Hauptaktivitätszeit vieler Wildtiere
Badische Jäger warnen vor Wildunfällen nach Zeitumstellung – „Drastisch steigendes Risiko im April“ – Rehböcke besonders gefährdet
Baden-Baden/Rastatt, 01.04.2025, Bericht: Redaktion Die Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden warnen zum Beginn der Sommerzeit eindringlich vor einer stark erhöhten Gefahr von Wildunfällen.
Mit der Zeitumstellung am letzten März-Wochenende falle der morgendliche Berufsverkehr plötzlich wieder in die Hauptaktivitätszeit vieler Wildtiere – insbesondere Rehböcke seien jetzt besonders häufig auf den Straßen unterwegs.
Die weitere Mitteilung der Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden vom 31. März 2025 im Wortlaut:
Laut dem Deutschen Jagdverband, DJV, passieren die meisten Wildunfälle mit Rehen in den Monaten April und Mai. Rund ein Drittel aller gemeldeten Kollisionen mit Rehböcken ereignen sich in dieser kurzen Zeitspanne. Die Auswertung basiert auf über 69.500 Datensätzen aus dem Tierfund-Kataster www.tierfund-kataster.de, das seit Jahren verlässliche Daten zu Tierfunden im Straßenverkehr liefert. «Ein weiterer Faktor: Die innere Uhr der Wildtiere bleibt trotz Zeitumstellung gleich – während für Menschen plötzlich eine Stunde ‘verloren’ geht, sind Rehe weiterhin in der Dämmerung aktiv. So fällt der morgendliche Berufsverkehr direkt in die sogenannte ‘Rushhour der Rehe’», so Kreisjägermeister Dr. Frank Schröder.
Hormone und Hunger treiben Wildtiere über die Straße: Nach einem kargen Winter sind Pflanzenfresser wie das Reh nun vermehrt auf Futtersuche – und queren dabei Straßen, oft an gewohnten Wechselstellen. Besonders Rehböcke werden durch ihr Revierverhalten aktiv: Sie verteidigen ihr Territorium oder werden durch dominantere Artgenossen vertrieben. Gerade junge Böcke sind dann auf der Suche nach neuen Lebensräumen – und geraten häufig unter die Räder.
Reh bleibt häufigstes Verkehrsopfer: Mit 53 Prozent ist das Reh das am häufigsten gemeldete Wildtier bei Verkehrsunfällen. Auf Platz zwei folgen Hase und Kaninchen (11 Prozent), gefolgt von Fuchs, Waschbär und Marderhund mit 9 Prozent.
Die Wildunfallkarte zeigt regionale Gefahrenstellen
Wer sich gezielt über Wildunfallschwerpunkte in der Region informieren möchte, kann dies über die interaktive Wildunfallkarte der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) tun. Unter www.fva-bw.de lassen sich besonders betroffene Strecken im gesamten Bundesland einsehen – auch für den Raum Rastatt / Baden-Baden. So kann jeder Verkehrsteilnehmer besser einschätzen, wo besondere Vorsicht geboten ist.
Fünf Tipps, um Wildunfälle zu verhindern:
In der Dämmerung langsam fahren – besonders an Wald- und Feldrändern. Vorsicht auf neuen Straßen – Tiere nutzen gewohnte Wechsel. Tier am Straßenrand? – Abblenden, hupen, bremsen. Nicht ausweichen! Ein Tier kommt selten allein – Nachzügler mitdenken. Tempo anpassen – 80 statt 100 km/h kann den Bremsweg um 25 Meter verkürzen.
Im Ernstfall richtig handeln:
Unfallstelle sichern: Warnblinker an, Warnweste tragen, Warndreieck aufstellen, Polizei rufen. Kein Wild anfassen oder gar mitnehmen Geflüchtetes Tier melden – Jäger können mit speziell ausgebildeten Suchhunden helfen Unfallbescheinigung von Polizei oder Jäger für die Versicherung ausstellen lassen.
Hintergrund Tierfund-Kataster: Über 30.900 Nutzer erfassen ihre Tierfunde über das Tierfund-Kataster. Inzwischen wurden über 161.900 Meldungen gemacht. Die kostenlose App (iOS/Android) ermöglicht schnelle Erfassung direkt vor Ort. Ziel ist es, Wildunfall-Schwerpunkte besser zu erkennen – und so Mensch und Tier zu schützen.
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