Einrichtungen sollen zusammenarbeiten

Nächste Hitzewelle in Baden-Württemberg – Gesundheitsminister Hildenbrand richtet Taskforce ein

Nächste Hitzewelle in Baden-Württemberg – Gesundheitsminister Hildenbrand richtet Taskforce ein
Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kommunen sollen in Hitzephasen zusammenarbeiten. Foto: Archiv

Stuttgart, 10.07.2026, Bericht: Redaktion Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle, gibt Gesundheitsminister Oliver Hildebrand Alarm.

Schon zum Wochenende hin werden in Baden-Württemberg erneut Temperaturen von zum Teil deutlich über 30 Grad erwartet. Die neuen Temperaturrekorde dieses Sommers zeigten eindrücklich, wie wichtig gesundheitlicher Hitzeschutz und die Vorbereitung auf Hitzeextreme seien, heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Stuttgart. Vor diesem Hintergrund habe der baden-württembergische Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand eine Taskforce eingerichtet, um die zahlreichen bereits bestehenden Hitzeschutz-Aktivitäten im Land – etwa von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und bei der Medikamentenversorgung – enger zu vernetzen und gezielt auszubauen sowie die Bevölkerung noch besser über Hitzeschutzmaßnahmen zu informieren. Dies gab Minister Hildenbrand gestern in Stuttgart bekannt.

 

«Durch den Klimawandel werden Extremhitzeereignisse künftig zunehmen. Das bedeutet, dass Hitzeschutz nicht nur eine kurzfristige, sondern vor allem auch eine langfristige Aufgabe ist, die Bund, Länder, Kommunen und Einrichtungen betrifft. Wir möchten ein deutliches Zeichen setzen, dass wir vorausschauend mit den Folgen des Klimawandels und dem Thema Hitzeschutz umgehen. Ganz konkret geht es darum zu helfen, hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle zu vermeiden, Einrichtungen handlungsfähig zu halten und die Folgen extremer Hitze für Gesellschaft und Gesundheitswesen zu begrenzen», wird Oliver Hildenbrand in der Mitteilung seines Ministeriums zitiert.

Die Taskforce habe die Aufgabe, zunächst eine Bestands- und Bedarfsanalyse durchzuführen, die unter anderem auf die Herausforderungen von Krankenhäusern und Pflegeheimen während der Juni-Hitzewelle eingeht. Daraus sollen zügig konkrete Maßnahmen folgen wie Hitzeschutzpläne für Einrichtungen oder auch deutliche Hinweise auf jetzt schon bestehende bauliche Möglichkeiten innerhalb der Krankenhausförderprogramme.

Eine «tragende Rolle» soll das Kompetenzzentrum «Klimawandel und Gesundheit», das im Jahr 2022 im Landesgesundheitsamt, das im Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit angesiedelt ist, eingerichtet wurde. Das Gesundheitsministerium stehe außerdem in engem Austausch mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kommunen, um die Lage kontinuierlich zu beobachten und auf mögliche weitere Hitzephasen vorbereitet zu sein.

Viele Krankenhäuser und Pflegeheime in Baden-Württemberg hätten bereits auf die zunehmenden Hitze-Sommer reagiert, berichtet das Gesundheitsministerium. So arbeiteten viele eng mit Feuerwehr und Gesundheitsämtern zusammen. Einige Einrichtungen haben präventiv und gezielt sogenannte «Hot-Spots» – Orte mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko für hitzegefährdete Menschen – identifiziert, um bei Bedarf schnell mit Unterstützungsmaßnahmen reagieren zu können. Zudem hatten einige Einrichtungen bereits vor der Hitzewelle Hitzeaktionspläne etabliert und interne Taskforces eingerichtet. Darüber hinaus beraten die bei den Stadt- und Landkreisen eingerichteten Beratungs- und Prüfbehörden Pflegeeinrichtungen eng und unterstützen diese mit Handlungsempfehlungen und Checklisten.

Auch der sachgerechte Umgang mit Arzneimitteln sei ein wichtiger Bestandteil des gesundheitlichen Hitzeschutzes. Hohe Temperaturen können die Qualität, Stabilität und Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen. Medikamente sollen grundsätzlich entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden.

Die besonders gefährdeten Personengruppen sind: Ältere, vor allem alleinlebende Menschen, chronisch oder psychisch kranke und pflegebedürftige Menschen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Obdachlose und Menschen, die schwer körperlich und/oder im Freien arbeiten. Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand appelliert daher: «Hitze ist bereits heute eines der größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken und belastet uns alle. Achten Sie auf sich, aber auch auf andere. Gemeinsam können wir gut durch diese außergewöhnlich heißen Tage kommen.»

Auch viele Kommunen würden bereits Hitzeschutz-Maßnahmen umsetzen oder Hitzeaktionspläne entwickeln. Um einen Überblick über die kommunalen Hitzeschutzmaßnahmen zu erlangen und diese sichtbar zu machen, habe das Landesgesundheitsamt bereits zweimal eine landesweite Umfrage bei allen Kommunen Baden-Württembergs zu den geplanten und umgesetzten Hitzeschutzmaßnahmen durchgeführt.

Mehr: Hitzeschutz-Umfrage BW - LGA Gesundheitsamt Stuttgart und Gesundheit und Hitze - LGA Gesundheitsamt Stuttgart.




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