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Pacht für Baden-Badener Bäder vorzeitig bis 2021 verlängert - Bäder-Chef Kannewischer: «Wir können nicht von der Hand in den Mund planen» - «Es fällt uns schwer in den letzten Jahren die Besucherzahlen zu steigern»

Pacht für Baden-Badener Bäder vorzeitig bis 2021 verlängert - Bäder-Chef Kannewischer: «Wir können nicht von der Hand in den Mund planen» - «Es fällt uns schwer in den letzten Jahren die Besucherzahlen zu steigern»

goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Jürgen Kannewischer

Bericht: Christian Frietsch

Baden-Baden, 17.06.13, 01:15 Uhr «Millionengewinne sind es keine, aber es geht uns gut», relativiert Jürgen Kannewischer die Mutmaßung, dass die Caracalla-Therme eine Goldgrube sei. Für die Schweizer Betreiber der Baden-Badener Bäder lief es in den letzten Monaten besonders gut. «Für uns ist das Frühjahr nicht ausgefallen, für wir uns ist schlechtes Wetter gutes Wetter», ist Jürgen Kannewischer, Geschäftsführer der Carasana Bäderbetriebe GmbH, ganz entgegen dem allgemeinen Wehklagen dem Wettergott für dessen Frühjahrswetter-Bosheiten dankbar. Doch die schweren Zeiten kommen nun mit dem heißen Wetter, denn dann sind die warmen Thermalbäder keine so große Verlockung mehr wie in den Zeiten des Schmuddelwetters.

«Das Friedrichsbad leidet in den Sommermonaten sehr», sorgt sich Jürgen Kannewischer um das schönste und traditionsreichste Bad unserer Stadt. Ganz grundsätzlich ist der Bäderchef immer noch auf der Suche nach einem Rezept für eine ausgewogene Besucherfrequenz: «Montage und Dienstage sind unsere Sorgenkinder.» Die Bäume wachsen auch ansonsten nicht in den Himmel für die beliebten Bäder- und Wellness-Angebote in Baden-Baden. «Wir müssen ständig etwas tun für die Besucherzahlen, sie sind für uns das Kriterium überhaupt und es fällt uns schwer in den letzten Jahren diese zu steigern», sieht Jürgen Kannewischer einen Sättigungsgrad erreicht. Dennoch ist das Bädergeschäft für den Schweizer Unternehmer noch lukrativ genug. Ohne großes Aufsehen verlängerte das Land Baden-Württemberg, beziehungsweise deren Gesellschaft BKV, Bäder- und Kurverwaltung, den Pachtvertrag mit dem Schweizer Unternehmen Carasana Bäderbetriebe GmbH vorzeitig bis zum Jahr 2021. Der derzeit gültige Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2017. «Wir können nicht von der Hand in den Mund planen, wir brauchen eine längere Vorlaufzeit», rechtfertigte Jürgen Kannewischer die frühzeitige Vertragsverlängerung. Ob es noch andere Interessenten gab für das immer noch lukrative Bädergeschäft, weiß der Schweizer Unternehmer nicht: «Das müssten Sie die BKV fragen.» Machen wir! Und über einen Besuch in den im Sommer verwaisten Thermen denken wir auch nach. Vielleicht an einem kühlen Sommermorgen. Dass Jürgen Kannewischer nicht nur viel Geld einnimmt, sondern auch kräftig investiert zeigen seine Planungen. Von 25 Millionen Euro für Investition will er 10 Millionen übernehmen. Für den Rest muss das Land ran.

goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Jürgen Kannewischer