Deutsches und EU-Recht kollidieren

Spielcasino Baden-Baden mit viel Konkurrenz – Lizenz-Wirrwarr bei Online-Casinos

Spielcasino Baden-Baden mit viel Konkurrenz – Lizenz-Wirrwarr bei Online-Casinos
Schon im Jahr 1801 fanden Glücksspiele in Baden-Badener Hotels statt, später dann im Seitenflügel des Kurhauses. Foto: Archiv

Baden-Baden, 20.07.2022, Bericht: Redaktion Ihre exklusive Rolle haben die stationären Spielcasinos, wie das in Baden-Baden, verloren.

In Deutschland gibt es seit letztem Jahr das Lizenzverfahren für Online Spielotheken. Was sich in der Theorie gut anhörte, hat sich der Praxis jedoch eher in Chaos ausgewirkt. Spieler verstehen teils die Welt nicht mehr, immerhin werden sie von allen Seiten mit Regularien befeuert, die teils stimmen, teils aber auch nicht. Doch was sollten deutsche Spieler tatsächlich tun, um gut und sicher spielen zu können?

Das größte Problem für Spieler ist, dass es faktisch zwei Lizenzen gibt, die sogar noch dasselbe sind. Was? Ein Fußballverein, der vom DFB lizenziert wird, hat schließlich auch keine Lizenz vom deutschen Tennisverband. Die rechtliche Lage erklärt es aber:

Deutsche Lizenz – sie ist eigentlich nichts anderes, als eine französische, spanische oder maltesische. Der Ort der Lizenzvergabe sagt nur aus, wo diese Lizenzen vergeben und die Bedingungen überprüft wurden. Ein Casino mit deutscher Lizenz steht somit unter der Aufsicht der deutschen Lizenzbehörde und darf nach ihr in Deutschland frei walten. Das ist vergleichbar mit dem Straßenverkehrsamt. Ist das Auto in Deutschland angemeldet, so ist auch der deutsche TÜV dafür zuständig – der Fahrer darf aber auch ins Ausland fahren.

EU-Lizenz – jetzt wird es kompliziert, denn auch die deutsche Lizenz ist eine EU-Lizenz. Letztendlich wird mit diesem Begriff schlichtweg eine innerhalb der EU vergebene Lizenz bezeichnet. Während aus deutscher Sicht zwar die EU-Lizenzen zweifelnd betrachtet werden, gilt in Malta eine deutsche Lizenz wiederum nur als EU-Lizenz.

 

Die Schwierigkeit liegt darin, dass beim Online-Glücksspiel deutsches und EU-Recht miteinander kollidieren. Da innerhalb der EU die Dienstleistungsfreiheit besteht und diese keine Landesgrenzen kennt, wirken einmal innerhalb der EU vergebene Lizenzen auch als Erlaubnis, seine Dienste überall anbieten zu können. Nur das deutsche Recht sieht das ein wenig anders, muss sich aber meist dem EU-Recht beugen.

Aber wie sieht es für die Casinos aus, die eine EU-Lizenz besitzen? Laut der deutschen Rechtsprechung sind sie illegal, doch ist das Vorgehen gegen sie sehr schwierig. Spieler haben kein Problem, denn sie werden kaum verfolgt. Dies macht die bekannte Grauzone in diesem Bereich aus. Um EU-lizenzierte Casinos auszusperren, wäre eine Netzsperre notwendig, doch ist diese kaum durchführbar und bricht erneut das Recht. Die Schweiz konnte diesen Weg gehen, allerdings erweist sich die Durchführbarkeit als immens schwer und fast nicht möglich.

Was sollte bei der Nutzung einer Online-Spielothek beachtet werden?

Letztendlich müssen Spieler für sich dafür sorgen, eine gute Online-Spielothek zu finden. Zwar sind Casinos mit EU-Lizenz weiterhin nutzbar, doch wer Rechtssicherheit haben möchte, sollte auf Anbieter mit deutscher Lizenz setzen. Viele der EU-Casinos haben ohnehin eine deutsche Lizenz beantragt, so wie Casinos aus Schleswig-Holstein stets eine des Bundeslandes und eine EU-Lizenz hatten. Daher konnten auch Gambler aus München in den Online Spielotheken spielen. Aber worauf kommt es an? Wer es genau wissen möchte, findet weitere Informationen hier.

Wichtige Aspekte sind:

1. Lizenz
Sie muss vorhanden sein. Nur sie sichert zu, dass das Casino kontrolliert und überwacht wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der wählt eine Online-Spielothek mit deutscher Lizenz – dann kann gar nichts schiefgehen, egal, ob sich das Recht ändert oder nicht.

2. Spielangebot
Eine Spielothek kann noch so gut und sicher aufgebaut sein, wenn das Angebot nicht zum eigenen Geschmack passt, dann funktioniert es nicht. Wer kein Sushi mag, der wird nie in einem entsprechenden Restaurant glücklich, auch nicht bei einem Sternekoch. Die meisten Online-Casinos konzentrieren sich auf die Online-Spielautomaten, sodass hier die Auswahl besonders groß ist. Über 1.000 Einzelautomaten sind keine Seltenheit. Wer abseits des elektronischen Spiels auch live virtuell pokern, Roulette spielen oder andere klassische Spiele zocken möchte, der muss auf den Live-Bereich achten. Der heißt auch gerne Live-Casino.

3. Zahlungsmöglichkeiten
Die Auswahl von diesen ist enorm. Online-Casinos arbeiteten von Beginn an mit digitalen Zahlungsanbietern. Allerdings müssen Spieler darauf achten, wie Gewinne ausgezahlt werden. Hierfür stehen oft nur weniger Anbieter oder Wege offen, teils werden auch Gebühren verlangt. Bei in Deutschland lizenzierten Online Spielotheken ist mittlerweile auch die Auszahlung hoher Gewinne per Banküberweisung kein Problem mehr. Theoretisch dürfen Banken nämlich kein Geld aus illegalem Glücksspiel annehmen – legen sie die Gesetze streng aus, so könnten sie Gelder von EU-Casinos ablehnen.

4. Angebote
Jedes Casino wirbt mit Bonusangeboten. Hier gilt aber, ganz genau hinzuschauen, denn oft muss der Bonusbetrag vielfach umgesetzt werden, bevor er gutgeschrieben wird. Da kann es durchaus geschehen, dass für 100,00 Euro zuerst das Zehnfache ausgegeben werden muss.

Viele Online-Spielotheken bieten Testaccounts an. Sie sind ideal für diejenigen, die sich erst einmal unverbindlich umschauen und ans Spiel herantasten möchten. Während der Probephase wird nicht um oder für Geld gespielt, teilweise jedoch um Punkte, die bei einer echten Anmeldung als Geldbetrag gutgeschrieben werden. Allerdings legt jedes Casino für sich fest, wie in dieser Beziehung zu verfahren ist.

Wichtig ist zudem, dass sich das Casino am Spielerschutz beteiligt und unbedingt einen Panikbutton bietet, mit dem sich der Spieler kurzzeitig selbst sperren kann. Auch müssen Sperrlisten geführt werden, sodass gefährdete Spieler die Chance haben, dem Spiel fernzubleiben. Dass es Einzahlungslimits im Monat gibt, ist übrigens nicht erst seit der Neuregelung üblich. Die meisten Casinos erlaubten es Spielern, im Account ein Einzahlungslimit und auch ein Verlustlimit festzulegen. Diese Eingaben ließen sich zwar aufheben, doch nur auf Aufforderung, was wiederum eine Hürde darstellte.

Fazit
Verbraucher sollten sicherlich immer auf die Lizenz eines Casinos achten. Deutsche Lizenzen gelten in Deutschland als sicher. Wer hingegen einen Anbieter mit einer EU-Lizenz wählt, spielt in der berühmten Grauzone. Ein Spieler sollte jedoch vor allem auf das Casino und dessen Angebot achten. Das Angebot muss zum Spieler passen, denn sonst wird das Glücksspiel keine Freude bereiten.


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.