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Corona-Lage in Baden-Baden und Landkreis Rastatt

Vorsichtiger Optimismus bei Corona-Zahlen – Baden-Badener Klinik-Chef Thomas Iber: „Stabile Situation“ – Rastatter Dezernent Stefan Biehl: „Fortschritte“

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goodnews4-VIDEO-Interviews von Nadja Milke mit Stefan Biehl und Thomas Iber

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
21.11.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Zu einem «aktuellen und vielseitigen Überblick zur Corona-Problematik hier in Mittelbaden» hatte am Freitagmorgen Oberbürgermeisterin Margret Mergen auch den Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, Maximilian Lipp, den Erstem Landesbeamten des Landkreises Rastatt, Jörg Peter, in Vertretung von Landrat Toni Huber, den Dezernenten Stefan Biehl und den Medizinischen Geschäftsführer des Klinikum Mittelbaden, Thomas Iber, ins Baden-Badener Rathaus geladen.

In zwei goodnews4-VIDEO-Interviews mit Nadja Milke machten Stefan Biehl und Thomas Iber ein klein wenig Hoffnung und für Licht am Ende des derzeitigen Tunnels, der in Richtung zu dem 7-Tages-Inzidenz-Wert 50 führen soll. Der Stadtkreis Baden-Baden und der Landkreis Rastatt liegen erstmals mit fast gleichem Wert bei etwa 110, nachdem sich Baden-Baden lange Zeit zeitweise deutlich unter diesem Hochrisikowert bewegte.

«Also wenn ich die Entwicklung der Infektionszahlen mir anschaue, muss ich schon sagen, dass wir da Fortschritte machen», sieht Stefan Biehl die Lage ebenso wie Stefan Iber auf einem eher guten Weg. «Der Rückgang des Infektionsgeschehens mit der 7-Tage-Inzidenz, die von deutlich über 100 dann auf 60 beziehungsweise 50 gefallen war, hat dazu geführt, dass wir mittlerweile in einer stabilen Situation sind», blickt Thomas Iber auf die Auswirkungen der vorübergehend verhältnismäßig guten Werte bei der 7-Tage-Inzidenz, die sich allerdings in den letzten Tagen im Stadtkreis Baden-Baden wieder verschlechterten.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Stefan Biehl, Sozialdezernent des Landkreises Rastatt:

goodnews4: Stefan Biehl, das Ziel eines Wertes von 50 bei der 7-Tage-Inzidenz erscheint derzeit eher unerreichbar, nicht nur in Baden-Baden und im Landkreis Rastatt, sondern in ganz Deutschland. Oder sehen Sie schon für irgendwann ein Licht am Ende des Tunnels?

Stefan Biehl: Also wenn ich die Entwicklung der Infektionszahlen mir anschaue, muss ich schon sagen, dass wir da Fortschritte machen. Wir hatten ein sehr exponentielles Wachstum im Oktober zu verzeichnen, wo es sprunghaft angestiegen ist. Inzwischen gehen die Zahlen weiterhin hoch, aber eher linear, das heißt, man kann weitaus besser darauf reagieren und weitaus besser auch das Personal dafür zur Verfügung stellen. Und ich meine, man sieht auch daran, dass die Kontaktpersonen zurückgegangen sind, also Kontaktpersonen pro positiv getestetem Fall – im Oktober waren es noch etwa zehn bis fünfzehn, jetzt sind es noch fünf bis sechs, heißt also, die Beschränkungsmaßnahmen wirken.

goodnews4: Hat sich denn auch die Lage im Gesundheitsamt etwas entspannt für Ihre Mitarbeiter?

Stefan Biehl: Ja, also «entspannt», «Entspannung» wäre etwas zu hoch gegriffen, aber wir haben personell sehr aufgerüstet mit inzwischen über 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für das Gesundheitsamt arbeiten, auch von außerhalb. Das ist natürlich eine große logistische Herausforderung. Das muss räumlich organisiert werden, fachlich organisiert werden, aber die Mitarbeiter arbeiten wirklich sehr intensiv an den Fällen. Ich bin da guten Mutes, dass wir auch die Dinge gut bewältigen können.

goodnews4: Das Verhältnis der Zahl der Tests zu der Zahl der gemeldeten Infektionen ist ein wesentliches Kriterium. Ist denn die daraus resultierende Conversion Rate das Maß aller Dinge?

Stefan Biehl: Ich würde sagen, ich habe jetzt gerade geschaut, wie ist aktuell der Stand der Tests. Wir haben ja vier Labore, die uns beliefern, respektive die Ärzte beliefern nicht uns als Gesundheitsamt. Da sind jetzt seit März rund 80.000 Tests erfolgt. Im Moment haben wir pro Woche zwischen fünf- und fünfeinhalbtausend Tests, die durchgeführt werden und haben dabei inzwischen einen positiv Wert von fünf Prozent aller Testungen. Das ist mehr als wir in den Wochen davor hatten und insgesamt natürlich auch mehr an Testungen, die durchgeführt werden.

goodnews4: Liegt das vielleicht auch daran, dass mehr Risikogruppen getestet werden? Also, dass die Wahrscheinlichkeit bei denen, die getestet werden, höher ist, dass der Test auch positiv ausfällt?

Stefan Biehl: Das kann damit auch zu tun haben, dass natürlich jetzt stärker in Pflegeeinrichtungen auch getestet wird, auch gescannt wird, die ganze Mitarbeiterschaft getestet wird, das kann durchaus sein. Aber insgesamt, meine ich, ist es auch ein Zeichen dafür, dass die Menschen verantwortungsvoll damit umgehen, bei entsprechenden Symptomen zum Arzt gehen und sich dort auch testen lassen. Und dadurch kommen auch die Zahlen zustande.

goodnews4: Hoffnung gibt das Thema Impfstoff. Laufen denn dafür schon Vorbereitungen für den Landkreis Rastatt und die Stadt Baden-Baden?

Stefan Biehl: Ja, es ist so, das ist ja auch zu entnehmen aus den Verlautbarungen der Politik, dass Anfang Januar schon Impfstoff zur Verfügung stehen soll. Die Landkreise sind jetzt aufgefordert, bis dahin Kreisimpfzentren bereitzuhalten, bereitzustellen, damit dort sehr großflächig auch geimpft werden kann. Da sind wir aktuell dran in der Planung, in der Sondierung, gemeinsam mit dem Stadtkreis Baden-Baden.

goodnews4: Ich bedanke mich für das Interview.

Stefan Biehl: Gern geschehen, danke.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Thomas Iber, Medizinischer Geschäftsführer Klinikum Mittelbaden:

goodnews4: Herr Dr. Iber, die politischen Entscheidungen und die medizinischen Kapazitäten stehen in einer Wechselwirkung zueinander in der Pandemie. Es gab einige Kritik, dass zuletzt in Berlin wertvolle Zeit verschenkt worden ist. Jetzt wartet ja alles mit Spannung auf die Entscheidungen, die dann in der nächsten Woche folgen sollen. Ist denn die Lage aktuell so ernst, dass es auf jeden Tag ankommt?

Thomas Iber: Ja, das würde ich schon so einschätzen aktuell. Wir in Mittelbaden haben gesehen, dass letzten Endes exakt zwei Wochen nachdem der Teil-Lockdown mit all seinen Beschränkungen eingetreten war, wir das Maximum an Patienten hatten, Richtung 8. bis 10. November, und sind sehr froh um diese Beschränkungen, weil der Rückgang des Infektionsgeschehens mit der 7-Tage-Inzidenz, die von deutlich über hundert dann auf 60 beziehungsweise 50 gefallen war, hat dazu geführt, dass wir mittlerweile in einer stabilen Situation sind, von in der ersten Phase dieser zweiten Welle insgesamt 38 stationären Patienten, davon sechs auf der Intensivstation, sind wir mittlerweile bei 19, also genau der Hälfte, davon noch vier auf der Intensivstation.

goodnews4: Damit haben Sie meine zweite Frage auch schon mit beantwortet und ich bedanke mich für das Interview.

Thomas Iber: Ich danke Ihnen, Frau Milke.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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