Bühlerhöhe

Stunde der Wahrheit auf der Bühlerhöhe - 14,5 Millionen Euro stehen offen - Vorläufiger Insolvenzverwalter Kießner: «Wird die Forderung nicht bedient, dann muss die Vermarktung der Bühlerhöhe durchgeführt werden»

Stunde der Wahrheit auf der Bühlerhöhe - 14,5 Millionen Euro stehen offen - Vorläufiger Insolvenzverwalter Kießner: «Wird die Forderung nicht bedient, dann muss die Vermarktung der Bühlerhöhe durchgeführt werden»

Bericht: Christian Frietsch

goodnews4-VIDEO-Interviews von Nadja Milke mit Ferdinand Kießner und Reto Schumacher

Baden-Baden, 27.06.13, 02:00 Uhr «Das Insolvenzeröffnungsverfahren bedeutet, dass ein namhafter Gläubiger einen Insolvenzantrag gestellt hat», erklärt Ferdinand Kießner gestern im goodnews4-VIDEO-Interview die rechtliche Bedeutung des Terminus und viel Fantasie gehört nicht dazu die handelnden Personen auszumachen. Dietmar Hopp, der Gründer des Weltkonzerns SAP, Mäzen des Fußballbundesligisten 1899 Hoffenheim und ehemaliger Eigentümer des Schlosshotels Bühlerhöhe einerseits und Igor Bakai andererseits, aktueller Eigentümer des Traumschlosses an der Schwarzwaldhochstraße in Reichweite Baden-Badens, aber auf der Gemarkung der Stadt Bühl. Der weitere Gang der Dinge hat nur zwei Richtungen, sagt Ferdinand Kießner von der renommierten Kanzlei Schultze & Braun.

«Dass die Forderung kurzfristig bedient wird, und wenn die Forderung nicht bedient wird, dann muss die Vermarktung der Bühlerhöhe durchgeführt werden.» Hinter dem sanften Begriff der Vermarktung könnte wohl auch als Worst Case die Versteigerung des stolzen prächtigen Schlosses stehen. Zu seiner Aufgabe für das Schlosshotel sagte der Ferdinand Kießner: «Das Insolvenzeröffnungsverfahren bedeutet, dass ein namhafter Gläubiger einen Insolvenzantrag gestellt hat und das Gericht sich noch nicht die Lage angesehen hat, um über diesen Antrag abschließend zu entscheiden. Deshalb hat es als Sicherungsmaßnahme mich als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, ich muss jetzt prüfen, ob ein Insolvenzgrund vorliegt und das Verfahren eröffnungsfähig ist.» Bis die Prüfung des Juristen abgeschlossen ist, wird es nochmals gemütlich auf im Schlosshotel Bühlerhöhe. Donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr empfängt das Hotel Tagesgäste, die das Schloss bei Kaffee und Kuchen mit vielleicht einiger Wehmut genießen wollen. Völlig überzeugt von einem Happy End ist Reto Schumacher: «Das Hotel wird 100 Prozent wieder aufgemacht.» Es habe schon viele Stürme überstanden in den vergangenen 100 Jahren, zuletzt habe es auch dem Orkan Lothar getrotzt. Nun kommt es aber nicht darauf an, dass die soliden Schlossmauern den Stürmen trotzen, sondern dass der Eigentümer eine Überweisung in Höhe von gut 14,5 Millionen Euro tätigt. Und damit beginnt wohl ein weiteres Millionenspiel, denn nach dem langjährigen Investitionsstau werden einstellige Millionensummen nicht reichen. Reto Schumacher verliert seinen Glauben dennoch nicht: «Herr Bakai liebt die Bühlerhöhe.» Bald wird sich zeigen, wie viel Euro Igor Bakai seine Lieb wert ist. «Ich habe mit Herrn Bakai vereinbart, dass wir uns Mitte Juli wieder zusammen setzen.» Bis es dann zur Stunde der Wahrheit kommt, gibt es ab dem 4. Juli Kaffee und Kuchen im Schlosshotel Bühlerhöhe. Für alle Optimisten schenkt Reto Schumacher aber auch Wein und Champagner aus.

goodnews4-VIDEO-Interviews von Nadja Milke mit Ferdinand Kießner und Reto Schumacher