Schach-Bundesliga
Baden-Baden auf dem Treppchen – Platz drei für die OSG Baden-Baden im deutschen Mannschaftspokalwettbewerb

Baden-Baden, 02.06.2026, Bericht: Walter Siemon Mit einer fast durchweg jugendlichen Nachwuchsmannschaft gelang im deutschen Mannschaftspokal ein beachtlicher dritter Platz nach Wertung.
Im Unterschied zur Schachbundesliga wird die Pokalkonkurrenz nicht an acht, sondern nur an vier Brettern ausgespielt. Für die OSG Baden-Baden reisten zum Ausrichter SV Erkenschwick der noch nicht ganz sechzehnjährige schottische Internationale Meister Frederick Gordon Waldhausen, der achtzehnjährige Internationale Meister Bennet Hagner, der gleichaltrige FIDE-Meister Timur Kocharin und der zweiundzwanzigjährige Internationale Meister Niklas Schmieder. Als Organisator fungierte OSG-Vorsitzender Patrick Bittner, als Mannschaftsführer Großmeister Philipp Schlosser.
Die vergangenen dreizehn Pokalsiege, darunter mehrere Doubles aus Pokal und deutscher Meisterschaft in der Schachbundesliga, hat die OSG mit gestandenen Großmeistern erkämpft. Die jetzt aufgestellte Jungmeistertruppe signalisiert bereits ganz klar den geplanten Kurswechsel für die künftigen Spitzenwettbewerbe: Nicht mehr, wie seit Jahrzehnten, der ständige, in letzter Zeit oft vergebliche Versuch, die im Verein gelistete «Weltauswahl» aus mehreren Kontinenten an die Bretter zu bekommen, Spieler, die auf inzwischen sehr zahlreichen, vielfach lukrativeren internationalen Einladungsturnieren rund um den Globus engagiert sind und der Bundesliga deshalb nur noch selten zur Verfügung stehen können, sondern die gezielte Nachwuchsförderung aus vielversprechenden Jungtalenten, angeführt von starken, überwiegend deutschen Großmeistern, die zu den Kämpfen verlässlich antreten werden.
Und wie hat sich die jugendliche Truppe am vergangenen Wochenende im Pokal geschlagen? Erstaunlich gut, darf man sagen! Gegen den mit zwei Großmeistern angetretenen Bundesligaaufsteiger SV Erkenschwick setzte es im Halbfinale zwar eine knappe 2,5:1,5 Niederlage, an den Brettern zwei bis vier verliefen die Partien jedoch solide und sicher, lediglich am ersten Brett der OSG musste sich der britische Schnellschachmeister dieses Jahres, Fredrick Gordon Waldhausen, dem großmeisterlichen Druckspiel seines Gegners im Zentrum des Schachbrettes beugen. Im Spiel um Platz drei hatte Bennet Hagner, diesmal am Spitzenbrett, seinen Gegner von den Berliner Schachfreunden mit einer aggressiven Eröffnung geradezu überrumpelt und stand schnell auf Gewinn, den er auch sicher einfuhr, während die drei anderen Bretter schlechter standen. Gerade als die Partie von Timur Kocharin zu seinen Ungunsten zu kippen drohte, gelang ihm ein überraschender Sieg: In einer energischen Flucht nach vorne verleitete er seinen Gegner zu einem die Partie entscheidenden Fehler. Heraus kam ein 2:2 Unentschieden des Mannschaftskampfes, allerdings mit einer besseren Brettwertung für die OSG Baden-Baden. Vereinsvorsitzender Bittner drückte seine Begeisterung mit einem spontanen «genial» aus. Die junge Truppe hatte sich bewährt.
Pokalsieger wurde der SC Viernheim, angetreten mit drei Supergroßmeistern über Elo 2700. Das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg war mit solcher Superpower keine Überraschung mehr. Die OSG Baden-Baden wird neue Wege gehen.
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