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Seltsamer November-Sommer in Baden-Baden - "Es ist nicht normal um diese Jahreszeit, man weiß nicht mehr was man anziehen soll" - "Unsere Generation kann es genießen, aber für unsere Kinder wird's problematisch"

Seltsamer November-Sommer in Baden-Baden - "Es ist nicht normal um diese Jahreszeit, man weiß nicht mehr was man anziehen soll" - "Unsere Generation kann es genießen, aber für unsere Kinder wird's problematisch"

Bericht: Christian Frietsch

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goodnews4-VIDEO-Umfrage von Max Schlett

Baden-Baden, 02.11.14, 00:00 Uhr 800 Forscher∗ haben an dem Weltklimabericht gearbeitet, der am Wochenende in Kopenhagen vorgelegt wurde. Und gestern, am sonnenüberfluteten, seltsam warmen Sonntagnachmittag, fand sich auf den Terrassen der Baden-Badener Cafés kaum ein freier Platz, alternativ schlenderten die Besucher der Stadt eisschleckend durch die verkaufsoffene Innenstadt. Auf die Frage von goodnews4-Reporter Max Schlett, «Freuen Sie sich denn über das schöne Wetter oder machen Sie sich Sorgen wegen des Klimawandels?», fanden sich fast 30 antwortende Baden-Badener und Tagestouristen.

«Ich freue mich, mache mir aber ein bisschen Gedanken», antwortete eine reifere, nachdenkliche Dame an diesem warmen Novembertag und stand damit für den Zwiespalt, ob das schöne Wetter mit dem Klimawandel zu tun haben könnte. «Es ist nicht normal um diese Jahreszeit. Man weiß nicht mehr was man anziehen soll. Das schöne Wetter ist auch gut, man spart Heizung, mehr weiß ich auch nicht», raffte eine Dame all ihre Gedanken zusammen, die ihr in dieser verfahrenen Lage in den Sinn kamen. Sie wusste wohl, dass sie sich bei der Wahl ihrer Kleiderordnung mit Mantel, Schal und Handschuhen mehr am vom November kündenden Kalender als an den warmen Tatsachen orientiert hatte. «In einer Stunde ist die Sonne weg», eilte ein Pärchen schnell an der Kamera vorbei und wollte den warmen Novembertag nicht eintauschen mit Selbstzweifeln und Zweifel daran, ob denn gerade alles mit rechten Dingen zu geht auf unserer Erde. «Wir haben den 02. November, das muss man dazu sagen», lachte ein Mann mit Begleiterin über das Sommerfeeling an diesem Novembertag.

Schließlich fand sich noch ein in der Wetter-Geschichte kundiger älterer Herr, der eine meteorologische Historie der großen Aufregung des Klimawandels entgegen stellte: «Ich freue mich über das schöne Wetter, es ist außergewöhnlich, dass wir zu dieser Jahreszeit noch einen so schönen, sonnigen Tag haben», konstatierte er. Aber der Klimawandel habe auch zwei Seiten: «Wir hatten zwei Kälteeinbrüche − einmal um 1800 und einmal in der Renaissancezeit.» Und die Überlieferung besage, dass die Burgen und Schlösser dafür mangelhaft mit Heizungen vorbereitet gewesen seien, da ein wesentlich wärmeres Wetter als in unseren Tagen das Verhalten bestimmte. Nun nehmen wir das mal als kleine Hoffnung, dass auch die selbst bestimmten Kräfte der Natur für epochale Wechsel von warmen und kalten Phasen sorgen.

Einen Strich durch diese Beruhigungshilfe machen allerdings die 800 Klima-Forscher, die in Kopenhagen ihren Bericht ablieferten. «Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Ernteausfälle und steigende Meeresspiegel» seien bereits jetzt schon die Folgen der durch die Menschen verursachten Erderwärmung. Eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter zwei Grad ist nach IPCC-Auskunft realisierbar, wenn der Ausstoß an Treibhausgasen weltweit bis 2050 um 40 bis 70 Prozent geringer sein wird als im Jahr 2010. Im Jahr 2100 dürften dann keine Treibhausgase mehr emittiert werden. «Unsere Generation kann es genießen, wenn es wärmer wird, aber für unsere Kinder wird′s wohl problematisch werden», hatte gestern Nachmittag im warmen Baden-Baden ein zwar fröhlicher aber mit einiger Weisheit ausgestatteter Passant das Szenario für den Fall des Nichtstuns parat.

∗The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) www.ipcc.ch is the leading international body for the assessment of climate change. It was established by the United Nations Environment Programme (UNEP) and the World Meteorological Organization (WMO) in 1988 to provide the world with a clear scientific view on the current state of knowledge in climate change and its potential environmental and socio-economic impacts. In the same year, the UN General Assembly endorsed the action by WMO and UNEP in jointly establishing the IPCC.

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