Gesundheitsministerium gibt Hinweise

Bestes Wetter für die kleinen Biester – „Brutstätten von Tigermücken vermeiden“ – Chikungunya-Erkrankungen im Elsass

Bestes Wetter für die kleinen Biester – „Brutstätten von Tigermücken vermeiden“ – Chikungunya-Erkrankungen im Elsass
Die Tigermücke ist auch in Baden-Württemberg auf dem Vormarsch. Foto: WikiImages

Stuttgart, 02.06.2026, Bericht: Redaktion «Wärmere Temperaturen leiten den Sommer und damit auch die Stechmückensaison ein» erinnert das zuständige Ministerium in Stuttgart an die kleinen Biester, die nun wieder in Aktion treten. Dazu gehören auch invasive Insektengäste aus fernen Ländern. Tagaktiv und besonders stichfreudig ist die Tigermücke, die tropische Infektionskrankheiten übertragen kann.

Neben heimischen Arten findet man zunehmend auch die Asiatische Tigermücke in den wärmeren Gebieten Baden-Württembergs. Diese ist tagaktiv, besonders stichfreudig und kann tropische Infektionskrankheiten übertragen. Deswegen ruft das Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit gemeinsam mit Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand die Bevölkerung auf: «Helfen Sie mit! Schützen Sie sich vor Stichen und vermeiden Sie Brutstätten der Tigermücke. »

 

«In Baden-Württemberg werden seit Jahren immer mehr Populationen nachgewiesen, vor allem entlang des Oberrheingrabens, am Bodensee, am mittleren Neckar und in der Rhein-Neckar Region. Im vergangenen Jahr wurde die Asiatische Tigermücke in zwei weiteren Stadt- und Landkreisen gefunden. Damit sind insgesamt 26 der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs betroffen. An mindestens 66 Standorten gibt es etablierte Populationen dieser Stechmückenart»,warnte Gesundheitsminister Hildenbrand gestern in Stuttgart.

Die Tigermücke stammt ursprünglich aus den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen. In Deutschland kann sie sich verbreiten, weil der Klimawandel die Überwinterung und Vermehrung der aggressiven Mücke durch mildere Winter und wärmere Sommer begünstigt. Die Tigermücke kann tropische Infektionserreger wie das Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus übertragen. Eine Infektion hierzulande sei jedoch nur möglich, wenn eine Tigermücke zuvor einen infizierten Reiserückkehrenden gestochen hat, erklärt das Gesundheitsministerium. Bisher habe es noch keine lokalen Übertragungen tropischer Krankheitserreger in Deutschland gegeben. Aktuell sei das Risiko hierfür gering.

«Die lokal erworbenen Chikungunya-Erkrankungen in der benachbarten Region um Straßburg in 2025 zeigen aber, dass man im Hochsommer auch bei uns in Regionen mit hohen Tigermückenvorkommen lokale Infektionen nicht ausschließen kann», warnte Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand. Mit Blick auf den Beginn der Ferien- und Urlaubssaison sei es wichtig, dass man sich während des Urlaubs in tropischen und subtropischen Ländern gar nicht erst mit Dengue-, Chikungunya oder Zika ansteckt. «Mückenschutzsprays oder Lotionen, sogenannte Repellentien mit einer höheren Konzentration der Wirkstoffe DEET (Diethyltoluamid) und Icaridin, schützen effektiv vor Stichen. Im Freien sollte man darauf achten, die Haut mit Kleidung zu bedecken oder Repellentien anleitungsgemäß aufzutragen», erklärt Sigrun Rich, Leiterin der Abteilung Pharmazie der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Wer aus den Tropen zurück in die Heimat kommt, müsse weiterhin aufmerksam bleiben, wie der Hausarzt und Klimaschutzbeauftragte der Landesärztekammer Baden-Württemberg Robin Maitra betont: «Reiserückkehrende aus den Tropen sollten in den ersten 14 Tagen auch in Baden-Württemberg auf Mückenschutz achten. Denn viele gefährliche Erreger können unwissentlich im Blut vorhanden sein und durch hier heimische Tigermücken weiterverbreitet werden. Außerdem wichtig: Sobald Fieber oder andere Erkrankungszeichen auftreten, sollte man beim Hausarzt mit dem Hinweis auf das Reiseland vorstellig werden «

Was man ganz unabhängig vom Urlaub beachten sollte, erklärt das Gesundheitsministerium: «Potenzielle Brutstätten sollten vermieden werden. Das können jegliche kleine Wasseransammlungen im Garten, Hof oder auf dem Balkon sein, z. B. Gießkannen, Blumentopfuntersetzer, Tiertränken oder Regentonnen. Daher sollte man Wasserbehälter im Freien entweder verschließen, regelmäßig leeren oder entfernen. Vogeltränken oder Hundenäpfe sollte man wöchentlich leeren und mit frischem Wasser befüllen. Wasserbehältnisse, die nicht regelmäßig entleert werden können, sollten alle 14 Tage mit Bti-Tabletten behandelt werden. Bti-Tabletten wirken gezielt gegen Mückenlarven und sind für Menschen, andere Tiere und Pflanzen unbedenklich. Erhältlich sind sie im Baumarkt, ausgewählten Apotheken und einigen Kommunen. Die Asiatische Tigermücke ist sehr klein. Mit einer Körpergröße von 3 bis 8 mm ist sie kleiner als eine 1-Cent-Münze. Die Tigermücke ist tiefschwarz und hat am gesamten Körper eine weiße Musterung. Das auffälligste Erkennungsmerkmal ist der weiße Streifen auf Hinterkopf und Rücken. Außerdem hat sie fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen, wobei das letzte Bindeglied vollständig weiß ist. Meldungen der Asiatischen Tigermücke können über Kabsev / Sticht‘s Tigermücke melden Einsendewegeerfolgen, entweder durch Einsendungen von gut erhaltenen Tieren oder gut erkennbare Fotos. Sie leben in einem Gebiet, in dem die Tigermücke noch nicht nachgewiesen wurde, haben aber eine gefunden? Bitte senden Sie sie ein! Damit soll eine möglichst lückenlose Darstellung ihrer Verbreitung gewährleitet werden. Das schützt Sie und andere.»

Weitere Informationen zur Asiatischen Tigermücke, ihrer Verbreitung in Baden-Württemberg, Gesundheitsgefahren sowie Schutzmaßnahmen:

Kompetenzzentren-Netzwerke/Arbo Baden-Württemberg

Gesundheitsamt Baden-Württemberg / Informationen für Bürgerinnen und Bürger / Umwelt und Gesundheit / Asiatische Tigermückenverbreitung

Gesundheitsgefahren durch die Tigermücke

Gesundheitsamt Baden-Württemberg / Informationen für Bürgerinnen und Bürger / Umwelt und Gesundheit / Asiatische Tigermückenbekämpfung und Kontrollmaßnahmen

Aktionsbündnis Klimawandel und Gesundheit - LGA Gesundheitsamt Stuttgart




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