Online-Bezahlverfahren

Was man über Online-Zahlungsdienstleister wissen sollte – Fakten über PayPal & Co

Was man über Online-Zahlungsdienstleister wissen sollte – Fakten über PayPal & Co
Foto: pixabay

Baden-Baden, 08.01.2021, Bericht: Redaktion Mit der Entwicklung des E-Commerce mussten auch neue Wege beim Geldtransfer beschritten werden, die gelernt sein müssen.

Herkömmliche Bezahlmethoden wie Barzahlung sind bei der Geschäftsabwicklung über das Internet nicht möglich. Grund genug für Kreditwirtschaft und Finanzdienstleister neue Online-Bezahlverfahren zu entwickeln, die speziell für die Anforderungen des E-Commerce optimiert wurden.

Die Einzugsermächtigung barg insbesondere bei wertvollen Gütern wie Schmuck und Uhren das Risiko eines ungedeckten Kontos in sich und die Vorabüberweisung war aufgrund der Dauer von mehreren Tagen ebenfalls nicht dazu geeignet, das Internetgeschäft anzukurbeln. So entstand neben dem Bargeld und dem Buchgeld der Geschäftsbanken eine dritte Form des Geldes, das E-Geld. So ist auch ein Blick in die Historie interessant.

Die 1990er Jahre: Kreditkarte einzige Online Bezahlmethode

Die rasante Entwicklung der Online Bezahlmethoden begann aber erst Ende der 1990er Jahre. Bis dahin konnte im Internet ausschließlich mit klassischen Methoden bezahlt werden. Die Banküberweisung verzögerte die Lieferung der Waren um Tage. Am schnellsten ging es noch mit der Kreditkarte. Wer zum Beispiel 1994 im ersten Online Casino überhaupt eine Einzahlung tätigen wollte und sofort die Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollte, dem blieb als einzige Bezahlmöglichkeit die Kreditkarte. Heute sind die Online Casino Zahlungsmethoden ein Spiegel dessen, was auf dem Markt alles vertreten ist, da hier kaum eine der inzwischen allseits bekannten Bezahlmethoden fehlt.

2000er Jahre: Erste Geld senden und erhalten per E-Mail

Mit Neteller und PayPal starteten Ende der 1990er Jahre die ersten beiden eWallet Anbieter. Neteller mit Sitz in Großbritannien ist heute eine Marke der Paysafe Group und wurde 1999 gegründet. Das Unternehmen bietet seine Dienste laut eigenen Angaben in 160 Ländern an.

Als eines der ersten Online-Bezahlsysteme etablierte sich PayPal ab dem Jahr 2000 hauptsächlich in den USA. Dort wurden Zahlungen an Empfänger in anderen Bundesstaaten hauptsächlich mit Schecks getätigt. Da diese für die Begleichung von Verpflichtungen aus Onlinetransaktionen ungeeignet sind, wurde PayPal von den Verbrauchern als willkommene Zahlungsmethode für den E-Commerce begrüßt. Ende 2002 erwarb das amerikanische Online-Auktionshaus eBay für 1,5 Milliarden Dollar PayPal. Hauptsitz des Unternehmens ist heute das kalifornische San José. Das europäische Tochterunternehmen PayPal Europe hat seinen Sitz in Luxemburg. Seit 2015 agiert PayPal als eigenständiges und unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen und ist heute Marktführer im Marktsegment des Payment Processing.

eWallet Skrill zieht nach

Das E-Geld Institut Skrill mit Firmensitz in London ermöglichte ab 2001 ebenfalls das Versenden und Empfangen von Geld per Email sowie das Bezahlen von Waren, die online gekauft wurden. Die Gründung des Unternehmens erfolgte im Jahr 2001 noch unter dem Namen Moneybookers. Inzwischen ist Skrill ein Tochterunternehmen der Paysafe Group.Das Transaktionsvolumen von Skrill beläuft sich jährlich auf etwa fünfzehn Milliarden Euro. Laut eigenen Angaben nutzen inzwischen 40 Millionen Kunden und 156.000 Händler die Dienste von Skrill. Bei Kontoeröffnung können Nutzer aus 40 Währungen die Konto-Währung festlegen. Das Unternehmen beschäftigt in der Zentrale in London und in den Niederlassungen in Europa und den USA über 500 Mitarbeiter aus 30 Nationen.

2010er Jahre: Anbieter kamen und gingen

Es gibt aber auch Misserfolgsgeschichten bei den Zahlungsdienstleistern für das Internet. ClickandBuy und Yapital konnten sich beispielsweise nicht durchsetzen. Das Internet-Bezahlsystem ClickandBuy gehörte seit 2010 hundertprozentig zur Deutschen Telekom AG. Der Kundenstamm erreichte die stattliche Anzahl von etwa vierzehn Millionen Kunden. Der Dienst war in 26 Ländern und 120 Währungen verfügbar. Weltweit beschäftigte das Unternehmen 220 Mitarbeiter. Am 30. April 2016 wurde der Dienst eingestellt.Der zur Otto Group gehörende Finanzdienstleister Yapital Financial AG bot als erster europäischer Anbieter Bezahlsysteme auf allen Kanälen an: stationär, mobil, online sowie per Rechnung. Zu den Geschäften, die die Bezahlmethode akzeptierten, gehörten beispielsweise die REWE Group, das Schuhgeschäft Görtz und der Sportartikelhändler SportScheck. Viel mehr kamen allerdings auch nicht dazu. Das Bezahlen mittels Smartphones und QR-Code war den Kunden damals noch zu kompliziert. Am 31. Januar 2016 scheiterte auch Yapital und wurde eingestellt.

Bezahlsysteme auf Basis des Onlinebankings

Neben den bisher genannten Online-Zahlsystemen etablierten sich noch weitere Dienste, die nur in Anspruch genommen werden können, wenn der Nutzer über Online-Banking verfügt. Hierzu zählen insbesondere die Klarna Sofortüberweisung oder GiroPay der GiroPay GmbH. Dabei handelt es sich quasi um eine Art Vorkasse. Der Händler erhält zwar nicht sofort die Zahlung, aber die Zusage der Zahlung durch die Bank und gibt Waren oder Downloads sofort frei. Beim schwedischen Anbieter Trustly sind sogar Zahlungen in beide Richtungen möglich und Kunden können auch Geld empfangen.


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.