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Feinstaubbelastung durch Feuerwerke

Mit Silvesterfeuerwerk soll in Baden-Baden Schluss sein – Baden-Badener Grüne wollen private Feuerwerke verbieten – Schreiben an OB Mergen

Mit Silvesterfeuerwerk soll in Baden-Baden Schluss sein – Baden-Badener Grüne wollen private Feuerwerke verbieten – Schreiben an OB Mergen
Die Grünen wollen private Feuerwerke nicht nur an Silvester in Baden-Baden verbieten. Foto: Archiv

Baden-Baden, 20.01.2020, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Laut Umweltbundesamt würden jährlich rund 4.200 Tonnen Feinstaub, PM10, durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht, heißt es in einem Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Baden-Badener Gemeinderat, Sabine Iding-Dihlmann, an die Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Diese Menge entspreche in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen, fast 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr und zirka zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland.

Die Grüne Fraktion sei der Auffassung, «dass private Feuerwerke heutzutage in Anbetracht der geschilderten Erkenntnisse nicht mehr zeitgemäß sind und wir beantragen daher, die privaten Feuerwerke und die Knallerei nicht nur an Silvester im ganzen Stadtgebiet zu verbieten», heißt es im Antrag der nach der letzten Kommunalwahl stärksten Fraktion im Baden-Badener Gemeinderat.

Statt der privaten Feuerwerke zu den entsprechenden Anlässen wie Silvester solle entweder «ein zentrales Feuerwerk oder eine Lightshow» veranstaltet werden, «wie es anlässlich der Großen Rennwoche letztes Jahr schon geschehen ist», schlägt die Fraktionschefin der Grünen vor. Neben den umweltrelevanten Kriterien, führt die grüne Kommunalpolitikerin zwei in ihrem Ausmaß recht unterschiedliche Folgen ins Feld: &lauqo;Wie aktuell bei dem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos und hier in Baden-Baden Brandspuren an den neuen Bänken auf dem Leo.»

Nun bleibt abzuwarten, ob die Initiative der Baden-Badener Grünen als eine «Veggie-Day»-Effekt auslöst. Das Ansinnen der ehemaligen grünen Bundesministerin Renate Künast hatte den Grünen den Vorwurf einer Verbotspartei eingebracht und Künast ihre politische Karriere gekostet.

Das Scheiben von Sabine Iding-Dihlmann an Oberbürgermeisterin Margret Mergen im Wortlaut:

Antrag Feuerwerk

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Mergen,

der Jahreswechsel ist vorüber und wieder waren die Knallerei und die Feuerwerke an Silvester unerträglich.

Natürlich mag ein Feuerwerk schön anzusehen sein, aber die negativen Seiten überwiegen deutlich. Laut Umweltbundesamt werden jährlich rund 4.200 Tonnen Feinstaub (PM10) durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei gesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht. Diese Menge entspricht in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen, fast 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr und ca. zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland – und das in einer einzigen Nacht.

Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit. Zu der Feinstaubbelastung kommt hinzu, dass sich in Silvesterfeuerwerken auch noch etliche andere toxische Stoffe wie z. B. Schwermetalle befinden. Sofern nicht zugelassene Feuerwerke und Böller gekauft werden, ist die Belastung noch viel höher. Einer Broschüre des Umweltbundesamts ist zu entnehmen, dass die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub am ersten Tag des neuen Jahres vielerorts so hoch ist, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Wie schnell die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk abklingt, hängt vor allem von den Wetterverhältnissen ab. Bei windschwachen Wettersituationen kann die Verschmutzung auch mehrere Tage anhalten.

Ein weiteres Problem stellt die Belastung durch CO2 dar. Die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt in Münster hat errechnen lassen, dass zwischen Silvester und Neujahr Treibhausgase freigesetzt werden, deren Wirkung vergleichbar ist mit 2300 Tonnen Kohlendioxid. Das ist ungefähr die Menge, die bei 550 Flügen von München nach New York in die Lufthülle gelangen.

Unabhängig von den genannten Umweltbelastungen entstehen auch ökologische Schäden, Plastik wird in die Umwelt eingetragen und es entstehen enorme Müllmengen, die leider ganz oft von den Verursachern nicht weggeräumt werden. Jedes Jahr werden zudem deutschlandweit 8.000 Menschen zu Silvester zum Teil schwer verletzt. Sie erleiden Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschädigungen, Explosionsschäden. Auch Sachschäden entstehen wie aktuell bei dem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos und hier in Baden-Baden Brandspuren an den neuen Bänken auf dem Leo. Nicht zuletzt leiden verängstigte Haus- und Wildtiere.

Die Grüne Fraktion ist der Auffassung, dass private Feuerwerke heutzutage in Anbetracht der geschilderten Erkenntnisse nicht mehr zeitgemäß sind und wir beantragen daher, die privaten Feuerwerke und die Knallerei nicht nur an Silvester im ganzen Stadtgebiet zu verbieten und stattdessen zu den entsprechenden Anlässen wie Silvester entweder ein zentrales Feuerwerk oder eine Lightshow zu veranstalten wie es anlässlich der Großen Rennwoche letztes Jahr schon geschehen ist.

Von einem zentralen Feuerwerk oder Lightshow hat jeder was und es ist dank einer Choreographie auch noch schön anzusehen. In anderen Ländern und vielen deutschen Städten ist das bereits gängige Praxis.

Mit freundlichen Grüßen
Iding-Dihlmann
Stadt- und Ortschaftsrätin
Fraktionsvorsitzende


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