Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Wenn ‚Junge‘ mit Änderungsforderungen aufmucken wie bei der Rentendebatte, dann werden sie Mundtot gemacht“
Baden-Baden, 31.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung.
Um mich nicht der Strafverfolgung auszusetzen, die ja seit neuestem möglich ist, wenn man über einen Politiker die Wahrheit sagt, erzähle ich lieber die Geschichte vom fröhlichen Gipfelstürmer. Dieser hat in seinen Äußerungen zum Jahresanfang zugesagt, sich in Anbetracht der desolaten Wirtschaftslage in Deutschland nun mehr um die Innenpolitik zu kümmern, statt herumzureisen und erfolglose Versuche zu unternehmen die Welt zu verbessern und überall vollmundige Zusagen zu treffen. Zum Nachweis für diesen Sinneswandel hat er seinen außenpolitischen Berater gegen einen Wirtschaftsfachmann ausgetauscht. Mittlerweile ist ein Monat vergangen, ohne dass auch nur das geringste Anzeichen wesentlicher Veränderungen zu erkennen ist. Zwar sei nach seiner Aussage alles auf einem «guten Weg», aber wie wir ja wissen, führen viele Wege nach Rom und wenn man jeden Tag auf einem anderen Weg einen kleinen Schritt macht, ist man auch nach langer Zeit noch nicht am Ziel angekommen. Und was von seinen Zusagen zu halten ist, beweist am besten seine Äußerung zum Ukraine-Krieg. Hier hat er, damals noch in der Opposition, den Einsatz von Taurus-Raketen angekündigt, wenn die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur nicht eingestellt würden. Und was ist geschehen? Nichts, denn was kümmert ihn sein Geschwätz von gestern.
Was den Gipfelsturm betrifft, waren bisher die Südtiroler Bergfexen Luis Trenker und Reinhold Messner die absoluten Könige der Gipfel weltweit. Doch diesen Titel will ihnen nun der deutsche Bundeskanzler streitig machen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, jeden Gipfel weltweit zu besuchen. Es gibt keinen Gipfel, der in der Welt oder zumindest in Deutschland stattfindet, auf dem der Betreffende mit seiner Entourage nicht vertreten ist. Und wenn erforderlich, dann werden neue Gipfel erfunden. Der Erfolg ist jedoch zweifelhaft, denn seinen Zusagen und Versprechungen glaubt mittlerweile niemand mehr (siehe oben). Zwar ist man sich auf den Gipfeln stets einig, dass es so nicht weiter gehen kann und unbedingt Änderungen vorgenommen werden müssen. Aber nachdem man wenigstens über diese Aussage Einigkeit erzielt hat, geht man gerne zum gemütlichen (kulinarischen) Teil über und alles bleibt wie es ist. Ob sich an dieser Situation durch eine geänderte Parteienlandschaft etwas ändern würde, bleibt dahingestellt. Apropos Wahlen, hier sieht sich der deutsche Michel doch immer nur mit den gleichen Gestalten konfrontiert, die bis dato nichts zuwege gebracht haben und die keine Absicht erkennen lassen, an dieser Situation etwas zu ändern. Und wenn «Junge» wirklich einmal mit Änderungsforderungen aufmucken wie bei der Rentendebatte, dann werden sie parteiintern sofort Mundtot gemacht. Hier wäre ein radikaler Schnitt erforderlich. Warum sich immer an Parteien klammern? Warum werden von interessierten Kreisen immer noch Millionen Euro an Parteien gespendet, statt mit diesem Geld eigene parteilose Kandidaten aufzubauen und entsprechend zu unterstützen? Die Parteien sind sich ja innerhalb noch nicht einmal einig wie die aktuellen Beispiele bei ausnahmslos allen Parteien gezeigt haben. Also was läge näher, als die ganze politische Struktur grundlegen zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern?
Wolfgang Holstein
Baden-Baden
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