Glücksspielvertrag

Baden-Baden und die Online-Casinos – Konzessionen für Online-Glücksspiel auf Bundesländerebene

Baden-Baden und die Online-Casinos – Konzessionen für Online-Glücksspiel auf Bundesländerebene
Foto: goodnews4-Archiv

Baden-Baden, 25.03.2022, Bericht: Redaktion Als 1838 der sogenannte «Bürgerkönig» Louis Philippe in Paris die Spielbanken im Quartier Palais-Royal schließen ließ, schlug die große Stunde der Familie Bénazet und ihren Ideen für Baden-Baden.

Vom damaligen Ministerium in Karlsruhe erhielten die Bénazets die Konzession für die Spielbank in Baden-Baden, die bald zu einem internationalen gesellschaftlichen Zentrum wurde. Seit dem Jahr 2003 ist das Casino Baden-Baden ein Teil der landeseigenen Baden-Württembergischen Spielbanken GmbH und spielt im öffentlichen Leben von Baden-Baden nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch beim Glücksspiel selbst gibt es inzwischen Alternativen. Die Möglichkeiten der Online-Casinos hat der Gesetzgeber neu geregelt.

Neue Konzessionen für das Online-Glücksspiel auf Bundesländerebene

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat im Februar 2022 ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass die Zulassung von Online-Casinospielen rechtlich regelt. Das Gesetz sieht vor, dass in NRW maximal fünf Konzessionen vergeben werden können – verteilt auf verschiedene Anbieter. Das würde die Abkehr von einem Staatsmonopol bedeuten und ist von der EU-Kommission bereits genehmigt worden.

Schon mit dem neuen Glücksspielvertrag wurde im Sommer 2021 in Deutschland die Grundlage für das rechtssichere Online-Glücksspiel geschaffen. Letztlich ist es aber Sache der Länder, die Regulierung genauer auszugestalten. Wer welche Konzessionen erhält und in welcher Form Online-Glücksspiel überhaupt möglich ist, wird final auf Landesregierungsebene entschieden und ebenjene Entscheidung über fünf Konzessionen wurde in NRW nun gefällt.

Welche Ziele werden mit dem neuen Glücksspielvertrag verfolgt?

Eines der Ziele des neuen Glücksspielvertrags sowie der Entscheidungen auf Landesebene ist, Online-Glücksspiel sicherer zu machen und einen gesetzlich korrekten Rahmen dafür zu schaffen. Für Spieler in Deutschland bedeutet diese Förderung seriöser Online Casinos, dass sie ihr Geld sicher aufbewahrt wissen, sich darauf verlassen können, dass Gewinne ausbezahlt werden und dass sie sich außerdem in einer sicheren Spielumgebung entspannt und flexibel auf das Spiel konzentrieren können. Die Regeln fokussieren sich also hauptsächlich auf den Spielerschutz.

Mit dem neuen Glücksspielvertrag wurde das Ziel gesetzt, Spieler mehr Sicherheit zu bieten und den negativen Einflüssen, denen unreguliertes Online Glücksspiel unterliegen kann, einen Riegel vorzuschieben.

Diese Faktoren lassen den Online Glücksspielmarkt jetzt und in Zukunft wachsen

Seit 2020 ist der Glücksspielmarkt stark gewachsen. Verschiedene Faktoren haben dazu beigetragen und könnten auch in Zukunft dafür sorgen, dass das Online Glücksspiel ein stark dynamischer, beliebter und sich stetig vergrößernder Markt sein wird:

• Entwicklung neuer Technologien
• Neue Bezahlsysteme
Künstliche Intelligenz
• Verstärkter Fokus auf das Mobilgerät
• Gezielte Ausschöpfung vorhandener Marketing-Potenziale
• Breitgefächertes Spektrum, das nicht nur Casinospiele, sondern auch Sportwetten berücksichtigt
• Große Bandbreite und Flexibilität im Angebot

Wie stark wächst der Markt?

Im Jahr 2021 war der weltweite Online-Glücksspielmarkt 72,3 Milliarden Euro schwer. Die geschätzte Wachstumsrate pro Jahr liegt bei rund 11 Prozent. Insbesondere in Nordamerika prescht das Wachstum in diesem Segment aktuell stark voraus – Deutschland hofft durch entsprechende Gesetze und rechtssichere Rahmen in diesem Tempo mithalten zu können.

Ob das gelingt, wird sich zeigen, schließlich sieht der neue Glücksspielvertrag auch zahlreiche Limitierungen vor, die nicht allen Spielern und Anbietern gefallen. Mit der Einführung der neuen Glücksspielsteuer in Höhe von 5,3 Prozent auf den Einsatz kassiert der Staat künftig kräftig mit ab und profitiert somit ebenfalls vom Wachstum dieses Marktes.

Diese Regelungen sieht der neue Glücksspielvertrag aus 2021 vor

Der neue Glücksspielvertrag aus dem Jahr 2021 wurde zwischen allen 16 deutschen Bundesländern geschlossen. Bislang operierten viele Online-Glücksspielanbieter mit EU-Lizenzen, seit 2021 gibt es auch deutsche Lizenzen für das Geschäft. Der neue Vertrag sieht verschiedene Regelungen vor, die alle das Ziel haben, Spieler bestmöglich zu schützen. Diese müssen unter anderem berücksichtigt werden, wenn man als Glücksspielanbieter unter deutscher Lizenz aktiv werden will:

• Live Casino Angebote sind nicht zulässig.
• Das Einzahlungslimit pro Monat liegt bei 1.000 Euro insgesamt. Es ist nicht möglich, bei mehreren Casino-Accounts jeweils 1.000 Euro einzuzahlen, da die Daten zentral gesammelt werden, um Missbrauch zu vermeiden.
• Eine bundesweite Spielersperrdatei soll dabei helfen, Personen zu identifizieren, die vom Online Glücksspiel ausgeschlossen sind.
• Tischspiele wie Online Poker, Black Jack, Baccara oder Roulette sind verboten.
• Auf mehreren Portalen gleichzeitig aktiv zu sein und in mehreren Browser-Tabs zu spielen, ist nicht möglich. Der Fokus muss bei einem Anbieter auf einem Spiel liegen.

Strenge Regeln auch im stationären Glücksspiel

Nicht nur online, sondern auch im stationären Glücksspiel gibt es neue Regeln. So müssen Spielhallen einige Regelungen erfüllen, um öffnen zu dürfen:

• Die Spin-Einsätze an Automaten dürfen maximal einen Euro betragen.
• Zwischen 6 und 21 Uhr darf keine Werbung gemacht werden.
• Spieler müssen regelmäßig über Gewinne und Verluste informiert werden.
• Mit einem Button können sich Spieler für 24 Stunden selbst sperren, falls sie merken, dass sie Probleme haben mit dem Spiel aufzuhören.
• Nur wer sich offiziell ausweist und registriert darf spielen.

Wird die Neuregelung so erfolgreich sein wie geplant?

Datenschützer üben in Kritik im Hinblick auf die Spielerdatenbanken. Die Online-Casinoanbieter unter deutscher Lizenz gehen davon aus, dass es immer noch genügend Spieler gibt, denen es reicht, unter EU-Lizenz zu spielen, wenn sie dafür ein größeres Spieleangebot erhalten. Grundsätzlich ist der Vorstoß eines einheitlichen Vertrags zu begrüßen – wie er sich jedoch mit der Zeit etabliert, wird sich noch zeigen, wenn er im Jahr 2022 das erste Mal für ein ganzes Jahr in Kraft war und das Wachstum des Marktes mit den Zahlen aus dem Vorjahr verglichen werden kann.


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