Unfallgefahr steigt in dunkler Jahreszeit
Baden-Badener und Rastatter Jäger warnen – „Achtung Wildwechsel!“

Baden-Baden/Rastatt, 28.10.2024, Bericht: Redaktion Mit der Zeitumstellung am vergangenen Sonntag steigt die Unfallgefahr, warnen die Jäger in Baden-Baden und Rastatt. Auf den Straßen werden Autofahrerinnen und Autofahrer vermehrt Wildtieren begegnen. Besonders in den Morgenstunden und in der Abenddämmerung erhöhen schlechte Sichtverhältnisse, Nässe und Wildwechsel das Unfallrisiko.
Die Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden appellieren deshalb an alle Autofahrer, besonders in Waldgebieten und ländlichen Regionen wachsam zu sein. «Sichtungen von Wildtieren bedeuten: Geschwindigkeit reduzieren, Lenkrad festhalten und die Stelle mit niedriger Geschwindigkeit passieren», erklärt Kreisjägermeister Frank Schröder. Auch auf nachfolgende Tiere muss geachtet werden, denn Wildschweine und Rehe sind selten allein unterwegs. Sollte es dennoch zu einem Wildunfall kommen, bitten die Badischen Jäger, diese Schritte zu beachten:
1. Ruhig bleiben und die Unfallstelle absichern.
2. Polizei unter 110 informieren, die dann die Jagdausübungsberechtigten verständigt.
3. Weder verletzte noch tote Tiere anfassen – es besteht Verletzungs- und Seuchengefahr. Bewegen sich Tiere fort, wenn man sich ihnen nähert, können weitere Unfälle die Folge sein.
4. Unfallbescheinigung für die Kfz-Versicherung ausstellen lassen.
5. Beweise dokumentieren (Schäden fotografieren) und Tierhaare oder Blut am Fahrzeug lassen, bis die Versicherung informiert ist.
«Wildunfälle grundsätzlich melden. Wer einen Unfall verursacht darf sich nicht ohne Meldung entfernen», mahnt Frank Schröder. Im Jahr 2023 seien nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg allein in Baden-Württemberg über 22.000 Wildunfälle registriert worden, darunter 1.000 im Landkreis Rastatt und 174 im Stadtkreis Baden-Baden. «Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein», vermutet Frank Schröder. Neben den Tieren trugen jährlich etwa 3.000 Verkehrsteilnehmer bundesweit Schäden davon. Diese beliefen sich auf etwa 750 Millionen Euro. Besonders tragisch sei, dass nicht alle Tiere sofort sterben. Viele schleppten sich noch verletzt in den Wald, wo sie von Jägern und speziell ausgebildeten Hunden aufgespürt und von ihrem Leid erlöst werden müssten. Frank Schröder betont abschließend: «Vorausschauendes und rücksichtsvolles Fahren kann dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und sowohl Mensch als auch Tier zu schützen.»
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