner

Bericht: Christian Frietsch

Baden-Baden, 05.06.13, 01:00 Uhr «Sehr gute Nachrichten für Baden-Baden, wir sind im Gebietsszenario mit dabei», freute sich Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner im goodnews4-VIDEO-Interview über den Vorschlag der Landesregierung zur genauen Lage des gut 10.000 Hektar großen Nationalparks. Nach der Veröffentlichung des Vorschlages fuhr der Baden-Badener Oberbürgermeister gestern Nachmittag auch gleich nach Stuttgart, um mit Minister Alexander Bonde Einzelheiten abzustimmen. Noch muss der Landtag einem Gesetz für den baden-württembergischen Nationalpark zustimmen, doch alles andere als eine von grün-rot getragene Mehrheit ist nicht wahrscheinlich.

Geschickt hat die grün-rote Regierung den Gegnern des Nationalparks den großen Wind aus den Segeln genommen, denn von den sieben Gemeinden, in denen die Bürgerbefragung gegen das Projekt ausfiel, gehören nicht mehr zum geplanten Gebiet für den potentiellen «Urwald» im Nordschwarzwald. Die beiden Gemeinden, auf die nicht verzichtet werden könne, sind Forbach und Baiersbronn. Die Staatswaldflächen für den nun umrissenen Nationalpark liegen auch noch auf Gemarkung der Gemeinden Oppenau, Ottenhöfen und Seebach im Ortenaukreis. Eine besondere Rolle spielt der vom Gemeinderat Baden-Badens zur Verfügung gestellte Kommunalwald und unter Vorbehalt der Zustimmung des dortigen Gemeinderates auch die Kommunalwaldfläche unserer Nachbarstadt Bühl. Bis zur Verabschiedung des für die Einrichtung des Nationalparks erforderlichen Landesgesetzes durch den Landtag seien Veränderungen möglich, bemühte sich Minister Bonde das versprochene Klima des «Gehörtwerdens» auch bei diesem aufgeheizten Projekt durchzuhalten. Gebietskörperschaften, Verbände und über die neue Online-Beteiligungsplattform hätten alle Bürgerinnen und Bürger «die Möglichkeit, den Gesetzentwurf zu kommentieren und sich mit Anregungen einzubringen». So wird sich vielleicht auch der Rastatter Landrat Bäuerle zu Wort melden, der sich über die nun fixierte Gebietskulisse, aus der der Kaltenbronn herausfiel, enttäuscht zeigte: «Angesichts der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit der einzigartigen Landschaft und auch vor dem Hintergrund der positiven Grundstimmung in Gernsbach sei diese Entscheidung schwer verständlich», ließ der Landrat gestern in einer ersten Reaktion wissen. Für Baden-Baden jedenfalls gilt, dass sich Bürger und Kommunalpolitiker ziemlich einig sind und Lob gibt es von allen Seiten. Auch Greenpeace spart nicht mit Komplimenten für die Entscheidung unserer Kommunalpolitiker: «Greenpeace lobt den Schritt der Stadt Baden-Baden, 400 Hektar Kommunalwald zum Nationalpark zur Verfügung zu stellen, um ein geschlossenes Schutzgebiet zu erreichen. Diesem Beispiel sollten andere Gemeinden jetzt folgen», hieß es gestern in einer Erklärung der NGO.

goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit OB Wolfgang Gerstner